Hagel türmt sich 50 Zentimeter hoch: Feuerwehr muss Autos freigraben

Stand: 14.07.2026, 18:47 Uhr

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Unwetter Calden, Helmut Schopf am Eis bei 28 Grad

Bei 27 Grad hochsommerlichen Temperaturen: Helmut Schopf in der Straße Am Meckelsberg in Obermeiser wundert sich, wie lange das Eis hält. © Tanja Temme

Ein Unwetter hat in der Nacht auf Dienstag 25 Häuser in Calden beschädigt. Die Feuerwehr musste vier Stunden lang Keller leerpumpen und Eismassen wegschaufeln.

Calden – Es sind Szenen, die teilweise fast unwirklich wirken: Eisschichten am Pool, zwischen Gartenstühlen und Hortensien. Bei sommerlichen Temperaturen kam ein Unwetter in der Nacht von Montag auf Dienstag über Calden nieder. 25 Häuser und Grundstücke waren betroffen, wobei Regen und Hagel in Obermeiser und Westuffeln am stärksten gewütet hatten. Auch in der Kerngemeinde sollen Häuser Schaden genommen haben. Gestern Vormittag konnte man vielerorts in der Gemeinde noch Menschen bei Aufräumarbeiten sehen.

Laut Caldens Gemeindebrandinspektor Kevin Klinge ist die Feuerwehr um 2 Uhr erstmals alarmiert worden. Damit gingen die Einsätze los, die erst gegen 6 Uhr endeten. Da in Calden zwischen 40 und 60 Liter Starkregen pro Quadratmeter heruntergekommen waren, musste die Feuerwehr vor allem Keller leerpumpen. „Aber wir hatten auch mit den Eismassen zu tun, denn um in die Keller zu gelangen, mussten wir oft auch zur Schippe greifen, um die Hagelschicht zu entfernen“, berichtet Klinge. Bis zu 50 Zentimeter hoch soll diese teilweise gewesen sein.

Unwetter Calden, Obermeiser Eis

Extrem: die Eismassen im Garten von Familie Schlag in Obermeiser, die gestern Mittag noch nicht geschmolzen waren. © Tanja Temme

1997 war letztes großes Unwetter in Calden

Das letzte große Unwetter hatte Calden 1997 heimgesucht. Damals waren 50 Häuser von Starkregen betroffen. Auch 2023, als Hagelkörner im Landkreis in vielen Autos Dellen hinterließen, war der Caldener Raum teilweise betroffen. Laut Gemeindebrandinspektor Kevin Klinge ist das jetzige Unwetter aus Richtung Breuna/Warburg nach Calden herübergezogen und sei hier voll niedergegangen. Gewöhnlich kämen solche Wetterfronten aus Richtung Zierenberg, wo der schützende Dörnberg dafür sorge, dass sie meist verschont blieben.

Unwetter Calden

Malte Ludwig hilft beim Eisschippen in Obermeiser. © Tanja Temme

Auch ein Auto, das in den Eismassen in Obermeiser stecken geblieben war, musste die Wehr herausziehen. „Außerdem mussten wir uns um einige umgefallene Bäume kümmern, die auf der Straße zwischen Ehrsten und Calden lagen.“ Ganz ohne Schaden kam der Gemeindebrandinspektor selbst auch nicht davon. Er hatte sein Auto am Flughafen abgestellt, wo so große Hagelkörner heruntergekommen waren, dass sein Pkw nun Dellen hat. „Ich vermute mal, dass auch andere Autos, die dort abgestellt waren, jetzt einen Hagelschaden haben.“ Auch Dächer von Wintergärten haben nach dem gewaltigen Hagelschlag Löcher und an Gewächshäusern wurden ganze Teile herausgebrochen. Das Eis und der starke Regen hatten offenbar so viel Kraft, dass es teilweise durch die Fenster in die Gebäude eindrang. Allgemein sahen viele der gepflegten Gärten nach dem Unwetter sehr desolat aus: zerfetzte Blätter von Bananenpflanzen, Beete, wo das gesamte Gemüse an den Boden gepresst war, oder Büsche, deren Blätter heruntergerissen worden waren.

Auch Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz zeigte sich ziemlich perplex, als er sich einen Überblick verschaffte: „Mitten im Hochsommer solche Eismassen zu sehen, ist schon ein merkwürdiger Anblick“, sagte der Gemeindechef. Bemerkenswert fand er auch, wie punktuell das Eis heruntergekommen ist.