Doppelrennbahn in Horn: Hamburger Renn-Club trifft historische Entscheidungen
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Montag, der 12. Oktober 2026, könnte als historisches Datum in die Geschichte des altehrwürdigen Hamburger Renn-Clubs (HRC) eingehen. Erstmals in 174 Jahren wählten die Mitglieder mit Catharina Wind (37) eine Frau zur Präsidentin. Zudem begrüßte die Versammlung bei einer unverbindlichen Meinungsbildung die Pläne einer Doppelrennbahn für Galopper und Traber in Horn.
Doppelrennbahn in Horn bleibt alternativlos
„Beides sind Meilensteine für den HRC. Diese einhellige Unterstützung für die Doppelrennbahn hatte ich nicht erwartet. Das ist der Rückenwind, den wir jetzt brauchen“, sagte Andreas Jacobs dem Abendblatt. Jacobs für den Galopprennsport und Frederik Kramer als Vertreter des Trabrennsport-Mäzens Günter Herz hatten in ihren Reden eindringlich für das Projekt geworben. Es sei alternativlos, wenn das Deutsche Galopp-Derby in Horn und Traben in Norddeutschland eine Zukunft haben sollen.

So könnte die Doppelrennbahn in Horn aussehen (Visualisierung unter Verwendung der KI).© Studio Andreas Heller GmbH Architects & Designers
Catharina Wind setzte sich bei ihrer Wahl mit 75:23 Stimmen gegen Volker Linde durch, der im Mai nach dem Tod von Hans-Ludolf Matthiessen (✝ 85) kommissarisch den Vorsitz des HRC übernommen hatte. Linde trat nach dem eindeutigen Votum von seinem Amt als Vizepräsident zurück. Seinen und drei weitere Posten will der Vorstand in den nächsten Wochen neu besetzen.
Neue Renn-Club-Präsidentin plädiert für Doppelrennbahn
Wind engagiert sich seit zehn Jahren in den HRC-Gremien, setzte 2017 mit der Gründung des Jungen Vorstands Impulse für eine moderne Ausrichtung und stärkere Vernetzung innerhalb des deutschen Galopprennsports. Der Dachverband Deutscher Galopp in Köln, der den Gruppe-Status des Derbys vergibt, gehörte deshalb zu ihren ersten Gratulanten.
Als ihre wichtigste Aufgabe sieht die Kommunikationsexpertin die Fortführung der Verhandlungen mit Jacobs und Kramer an. „Wir müssen noch viele Details und Formalien klären, aber uns eint das Ziel, das Deutsche Galopp-Derby in Hamburg zu halten und den Pferdesport in unserer Stadt voranzubringen. Nur gemeinsam schaffen wir das.“
Doppelrennbahn: Erbbaurechte scheinen geklärt
Zuvor kontrovers diskutierte Problematiken scheinen weitgehend geklärt. Die Erbbaurechte des HRC auf dem Gelände an der Horner Rennbahnstraße und alle Drittvermarktungen sollen in die neu zu gründende Vermarktungsgesellschaft fließen. Das fordert auch die Stadt, die rund 33 Millionen Euro für die Doppelrennbahn in ihren Haushalt stellen will. Der HRC bleibt Veranstalter des Derbys. Letzter formaler Akt: Der Club muss auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den Vereinbarungen und den entsprechenden Satzungsänderungen zustimmen.

Blick über die Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld (Luftaufnahme). Hier sollen bis 2040 rund 4500 Wohnungen gebaut werden.© picture alliance/dpa | Christian Charisius
Jacobs (Galopp) und Herz (Traber) sind als Gesellschafter der GmbH vorgesehen. „Der Gesellschaftervertrag ist mit allen Beteiligten abgesprochen, wir könnten schon morgen zum Notar gehen“, sagte Jacobs. Ein vielleicht letztes Hindernis sind die Darlehen des langjährigen Vorstandsmitglieds Albert Darboven an den HRC, wohl mehr als 1,3 Millionen Euro.
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„Dafür suche ich jetzt eine Lösung“, sagte Jacobs. Seien alle Formalitäten geklärt, müsse so schnell wie möglich mit dem Bau der Trabrennbahn begonnen werden. Die Traber verlieren im Herbst nächsten Jahres ihre Heimat in Bahrenfeld. Dort sollen für die Science City 4500 Wohnungen gebaut werden.