Smart glasses in Hamburgs Bädern: kommt ein Verbot?
Hamburg
Hamburgs Schwimmbäder: Wie Frauen mehr Schutz vor Spannern erhalten sollen
Täter filmen und fotografieren immer häufiger mit unauffälligen Brillen. Dagegen soll laut der Linksfraktion vorgegangen werden.
Ein technologisches „Wettrüsten“ nennt Bäderland-Sprecher Michael Dietel den Kampf zwischen dem Einfallsreichtum von Spannern und dem Versuch des Schwimmbad-Personals, dagegen vorzugehen. Doch mittlerweile werden die Aufnahmen längst nicht mehr nur mit Handys oder Kameras gemacht, auch sogenannte „Smart Glasses“ kommen zum Einsatz. Dagegen wird jetzt ein Verbot gefordert.
Mit ihrer Petition gegen Voyeure in der Sauna haben zwei Leipzigerinnen im vergangenen Jahr einen beachtlichen juristischen Erfolg erzielt: Die Bundesjustizministerin lässt derzeit eine Gesetzeslücke schließen, die dafür gesorgt hatte, dass ein Mann straffrei blieb, der heimlich Aufnahmen der beiden jungen Frauen in der Sauna gemacht hatte.
Sauna und Schwimmbad: Voyeure filmen heimlich mit smarten Brillen
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Ein toller Erfolg – doch was, wenn die Spanner in Zukunft noch schlechter erwischt werden könnten, weil sie „Smart Glasses“, also Brillen mit eingebauter Kamera, statt Handys verwenden? Dass das bereits heutzutage vorkommt, hatte Bäderland-Sprecher Michael Dietel der MOPO im Dezember erzählt.
„Es gibt eine Art Wettrüsten zwischen Voyeuren und uns als Betreibern. Denn mittlerweile gibt es nicht mehr nur leicht erkennbare Handys, sondern auch Dinge wie smarte Brillen oder Mikrokameras. Das macht die Überwachung von Verstößen noch schwieriger“, sagte er damals.
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Ein Problem, das die Hamburger Linke jetzt zumindest theoretisch lösen möchte – mit einem Verbot von „Smart Glasses“ in Schwimmbädern und Saunen. „Niemand darf beim Schwimmen, Duschen oder Umziehen unfreiwillig den Content für soziale Netzwerke liefern. Wer Kameras unbemerkt am Körper trägt, hat in diesen sensiblen Bereichen nichts verloren“, sagt Marie Kleinert, datenschutzpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Der Senat muss die technische Entwicklung ernst nehmen und die Schutzlücke schließen, bevor immer mehr Menschen Opfer digitaler Spanner werden.“
Am 2. September wird die Linksfraktion einen Antrag für ein Verbot der Brillen und ähnlicher Geräte in die Hamburgische Bürgerschaft einbringen. Die Fraktion hatte den Senat auch gefragt, wie häufig Hamburger zu Opfern solcher heimlicher Aufnahmen in Saunen und Schwimmbädern werden – doch das wird nicht explizit in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Dennoch geht aus den Erhebungen hervor, dass es im öffentlichen Raum regelmäßig zu solchen Vorfällen kommt. Die Mehrheit der Opfer sind Frauen. (prei)