Harleys, Hitze, Biker-Gemeinschaft
Stand: 16.08.2026, 19:03 Uhr
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Das Harley-Treffen lockte erneut viele Besucher auf den Tölzer Festplatz. Besonders auffällig war die Stuntshow im „Globe of Speed“. Dort braucht jede Figur genaue Abstimmung.
Bad Tölz – Wenn die Harley-Dichte in Bad Tölz sprunghaft zunimmt, dann ist wieder „Rock‘n‘Race“-Zeit auf dem Festplatz. Erneut strömten Biker aus allen Himmelsrichtungen zum großen Treffen zusammen und genossen die Gemeinschaft und das spannende Rahmenprogramm.
Eine Neuheit in diesem Jahr: die Bikersegnung am Sonntag. Pfarrer Peter Demmelmair segnete die Fahrerinnen und Fahrer beim Vorbeifahren und schwang sich dann selbst als Beifahrer mit auf eine Maschine, um an einer Ausfahrt teilzunehmen. Davor hatte bereits eine Country-Cancan- und Cowboy-Show die Blicke auf sich gezogen.
Fast jedes Jahr dabei war bislang Harald Schmode aus Augsburg. Der Reiz des „Rock‘n‘Race“ liege für ihn darin, „andere Harleys anzusehen und mit den Bikern ins Gespräch zu kommen“, sagte er. Mit seiner Harley Street Bob sei er schon weit gereist. Sein Motorrad sei trotz seiner 270 Kilogramm gut zu handhaben. Vor zehn Jahren war Mario Wagner aus Erding das letzte Mal hier. Am Samstag kam er mit seiner Big Bear“, einer Chopper aus Kalifornien. „Das Treffen ist ein riesiger Spaß, und es ist schön, Gleichgesinnte zu treffen.“ Auf die Bands und einen schönen Abend freute sich Chris Leykamm aus Nürnberg, der auf einer Harley Breakout angereist war. „Ich bin heuer das erste Mal da, da ich durch Zufall davon gehört habe.“ Mit ihrer 48er Sportster namens Goldie fühlte sich Miryam Reich sehr wohl. „Ich habe sie ein wenig umgebaut, sie lässt sich ausgezeichnet fahren“, sagte die Kraillingerin. Sie freute sich auf die schönen anderen Motorräder und die Gemeinschaft. Man treffe stets alte Bekannte.

Das betonten auch die Organisatoren Steffi Hörmann und Peter Frech. „Man trifft immer mehr Leute und wächst zusammen.“ Frech freute es dieses Jahr besonders, dass ein privater Aussteller sich anbot, einige seiner Maschinen zu präsentieren. „Der ist sonst auf der ganzen Welt unterwegs. Aber er ist gerne zu uns gekommen, weil es ihm einfach Spaß macht.“ Am Samstag hätten viele begeistert beim Rahmenprogramm mitgemacht, sagte Steffi Hörmann. Dazu gehörte auch ein Hotdog-Wettessen. Um der Hitze zu entkommen, hätten sich einige zwischendurch in die Isar gestürzt. „Dafür ist unsere Lage hier sehr günstig“, freute sich Frech.
An allen Tagen war zudem für ein abwechslungsreiches Musikprogramm gesorgt. Passend zum New Country Rock der Band „Clawson“ wurde am Sonntagnachmittag noch einmal das Tanzbein geschwungen. In passendem Outfit präsentierten vier Damen einen French Cancan: ein Tanz, der vorwiegend durch Westernfilme an Bekanntheit gewonnen hat.
Ein besonderer Hingucker waren die Stuntshows im „Globe of Speed“. In einer riesigen Kugel zogen bis zu drei Motorradfahrer gleichzeitig in hoher Geschwindigkeit ihre Kreise. Großer Applaus für die Fahrer, als sie die Kugel wieder verließen, um auch für Fotowünsche der kleinsten Fans bereitzustehen. Vor zehn Jahren seien die das letzte Mal da gewesen, sagte Stuntfahrer Alex Ramien. Damals habe es stark geregnet. „Ich bin sehr froh, dass wir noch mal gefragt wurden zu kommen.“ Denn Bad Tölz, die Isar, der Festplatz seien einfach schön. Um Körper und Maschine so perfekt zu beherrschen, braucht es einiges an Übung. Ramien ist ausgebildeter Artist und kaufte sich 1995 den „Globe“ aus den USA. Inzwischen seien auch seine Söhne mit Begeisterung dabei, einer als Motocross-Freestyler, der andere als Stuntfahrer in der Kugel. Um im „Globe“ nicht aneinander zu geraten, sei vorher abgestimmt, wer zuerst losfährt und anhält. Auch wird abgestimmt, welche Figuren gefahren werden.
Daniela Schatz und Eva-Maria Schulz sind seit zehn Jahren fester Bestandteil des Harley-Treffens. „Wir sind praktisch ein Teil des Teams“, sagte Schatz, eine Make-up-Artistin und Künstlerin. An ihrem Stand boten sie kostenlose Airbrush-Tattoos sowie Gesichtsbemalungen für Klein und Groß an. Am Samstag kümmerten sie sich zudem um die Vollkörperbemalung der dafür ausgewählten Models. „Das dauert so um die vier Stunden. Danach gehen die Models über den Platz und posieren für Fotos“, berichtete Schatz. Ob Tigermuster, Schlangenschuppen oder jegliche andere Motive – alles war dabei. Was die beiden Make-up-Künstlerinnen immer wieder zurückbringt, ist einerseits die Liebe zur Kunst und andererseits das starke Gemeinschaftsgefühl. „Viele kennen wir schon“, sagte Schatz. „Die Community ist einfach so cool.“ Zwar sei aufgrund der Hitze ein leichter Rückgang zum letzten Jahr zu erkennen, doch das ändere nichts an der „super guten Stimmung“.