Hausdurchsuchungen bei Berliner SPD-Kandidat Krach

Spitzenkandidat der Berliner SPD für die Abgeordnetenhauswahl, Steffen Krach in der rbb-Sendung "Ihr Plan, Herr Krach?" (Quelle: rbb)

Vor Abgeordnetenhauswahl Hausdurchsuchungen bei Berliner SPD-Kandidat Krach

Stand: 09.09.2026 • 20:44 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Krach. Die Polizei durchsuchte drei Objekte. Einem Medienbericht zufolge geht es um den Verdacht auf Bestechlichkeit. Krach weist die Vorwürfe zurück.

  • Ermittlungen gegen Berliner Spitzenkandidaten der SPD, Steffen Krach
  • Durchsuchungen in drei Objekten in Berlin und in Hannover
  • Vorwürfe laut Krach im Zusammenhang mit Vergabeverfahren in Hannover
  • Krach spricht im rbb von "Unterstellungen", die "absolut haltlos" seien

Gegen den Berliner Spitzenkandidaten der SPD, Steffen Krach, laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft dem rbb am Mittwoch. In drei Objekten in Berlin und in Hannover gab es demnach Durchsuchungen. Es handelte sich dabei um die Privatwohnung Krachs, die Berliner SPD-Zentrale und das Regierungspräsidium in Hannover. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht dazu, worum es bei den Ermittlungen genau geht.

"Vorwurf bezüglich eines Vergabeverfahrens"

Krach gab dem rbb am Mittwoch mehrere Interviews, in denen er Hintergründe erläuterte. "Der Vorwurf ist bezüglich eines Vergabeverfahrens in der Region Hannover", sagte Krach am Nachmittag gegenüber dem rbb. "Es geht um ein Klinikum, was verkauft werden sollte, weil wir es vor einigen Jahren schließen mussten." Er sei dort Aufsichtsratsvorsitzender gewesen. Für die Umwandlung in ein regionales Gesundheitszentrum habe es ein Vergabeverfahren gegeben. Am Ende habe ein Bieter den Zuschlag bekommen, ein anderer nicht. "Der Vorwurf - anscheinend - von der Staatsanwaltschaft Hannover, ist, dass ich mich da habe bestechen lassen. Das sind aber haltlose Unterstellungen und die will ich in alle Deutlichkeit zurückweisen", so Krach. Den Vorwurf einer Beeinflussung wies er zurück.

Krach: Eine Spende wurde zurücküberwiesen

Gegenüber dem rbb stellte Krach am Abend klar: "Ich habe in keinster Weise irgendeine Summe von diesem Bieter weder privat noch als SPD-Landesvorsitzender jemals angenommen." Etwa um Weihnachten sei eine Spende eingegangen, während des laufenden Vergabeverfahrens. "Ich glaube, es waren 9.500 Euro." Das Geld sei aber umgehend zurücküberwiesen worden. Wörtlich sagte Krach: "Es gab eine Spende, die wir innerhalb von 24 Stunden zurücküberwiesen haben." Überwiesen wurde die Spende laut Krach von einem der Bieter. "Der die Spende hat überweisen lassen, hat den Zuschlag nicht bekommen", betonte der Politiker. Zuvor, am Nachmittag, hatte Krach dem rbb gegenüber noch wörtlich gesagt: "Ich habe - weder privat, als auch meine Partei hier in Berlin - keine Spende angenommen, nicht vor einem Jahr, nicht vor einem halben Jahr und auch nicht heute."

Krach erklärte gegenüber dem rbb: "Ich habe nichts zu verbergen." Er werde mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. "Ich will da absolute Transparenz und ich bin da ganz entspannt." Den Zeitpunkt der Vorgänge wollte Krach dem rbb gegenüber nicht kommentieren. Er nannte ihn aber "erstaunlich" und wies darauf hin, dass in vier Tagen Kommunalwahlen in Niedersachsen abgehalten würden und in elf Tagen die Berlin-Wahl stattfinde. Er werde weiter Wahlkampf machen, bekräftigte Krach. Gleichzeitig forderte er rasche Aufklärung: "Die Staatsanwaltschaft Hannover muss jetzt sagen, welche konkreten Vorwürfe es mir gegenüber gibt."

SPD-Spitzenkandidat in Berlin

In Berlin wird in rund anderthalb Wochen, am 20. September, ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Krach ist Spitzenkandidat der SPD. Krach ist auch SPD-Chef in Berlin, er bildet mit der Abgeordneten Bettina König eine Doppelspitze. In Hannover, wo Krach geboren und aufgewachsen ist, hat er zuletzt als Regionspräsident gearbeitet. Um Wahlkampf in Berlin zu machen, ist Krach für die restliche Amtszeit als Regionspräsident der Region Hannover beurlaubt.

Sendung: rbb24 spezial, 09.09.2026, 20:15 Uhr Video: rbb24 spezial, 09.09.2026, Moderation: Sascha Hingst