Heimstetten: Zwei Mädchen nach Bade-Unglück am See in Lebensgefahr
Stand: 16.08.2026, 21:00 Uhr
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Badegäste und Wasserwacht reanimieren die Schwestern am Gewässer. Die Polizei sucht Zeugen; ein Kriseninterventionsteam betreut die Angehörigen.
Sie spielten am Ufer Ball, jetzt schweben sie in höchster Lebensgefahr: Zwei Mädchen, acht und 15 Jahre alt, sind am frühen Samstagabend am Heimstettener See verunglückt. Wie die Polizei berichtet, zogen Badegäste und Helfer der Wasserwacht die untergegangenen Mädchen an Land und reanimierten sie – sie kamen per Hubschrauber und Krankenwagen in Münchner Kliniken. Zum gestrigen Redaktionsschluss war ihr Zustand immer noch kritisch. Die Mädchen sind Mitglieder einer afghanischen Familie und konnten vermutlich nicht schwimmen.

Badegäste halfen schnell
Wie ein Sprecher des BRK-Kreisverbands der Wasserwacht berichtete, sei der Ball beim Spielen in tieferes Wasser geflogen. Die Achtjährige sei hinterher und untergegangen. Daraufhin habe das ältere Mädchen das jüngere retten wollen, sei dabei aber selbst in Not geraten. Eine 19-jährige Verwandte der beiden habe daraufhin eine der beiden aus dem Wasser gezogen, ein Badegast die andere, das Ganze noch bevor die von Zeugen gerufenen Retter am Ort waren und die Wiederbelebung aufnahmen.
Familie der Mädchen spricht kein Deutsch
Die Angehörigen der Mädchen wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Feuerwehr, Wasserwacht und DLRG hatten es schwer, den Unfallhergang nachzuvollziehen, da die afghanische Familie kaum Deutsch spricht. Die Polizei bittet daher um Zeugenaussagen: Wer etwas beobachtet hat, ruft unter 2910-0 an.
Sein Freund meldete ihn als vermisst
Etwas früher am Samstagnachmittag gab es auch am Königssee ein Badeunglück. Ein 26-Jähriger aus Neumarkt in der Oberpfalz ertrank, nachdem er mit seinem Freund ins Wasser gegangen war. Als es dem Freund zu kalt wurde und er wieder an Land wollte, war der 26-Jährige verschwunden. Und blieb es, sodass der Notruf verständigt wurde. Feuerwehrleute bargen den Verunglückten in Nähe der Seeklause und reanimierten ihn. Aber vergeblich, er starb am Seeufer.

Rettung durch Handy
Am Kochelsee gerieten, auch am Samstag, fünf Stand-up-Paddler in Not. Die Gruppe wollte im Wasser vom Brett aus den Sonnenuntergang betrachten, verlor dann aber im Dunkeln und bei starkem Wellengang die Orientierung. Die Wasserwacht las die Paddler erschöpft, von einander abgetrieben und an ihre Bretter geklammert auf. Einer hatte kein Paddel mehr. Nur aus einem Grund wurden sie gesucht und gefunden: Sie hatten Handys dabei, gaben damit Notsignale. „Ohne Handys hätte es viel schlimmer ausgehen können“, so eine Mitarbeiterin der Kreiswasserwacht.