Herbststurm: So richtest du deine verdrehte Sat-Schüssel wieder perfekt aus

Herbst- und Winterstürme können es in sich haben. Vor allem starke, böenartige Winde entwickeln große Kräfte, die die Sat-Schüssel verdrehen können. Mit welchen Folgen und was kann man dagegen tun?
Herbst- und Winterstürme können es in sich haben. Vor allem starke, böenartige Winde entwickeln große Kräfte, die die Sat-Schüssel verdrehen können. Mit welchen Folgen und was kann man dagegen tun?
Nach starken Stürmen ist es immer wieder so, dass der Satellitenempfang mehr oder weniger zu wünschen übrig lässt. Zwar klappt der Empfang, zumindest wie man meint, nach wie vor perfekt, aber es kommt doch immer wieder zu Klötzchenbildungen und teilweise sogar kürzeren Aussetzern. Dieser Effekt verstärkt sich mit zunehmender Bewölkung und kann bereits bei leichtem Regen zu einem Totalausfall führen.
Dass dieses funktioniert einwandfrei und auf einen Schlag gar nicht mehr, ist eine typische Folgeerscheinung der digitalen Rundfunkübertragung. Dieser Effekt tritt also nicht nur beim digitalen Satellitenfernsehen, sondern unter anderem auch beim Antennenfernsehen DVB-T2 und bei Digitalradio DAB+ auf. Im Wesentlichen kennen alle diese Übertragungsarten nur zwei Signalzustände. Ungestörter Empfang ist ab der sogenannten Mindestansprechschwelle möglich. Sie ist kein in Stein gemeißelter Wert, sondern hängt vom Fehlerschutz ab, der bei DVB-S/S2 und DVB-T/T2 dem Multiplex und bei DAB+ dem Programm spendiert wird. Je besser der Fehlerschutz ist, umso weniger Dezibel über dem Grundrauschen braucht es für einwandfreien Empfang. Dieser ist gegeben, sobald diese Mindestschwelle überschritten wird. Direkt an dieser Grenze kommt es zu den gefürchteten Klötzchenbildungen.
Warum verschlechtert sich der Sat-Empfang nach einem Sturm?
Schuld an der Misere sind sich mit der Zeit lockernde Schrauben und Muttern. Auch wenn diese im Zuge der Antennenmontage fest angezogen wurden, so können sie sich im Laufe der Jahre gelockert haben. Selbst eine geringfügige Lockerung genügt, damit die Schüssel ein kleines Wenig vom Wind verdreht werden kann. Die Rede ist dabei von Dimensionen im Millimeter- beziehungsweise Zehntelgrad-Bereich. Das genügt bereits für eine merkliche Verschlechterung des Satellitenempfangs, da die Schüssel nun nicht mehr exakt den Satelliten anpeilt, sondern knapp an ihm vorbeischaut. Dass trotzdem noch mehr oder weniger guter Empfang gegeben ist, ist dem Öffnungswinkel der Schüssel zu verdanken.
Antenne ist festgeschraubt – und der Empfang trotzdem schlechter?
So unglaublich das klingt, aber das kann es wirklich geben: Selbst dann, wenn die Antenne felsenfest am Mast und auch die Elevationseinstellung festgeschraubt ist. Die Ursache liegt in solchen Fällen beim Antennenmast – zumindest bei der Variante, bei der ein entsprechend langes Rohr durch eine Dachdurchführung bis in den Dachboden geführt und etwa an der Wand und/oder einem Sparren mit Schellen befestigt wurde. Hat sich hier die Verschraubung etwas gelockert, steckt der Antennenmast mitunter nur locker in den Schellen und kann so vom Wind verdreht werden. Also gilt es, als Erstes den Mast festzuschrauben. Um in Zukunft ein abermaliges Verdrehen zu unterbinden, empfiehlt sich, durch das Rohr ein Loch zu bohren, mit dessen Hilfe es im Dachboden zusätzlich vor Verdrehen gesichert werden kann.

Sturmvorbereitung: Was kann man vorbeugend an der Antenne prüfen?
Jetzt ist die beste Zeit, die Sat-Schüssel auf festen Halt zu prüfen. Dazu ist zu kontrollieren, ob alle Schrauben und Muttern fest sind. Dies beinhaltet nicht nur die Muttern der Masthalterung, sondern auch die Muttern und/oder Schrauben der Elevationseinstellung. Auch das Feedgestänge ist bei vielen Antennenmodellen mit Schrauben fixiert. Weiter gilt es nachzusehen, ob der Reflektor noch gut hält. Auch der wurde schon ab und an vom Wind „mitgenommen“. Zuletzt gilt es auf die LNB-Schelle zu achten – auch da kann sich was gelockert haben.

Fertig? Keineswegs! Denn auch die Konstruktion, an der die Antenne befestigt ist, gilt es zu kontrollieren. Besonders bei Wandhalterungen können sich vor allem die oberen Schrauben bereits bedenklich gelockert haben. Erst nachdem alle Schrauben und Muttern den geforderten Halt haben, kann man daran gehen, sich der Ausrichtung der Schüssel zu widmen. Das klingt zunächst zwar etwas kontraproduktiv, gewährleistet aber, dass die Anlage zumindest mechanisch in ordnungsgemäßem Zustand ist. Erst unter dieser Voraussetzung lässt sich eine zuverlässige Ausrichtung der Antenne vornehmen.
Was kann man vorbeugend tun?
Jetzt ist die beste Zeit, die Sat-Schüssel auf festen Halt zu prüfen. Dazu ist zu kontrollieren, ob alle Schrauben und Muttern fest sind. Dies beinhaltet nicht nur die Muttern der Masthalterung, sondern auch die Muttern und/oder Schrauben der Elevationseinstellung. Auch das Feedgestänge ist bei vielen Antennenmodellen mit Schrauben fixiert. Weiter gilt es nachzusehen, ob der Reflektor noch gut hält. Auch der wurde schon ab und an vom Wind „mitgenommen“. Zuletzt gilt es auf die LNB-Schelle zu achten. Auch da kann sich was gelockert haben.
Fertig? Keineswegs! Denn auch der Konstruktion, an der die Antenne befestigt ist, gilt es zu kontrollieren. Besonders bei Wandhalterungen können sich vor allem die oberen Schrauben bereits bedenklich gelockert haben. Erst nachdem alle Schrauben und Muttern den geforderten Halt haben, kann man daran gehen, sich der Ausrichtung der Schüssel zu widmen. Das klingt zunächst zwar etwas kontraproduktiv, gewährleistet aber, dass die Anlage zumindest mechanisch in ordnungsgemäßen Zustand ist. Erst unter dieser Voraussetzung lässt sich eine zuverlässige Ausrichtung der Antenne vornehmen.

Wie die Ausrichtung kontrollieren?
Zunächst stellt sich die Frage, was man dazu braucht. Hier bieten sich mehrere Optionen an. Die komfortabelste wäre, die Antenne mit einem Sat-Messempfänger neu auszurichten. Neben professionellen Geräten für bis zu mehrere tausend Euro gibt es auch einfache Modelle ab etwa 100 Euro. Sie sind, vereinfacht ausgedrückt, akkubetriebene Sat-Receiver mit integriertem Bildschirm im Taschenbuchformat. Solche Geräte wird man gewöhnlich nur bei Sat-Freaks finden.
Als günstige Alternative bieten sich einfache Satfinder an. Sie werden im Rahmen von etwa 12 bis 35 Euro angeboten und begnügen sich gewöhnlich mit einem simplen analogen Zeigerinstrument und einigen LEDs, die etwa die vom Receiver ausgegebene Spannung signalisieren.
Beide Varianten sind insofern praktisch, weil damit die Messungen direkt an der Antenne vorgenommen werden und man selbst live beobachten kann, welche Folgen die gerade gesetzten Handlungen mit sich bringen – etwa, ob das Signal besser oder schlechter wird.
Als dritte Option bietet sich die Signalstärkeanzeige des Receivers an. Je nach Modell verfügt dieser entweder über zwei Balkenanzeigen für Signalstärke und -qualität mit jeweiliger Prozentangabe oder er gibt die Stärke des Nutzsignals über dem Grundrauschen als Zahlenwert in Dezibel an. Häufig sind diese Informationen in der nach jedem Programmwechsel eingeblendeten Infobox enthalten. Weiter können Signalstärke und -qualität auch im Sendersuchlauf-Menü oder als eigenständiger Menüpunkt dauerhaft angezeigt werden. Diese in Echtzeit ausgegebenen Werte gilt es zu beobachten. Idealerweise erfolgt das Ausrichten der Antenne bei dieser Variante mit zwei Personen, von denen eine die Signalstärkeanzeigen und das Geschehen am Bildschirm beobachtet, während die zweite an der Schüssel hantiert. Beide halten direkte Verbindung zueinander, etwa über das Smartphone. Schließlich muss die Person am TV die gesetzten Aktionen an der Schüssel unmittelbar kommentieren. Nur so kann es gelingen, die perfekte Ausrichtung des Spiegels zu erreichen.

Schritt für Schritt: So führst du das Feintuning der Sat-Schüssel durch
Als Erstes gilt es festzustellen, welche Einstellungen nach dem Sturm zu korrigieren sind. Dazu bleibt die Antenne festgeschraubt, wie sie ist. Während die Signalanzeige beobachtet wird, ist der Reflektor an der Westseite der Antenne etwas nach hinten zu drücken. Steigt währenddessen das SNR etwas an, ist das das Zeichen dafür, dass die Antenne etwas in Richtung Osten verdreht wurde, womit sie geringfügig nach Westen zu schwenken sein wird. Zur Gegenprobe ist der Reflektor auch an der Ostseite etwas nach rückwärts zu drücken. Im beschriebenen Fall muss währenddessen das SNR weiter sinken. Nachdem die meisten Stürme von Westen in Richtung Osten ziehen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die Schüssel etwas in Richtung Osten verdreht wurde.
Weiter ist auf gleiche Weise die Elevationseinstellung zu prüfen. Dazu wird als Erstes das obere Ende des Reflektors nach hinten gedrückt. Steigt das Signal währenddessen an, ist die Elevation etwas anzuheben. Die Ursache dafür liegt normalerweise nicht am Sturmgeschehen, sondern darin, dass sich etwa der Ausleger einer Wandhalterung aufgrund des Gewichts der Antenne etwas nach unten verbogen hat. Dies ist ein Prozess, der im Laufe mehrerer Jahre gar nicht so selten bei Wandhalterungen aus Aluminium auftritt.
Bevor man das Neuausrichten der Schüssel in Angriff nimmt, muss man sich darüber im Klaren sein, dass es sich hier um Millimeterarbeit handelt. Ist nach einem Sturm nur noch unzureichender Empfang gewährleistet, heißt das nicht weniger, als dass die Schüssel noch immer auf den Satelliten zeigt – nur eben nicht mehr genau. Demnach gilt es, an der Antennenausrichtung nur ein Feintuning vorzunehmen. Dazu empfiehlt sich, die Muttern der Mastschelle(n) nur so weit zu lockern, dass sich die Antenne gerade schon drehen lässt. Im Zuge des Lockerns der Muttern neigt sich die Schüssel etwas weiter nach unten, was einer geringen Veränderung der Elevationsausrichtung gleichkommt. Deshalb wird sich die Signalstärke des gerade empfangenen Transponders etwas verringern. Dies sollte zunächst nicht beunruhigen. Jedenfalls gilt es nun, die Antenne ausgesprochen feinfühlig in die ermittelte Richtung zu drehen. Währenddessen gilt es, die Signalstärke zu beobachten und mit ihrer Hilfe die Schüssel auf Maximalausschlag einzustellen.
Mitunter gelingt das bereits, indem man die vorhin etwas gelockerten Muttern der Masthalterung gleich wieder anzieht – allerdings zunächst an der Seite, in die die Schüssel bewegt werden soll. In geringem Ausmaß macht sie das nämlich bereits, während man die betreffende Mutter wieder festmacht.

Richtig Festschrauben: Warum diagonales Anziehen entscheidend ist
Damit die Antenne dauerhaft exakt ausgerichtet bleibt, sind alle Schrauben fest anzuziehen – sowohl die für die Elevationseinstellung als auch die Mastschellen. Doch Achtung! Zieht man, von hinten gesehen, die rechte Mutter an, wird die Antenne etwas nach Westen geschoben, womit sie das Signalmaximum wieder verlässt. Durch Festziehen der linken Mutter wird die Antenne wieder nach Osten gezogen. Damit sie jedoch insgesamt auf ihrer eingestellten Position bleibt, empfiehlt sich, beide Muttern abwechselnd mit je einer Umdrehung zuzuschrauben und währenddessen die Signalstärke zu beobachten. Wird trotz nun wieder optimaler Ost-West-Ausrichtung nach dem Festschrauben nicht mehr der eben noch gemessene SNR-Wert erreicht, deutet das auf eine unzureichende Elevationseinstellung hin.

Wie erkennt man Fehler bei der Elevationseinstellung?
Dazu sind die Schritte des Reflektor-nach-hinten-Biegens noch einmal zu wiederholen, wobei noch beim Nach-hinten-Drücken an der Ost- und Westseite das SNR jeweils sinken sollte. Was ein Zeichen dafür ist, dass man schon mal die korrekte Ost-West-Ausrichtung gefunden hat. An ihr wird in der Folge auch nichts mehr verändert.
Im nächsten Schritt wird die Elevationseinstellung kontrolliert, indem noch einmal die Ober- und Unterkante des Reflektors nach hinten gedrückt werden. Steigt die Signalstärke über dem Grundrauschen an, wenn man an der Oberseite drückt, deutet das auf einen zu geringen Elevationswinkel hin. Also sind die Elevationsschrauben an der Schüssel etwas zu lockern – gerade so viel, dass sich der Reflektor bereits heben und senken lässt. In dieser Position ist, abermals unter laufender Beobachtung des SNR-Werts, der Maximalausschlag zu ermitteln. Ist dieser erreicht, sind die Elevationsschrauben wieder fest zuzudrehen.
Fazit
Bevor es ans erneute Ausrichten der Antenne geht, gilt es, die Ursache für die Verdrehung zu ermitteln. Hier könnte auch ein lockerer Mast die Ursache sein. Weiter muss man sich im Klaren sein, dass das Neuausrichten der Schüssel absolutes Feintuning ist, bei dem es nur um geringfügige Anpassungen beim Drehen oder Schwenken geht. Wichtig ist, während der Einstellarbeiten die Signalstärke (SNR) ständig im Blick zu haben. Dies geht am einfachsten mit einem Messgerät vor Ort. Aber auch zu zweit über die Signalanzeigen des Empfangsgeräts am TV ist dies ohne Weiteres möglich.