Ist Deutschland für die Drohnen-Abwehr fremder Staaten gerüstet? Hersteller aus Rostock zweifelt

Hersteller warnt: Deutschland „aktuell nicht gewappnet, um Drohnen gescheit abzuwehren“

Stand: 16.10.2026, 08:02 Uhr

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Der Drohnenhersteller CiS-Drohnensysteme warnt vor einer unzureichenden Drohnenabwehr in Deutschland. Nötig sei eine Kette aus verschiedenen Lösungen, so Geschäftsführer Tom Kaufmann.

Rostock – Der deutsche Drohnenhersteller CiS-Drohnensysteme sieht erhebliche Lücken bei der Abwehr unbemannter Fluggeräte in Deutschland. „Ich finde nicht, dass die Bundesrepublik aktuell gewappnet ist, um Drohnen gescheit abzuwehren“, sagt Geschäftsführer Tom Kaufmann im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Eine einzelne Insellösung – von denen es derzeit viele gebe – reiche angesichts der unterschiedlichen Drohnentypen auf dem Markt nicht aus. Stattdessen brauche es ein mehrstufiges System, das verschiedene Erkennungs- und Abwehrverfahren miteinander verbindet, erklärt Kaufmann. Besonders bereiten ihm Drohnen Sorgen, die ohne Satellitennavigation und über Glasfaser gesteuert werden können. Das eigene Modell könne damit nach seinen Angaben sogar ein Marinearsenal in Deutschland erreichen, ohne dass derzeit jemand wirksam dagegen vorgehen könne. Sehen Sie die Drohne im Video.

Abwehrsysteme funktionieren offenbar nicht gegen eigene Drohnen

Funkbasierte Abwehrsysteme, wie sie Deutschland beschafft habe, funktionierten zwar gegen viele chinesische Drohnen, seien gegen das eigene System jedoch wirkungslos, sagt der Geschäftsführer. Die Drohne des Herstellers CiS kann laut Unternehmen bis zu 75 Minuten fliegen, fünf Kilogramm Nutzlast transportieren und eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern erreichen. Derzeit produziert CiS-Drohnensysteme nach eigenen Angaben zehn Exemplare pro Monat. Innerhalb von zwei Jahren soll die Kapazität auf 300 Drohnen jährlich steigen. Das Unternehmen beschäftigt 30 Mitarbeiter. Zu den Kunden gehören Industrieunternehmen, Sicherheitsfirmen und zivile Behörden. Je nach Ausführung und Anforderungen kostet ein System zwischen 30.000 und 80.000 Euro. Spezialausstattungen könnten den Preis weiter erhöhen.