"I'll be gone in June" gewinnt Hessischen Film- und Kinopreis
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Verleihung im Deutschen Filmmuseum Hessischer Film- und Kinopreis für "I'll be gone in June"
"I'll be gone in June" von Katharina Rivilis hat den Hessischen Film- und Kinopreis als bester Spielfilm gewonnen. Ein weiterer Preis geht an den Dokumentarfilm "Sieben Kreise der Hölle". Die Preisverleihung fiel in diesem Jahr deutlich bescheidener aus als in den Vorjahren.
Szenenbild aus “I’ll be gone in june” Bild © DCM Film Distribution GmbH
"I'll be gone in June", der erste lange Spielfilm von Katharina Rivilis, hat den Hessischen Film- und Kinopreis als bester Spielfilm gewonnen. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt die in Berlin lebende Regisseurin am Freitagabend bei einer Festveranstaltung im Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt.
Das Roadmovie folgt der 16-jährigen Franny, die 2001 als Austauschschülerin nach New Mexico kommt und dort die Folgen des Attentats vom 11. September erlebt.
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00:45 Min. |Jan Tussing
Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite
"Persönliche Erinnerung, historische Zäsur und jugendliche Sehnsucht verschmelzen zu einem Kinoerlebnis von großer sinnlicher Kraft", urteilte die Jury. Nominiert als bester Spielfilm waren außerdem "A sad and Beautiful world" von Cyril Aris und "Vaterland" von Pawei Pawlikowski.
Dokumentarpreis für Film über Ukrainekrieg
Als besten Dokumentarfilm wählte die Jury "Sieben Kreise der Hölle" von Andrzej Klamt. Der Film porträtiert Menschen im Ukraine-Krieg, der Filmtitel spielt auf Dantes "Die Göttliche Komödie" an, wo der siebte Kreis der Hölle den Gewalttätigen vorbehalten ist. Er kommt 2027 in die Kinos.
"Der Film kommt seinen Protagonisten nah, ohne sie jemals auszustellen. Entstanden sind kurze Portraits über Menschen, denen der Krieg alles genommen hat", begründet die Jury.
Das Preisgeld beträgt ebenfalls 15.000 Euro. Nominiert als bester Dokumentarfilm waren außerdem "Haus 4" von Philipp Schaeffer und "IOS Across the Borders (The Beauty of Ballroom)" von Sze-Wei Chan.
Gala kostete 500.000 Euro
Die Verleihung der insgesamt elf Auszeichnungen fand in diesem Jahr in kleinem Rahmen im Kino des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums Frankfurt statt. Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) hatte zuvor als Gastgeber erklärt, auf eine Gala werde in diesem Jahr verzichtet.
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03:58 Min. |09.10.26, 19:30 Uhr|hr
Weniger Prunk beim Film- und Kinopreis
Bild © hr
Die Kosten der Red Carpet-Veranstaltung in der Alten Oper hatten sich im vergangenen Jahr auf über 500.000 Euro belaufen. Das sei angesichts der Haushaltslage nicht zu vertreten, an den Preisgeldern habe man aber auch nicht sparen wollen.
Im nächsten Jahr wolle man den Preis aber wieder größer feiern, denn: "Wir brauchen mehr denn je Orte für ein solidarisches Miteinander — nicht nur in der Kunst und Kultur, sondern in der ganzen Gesellschaft", so Gremmels. Sein Versprechen: "Wir finden eine größere Location. Das sage ich schon mal zu."
Timon Gremmels: “Wir finden eine größere Location” Bild © picture alliance/dpa | Florian Wiegand
Newcomer-Preis an Kasseler Bongard
Den Preis für das beste Drehbuch erhielt das Drama "Brennende Haut" von Behrooz Karamizade und Sanaz Ghotb über eine Familie im Iran. Als "Bester Kurzfilm" wurde "Bleifrei 95" von Emma Hütt und Tina Muffer ausgezeichnet.
Bester Hochschulabschlussfilm wurde "Blut und Wasser" von Nathalie Linke und Johanna Best von der Hochschule Darmstadt. Sie erhalten je 5.000 Euro.
Der Newcomer-Preis, über dessen Vergabe der Kunst- und Kulturminister entscheidet, ging an den Regisseur und Drehbuchautor Joscha Bongard aus Kassel. Er hat mit "Babystar" in diesem Jahr seinen Debütfilm vorgelegt.
"Joscha Bongard behandelt in seiner scharf analysierenden Mediensatire Fragen, die uns gesellschaftlich und zunehmend auch politisch beschäftigen", begründete Gremmels seine Entscheidung.
Queeres Engagement, Literatur-Adaption und Schauspiel-Leistung
Einen Sonderpreis, den erstmal ausgelobten "GMS RESPECT Award", erhielten Karin Hanczewski (bekannt als Dresdner Tatort-Kommissarin) und Godehard Giese.
Karin Hanczewski (re.) und Godehard Giese: Auszeichnung in der Kategorie “QMS Respect Award”. Bild © picture alliance/dpa | Florian Wiegand
Sie initiierten 2021 die Coming-out Aktion #ActOut, mit der 185 Schauspielerinnen und Schauspieler sich als schwul, lesbisch, bi, queer, nicht-binär und trans outeten und verschlossene Türen in Sendern und Theatern kritisierten.
Szene aus “Heimsuchung” mit Susanne Wolff und Lars Eidinger. Bild © Studiocanal/Ziegler Film
Der Wiesbadener Regisseur und Drehbuchautor Volker Schlöndorff erhielt den "Preis der Frankfurter Buchmesse für die beste Adaption" für seine Verfilmung von Jenny Erpenbecks Roman "Die Heimsuchung".
"'Heimsuchung' ist eine Adaption, die Geschichte nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. Volker Schlöndorff verfilmte Erpenbecks Bestseller mit großer Klarheit", begründete Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, seine Entscheidung.
Der Hessische Rundfunk hat zudem den "Schauspielpreis des Hessischen Rundfunks" verliehen. Er ging an das neue Ermittlerduo des hr-Tatorts, Melika Foroutan und Edin Hasanovic, die seit Herbst 2025 in Frankfurt ermitteln.
Tatort “Fackel” – Hamza Kulina (Edin Hasanovic) und Maryam Azadi (Melika Foroutan). Bild © hr/ARD Degeto Film/Sommerhaus/Philipp Sichler
Preise an 21 Kinos
Neben den Filmpreisen werden im Rahmen der Veranstaltung auch die hessischen Kinopreise verliehen. Sie sind, wie im Vorjahr, mit insgesamt 215.000 Euro dotiert. Diese verteilen sich an 21 kommerzielle und zehn nicht-gewerbliche Kinos.
Mit den Hauptpreisen und jeweils 20.000 Euro werden das Kino Traumstern in Lich (Gießen) und das Mal Seh'n Kino in Frankfurt ausgezeichnet. Das Harmonie Kino in Frankfurt erhält den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis der Kino-Jury für "sein herausragendes Engagement in der Publikumsansprache".