HFC im Aufwind, Aue angeschlagen: Brisantes Verfolgerduell in der Regionalliga

FC Erzgebirge Aue - Hallescher FC

AUDIO: HFC vor richtungsweisendem Duell in Aue (1 Min)

Fußball | Regionalliga

Aue empfängt den HFC: Von der Angst, den Anschluss zu verlieren

Stand: 16.10.2026 13:31 Uhr

Erzgebirge Aue empfängt den Halleschen FC am Sonntag zu einem brisanten Verfolgerduell in der Regionalliga Nordost. Während Aue nach drei Niederlagen in Serie unter Druck steht, reist der HFC mit vier Siegen am Stück an.

von Oliver Leiste, SPORT IM OSTEN

Wenn Erzgebirge Aue am Sonntag den Halleschen FC empfängt (ab 14 Uhr live im SpiO-Audiostream und Ticker), ist das zumindest vom Namen her nicht nur eines der Topspiele des Spieltags in dieser an Highlights so reichen Regionalliga Nordost. Es treffen auch die beiden Teams der Nordost-Staffel aufeinander, die zuvor am längsten ununterbrochen im Profifußball unterwegs waren. Und beide Vereine wünschen sich nichts sehnlicher, als in die 3. Liga zurückzukehren. Mindestens.

Aue steckt vor Prestigeduell in einer Ergebniskrise

Doch die Vorzeichen vor der Partie könnten besser sein, die Vorfreude scheint bei beiden Teams gedämpft. Bei Erzgebirge Aue lässt sich das Gefühl leicht erklären. Die Veilchen kassierten zuletzt drei Niederlagen in Serie. Auf die überraschende Heimpleite gegen Chemie Leipzig folgte das Aus im Sachsenpokal gegen Eilenburg. Zu allem Übel unterlag Aue dann noch beim Greifswalder FC und blieb dabei zum zweiten Mal in dieser Saison ohne eigenen Treffer. Das Spektakel aus der Anfangsphase der Saison ist einer eigentümlichen Schwermut gewichen. Trainer Khvicha Shubitidze wirkt angeschlagen.

Defensive bleibt das größte Problem der Veilchen

Die meisten Sorgen bereiten dem 52-Jährigen die wacklige Abwehr der Erzgebirger. Kein Team in der Spitzengruppe, zu der Aue gerade eben noch gehört, hat so viele Gegentore kassiert wie sein eigenes. 17 Treffer musste der FCE in 12 Spielen bereits hinnehmen. Schon Anfang August, nach dem umjubelten Last-Minute-Sieg gegen den BFC Dynamo, sagte Shubitidze: "Vorne sind wir immer in der Lage ein Tor zu schießen. Aber defensiv sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen." Seitdem sind zwei Monate vergangen. Wirklich verbessert hat sich die Situation nicht. Aue hat in dieser Woche reagiert und Ali Loune zurückgeholt. Der Defensivmann, der bereits in der Saison 2024/25 im Lößnitztal gekickt hatte, soll helfen, die löchrige Abwehr zu stabilisieren.

Offensive verliert an Durchschlagskraft

Inzwischen hakt es jedoch auch in der Offensive. Gegen Greifswald präsentierten sich die Veilchen vor allem in der ersten Hälfte deutlich überlegen, ein Tor gelang ihnen aber nicht. "Ich weiß nicht, was den Spielern da durch den Kopf gegangen ist", sagte Shubitidze anschließend. Stattdessen nutzte Greifswald eine der wenigen Situationen zum Sieg.

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Schon gegen Chemie Leipzig war Ähnliches zu beobachten. Dass Torjäger Marcel Bär in dieser Saison aufgrund von Verletzungen nur selten in Topform zur Verfügung stand, kommt erschwerend hinzu. Trotzdem freut sich Shubitidze auf das Duell mit dem HFC: "Ich spiele lieber gegen Mannschaften, die auf Augenhöhe sind und die mitspielen wollen. Ich glaube nicht, dass sich der HFC gegen uns so hinten reinstellt."

Hallescher FC punktet konstant, überzeugt aber nicht immer

Die Stimmung beim Halleschen FC ist derweil schwerer zu greifen. Mit 25 Punkten liegen die Hallenser als Dritter in Schlagdistanz zu Tabellenführer Chemnitzer FC (29). Zuletzt gelangen vier Siege in Serie. Die Abwehr ist mit neun Gegentoren die zweitbeste der Liga. Der HFC ist also im Soll – sollte man meinen. Wirklich Euphorie kommt an der Saale dennoch nicht auf. Gegen den RSV Eintracht quälten sich die Rot-Weißen trotz doppelter Überzahl zu einem 1:0-Erfolg. Trainer Robert Schröder verstieg sich anschließend zu bissigen Kommentaren. Der 38-Jährige steht aufgrund der Spielweise seines Teams immer wieder in der Kritik der Fans – und reagierte darauf wiederholt dünnhäutig.

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Warum die Kritik an HFC-Trainer Robert Schröder nicht verstummt

Schröders bisweilen zur Schau getragene Genervtheit ist dabei durchaus berechtigt. Die Saalestädter betreiben im Spielaufbau bisweilen riesigen Aufwand und schaffen es häufig, die Gegner tief in die eigene Hälfte zu drücken. Was fehlt sind Genauigkeit beim letzten Pass und Präzision und Entschlossenheit im Abschluss. Gegen Stahnsdorf war das so, aber auch bei der einzigen Saisonniederlage gegen Altglienicke.

Die bislang 19 Tore sind die wenigsten aller Spitzenteams. Trotzdem hat der HFC den aktuell besten Torschützen der Liga in seinen Reihen. Doch es passt ins Bild, dass das mit Niclas Stierlin (8 Tore) ein Mittelfeldmann ist und nicht Stanley Ratifo oder Soufian Benyamina, denen man diese Rolle vor der Saison definitiv eher zugeschrieben hätte.

Richtungsweisendes Spiel für den Aufstiegskampf

Beim Duell am Sonntag treffen also zwei Teams aufeinander, die gerade nicht vor Offensiv-Power strotzen. Für Aue könnte eine Niederlage bis auf Weiteres das vorläufige Ende ihrer Aufstiegsträume bedeuten – und zugleich eine handfeste Krise auslösen. Ein Sieg dagegen dürfte für neuen Schwung im Erzgebirge sorgen. Der Hallesche FC will derweil seine Erfolgsserie ausbauen und hofft darauf, im Windschatten der Spitzenteams Chemnitz und Erfurt eine Euphorie zu entwickeln, die das Schröder-Team im Saisonverlauf an diesen beiden noch vorbeiträgt.

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