Highfield endet zwischen Abschiedsschmerz und Hoffnung
AUDIO: One Last Dance - Das Ende des Highfield-Festivals (6 Min)
Last Dance
Stand: 16.08.2026 19:16 Uhr
Bei hochsommerlichen Temperaturen ist das vorerst letzte Highfield-Festival am Störmthaler See am Wochenende über die Bühne gegangen. Die Veranstalter sehen das Festival wirtschaftlich an seiner Grenze. Beschäftigte, Fans und Unternehmen in der Region waren deshalb mit gemischten Gefühlen unterwegs.
von MDR SACHSEN
Etwa 28.000 Menschen haben seit Donnerstag am Störmthaler See das Highfield-Festival gefeiert. Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad zeigte sich das Festivalgelände zum Auftakt ungewohnt entspannt. Statt ausgelassener Partystimmung prägten zunächst lange Schlangen an Wasser- und Eisständen das Bild. Viele suchten zunächst Abkühlung am See.
Wasserstellen waren im Vergleich zu den Bierständen am Freitag besonders gefragt.
Parallelwelt Festivalgefühl
Für viele Besucher gehört das Highfield inzwischen fest zum Festival-Sommer. Ein Gast aus Leipzig sagte: "Das Festival muss man halt auch mitnehmen. Das lohnt sich." Ein anderer schwärmte vom besonderen Festivalgefühl, einer "Parallelwelt", in der für ein Wochenende der Alltag in den Hintergrund rücke.
Für viele Festivalgäste könnte es das letzte Mal sein, dass sie ihre Zelte beim Highfield am Störmthaler See aufschlagen.
Besonders groß war die Vorfreude vieler Besucher auf Kraftklub. Die Band wurde in mehreren Gesprächen mit MDR SACHSEN als Höhepunkt des Wochenendes genannt. Und sie lieferten ab. Sie waren am Sonnabend der Headliner auf der Hauptbühne und wurden von ihren Fans gefeiert.
Beatsteaks und Marteria als Publikumsmagneten
Musikalisch setzte das Festival auch in diesem Jahr auf bekannte Namen der deutschen Rock- und Indie-Szene. Zu den Hauptacts gehörten die Beatsteaks, Marteria, Feine Sahne Fischfilet oder Deine Cousine.
Abschiedsstimmung spürbar
Für viele Gäste ging es am Wochenende um mehr als nur die Musik. Über dem Festivalgelände lag auch ein Gefühl des Abschieds. Schließlich soll das Highfield nach den bisherigen Plänen der Veranstalter im kommenden Jahr pausieren.
"Wir haben noch gar nicht realisiert, dass es jetzt dann irgendwie vorbei ist", sagte ein Festivalbesucher. Ein anderer ergänzte: "Fühlt sich noch nicht so an, als würde es nächstes Jahr nicht einfach weitergehen." Die angekündigte Pause wirkt auf viele Besucher noch unwirklich.
Festivalsprecher Jonas Rhode zufolge sind die Kosten für ein Festival wie das Highfield stark gestiegen.
Veranstalter verweist auf stark gestiegene Kosten
Beim Veranstalter FKP Scorpio ist die Wehmut ebenfalls spürbar. Pressesprecher Jonas Rhode spricht von keiner leichten Entscheidung. Die Produktionskosten seien seit der Corona-Pandemie um rund 45 Prozent gestiegen. Betroffen seien unter anderem Material, Personal, Energie und Künstlergagen. Zudem liegen die Besucherzahlen derzeit unter früheren Spitzenwerten. Während in diesem Jahr rund 28.000 Menschen erwartet wurden, kamen in den erfolgreichsten Jahren nach Veranstalterangaben bis zu 35.000 Besucher.
Ticketpreise haben Limit erreicht
"Die Produktionskosten sind so stark gestiegen, dass sich das Format in dieser Form nicht mehr rechnet", sagte Rhode MDR SACHSEN. Die Ticketpreise könnten nicht in gleichem Maße angehoben werden. "Wir haben das Limit erreicht, wo es vertretbar ist für die Leute."
Anfang der Woche sagte Semmel-Concerts-Geschäftsführer Dieter Semmelmann: "Wir hoffen, in den kommenden Monaten ein neues Konzept entwickeln zu können, das wirtschaftlich tragfähig ist und die Zukunft des Festivals sichert." Wie es mit dem Festival nach der angekündigten Pause weitergeht, lässt der Veranstalter offen. "Wir konzentrieren uns jetzt erstmal voll auf dieses Wochenende und danach müssen wir mal ganz in Ruhe weitersehen", sagte Rhode.
Das Highfield-Festival am Störmthaler See wird zumindest im kommenden Jahr eine Pause einlegen. Die weitere Zukunft ist ungewiss.
Rund 5.000 Menschen arbeiten für das Festival
Für viele Beteiligte ist das Wochenende deshalb auch emotional. Nach Angaben des Veranstalters arbeiten jedes Jahr rund 5.000 Menschen auf und hinter dem Festivalgelände für das Highfield. "Es tut uns mega leid", sagte Rhode. Die Entscheidung habe man sich nicht leicht gemacht.
Festival ist Import aus Thüringen
1998 war das Highfield-Festival in Hohenfelden in Thüringen - daher der Name - gegründet worden. Ab 2010 fand es auf der Magdeborner Halbinsel im Leipziger Neuseenland ein neues Zuhause.
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MDR (kav/sthr/rkü)/dpa
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