Bei über 30 Grad unterwegs: Der GuteNachtBus bringt Hilfe direkt zu den Bedürftigen
Der Bollerwagen rumpelt über das Pflaster am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Darin stehen unter anderem Wasserflaschen, Sonnencreme und Salzgebäck. Thomas Bierholz zieht ihn durch die Mittagshitze.
Wo sonst vor allem abends Hilfe angeboten wird, ist der GuteNachtBus an diesen heißen Tagen auch schon früher unterwegs. "Ab 30 Grad gehen wir mittags raus, weil dann wird es kritisch für die Klienten“, erzählt Bierholz.
Seit 15 Jahren engagiert er sich ehrenamtlich. Gemeinsam mit Jonas Krings läuft er nicht nur über den Bahnhofsvorplatz, sondern auch durch die umliegenden Straßen und Plätze. Am Worringer Platz, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, trifft das Team auf Manuel.
Während sich Passanten ihren Weg durch die Mittagshitze bahnen, nimmt der dankbar eine Flasche Wasser und eine Tüte Chips entgegen. "Nicht angenehm", sagt er über die Temperaturen.
Hilfe wie diese sei für ihn wichtig. "Wenn man sieht, dass einer nicht so viel Geld hat zum Trinken und man selbst zwei Flaschen Wasser hat, dann sollte man eine abgeben. Gerade bei dem Wetter.“, sagt er.
Der Bollerwagen rollt weiter zurück Richtung Hauptbahnhof. Im Gebäude treffen die Ehrenamtlichen auf Michaela und Markus. Die beiden sind auf dem Weg zu einem Termin für ihre Behandlung, um Ersatzmedikamente zu erhalten, die gegen ihre Drogensucht helfen. Viel Zeit bleibt nicht, trotzdem wird kurz gesprochen.
Markus freut sich über eine Tube Sonnencreme. "Die Sonnenstrahlen sind extrem stark geworden“, sagt er. Sonnencreme könne er sich nicht leisten.
Für Thomas Bierholz sind die zusätzlichen Touren bei großer Hitze besonders wichtig. "Das Schlimme ist, dass viele die Hitze unterschätzen, nicht genug trinken und dehydrieren. Deshalb versuchen wir, präventiv zu arbeiten", sagt er und hält Ausschau nach weiteren Hilfsbedürftigen.
Als die Tour endet, ist der Bollerwagen fast leer. An einem Hitzetag verteilen die Ehrenamtlichen im Durchschnitt 30 bis 40 Liter Getränke an einem Tag.
Für Thomas Bierholz ist das ein gutes Zeichen. "Ich mache das einfach gerne. Ich habe freie Zeit und die setze ich gerne sinnvoll ein. Das gibt einem sehr viel“, sagt er lächelnd. "Die Leute fühlen sich gesehen und respektiert. Das ist eine schöne Sache."