Hilton Hotel Frankfurt schließt – wegen Sanktionen gegen iranischen Eigentümer

Stand: 27.09.2026, 06:00 Uhr

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Die Zukunft der Immobilie in der Hochstraße ist ungewiss. © Michael Schick

Ab dem 1. November sind im Hilton Hotel Frankfurt keine Zimmer mehr buchbar. Auch der Fitness Club Wave mit dem denkmalgeschützten Schwimmbad schließt bereits am 12. Oktober.

Das Hilton-Hotel in der Innenstadt steht vor dem Aus. Das Unternehmen selbst antwortet auf FR-Anfragen dazu zwar nicht, doch die Anzeichen sind eindeutig. Zimmer sind in dem Luxushotel ab dem 1. November nicht mehr buchbar. Dem Unternehmen Fitness First, das auf dem Gelände in der Hochstraße den Club „Wave“ mit dem ehemaligen Stadtbad Mitte betreibt, wurde gekündigt. Es schließt am 12. Oktober, wie das Unternehmen auf FR-Anfrage mitteilte.

Hilton Group

Unter der Hotelkette firmieren mit 20 verschiedenen Marken mehr als 7.500 Hotels in 116 Ländern. Das Hilton in der Hochstraße mit seinen 342 Zimmern und Suiten gehört zur Kernmarke und eröffnete 1998 auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbads Mitte.

Der Besitzer der Immobilie hat seitdem zweimal gewechselt. Seit 2005 steht die Tidalwave Corporation als Eigentümer im Grundbuch. Dabei handelt es sich um eine Holding mit Sitz in Amsterdam.

Hintergrund der Hotelschließung dürften die Sanktionen des US-Finanzministeriums gegen den iranischen Geschäftsmann Ali Ansari und die von ihm kontrollierte Smart Global Limited sein. Die Luxusunterkunft nahe der Alten Oper soll über ein verschachteltes Unternehmensgeflecht von dem iranischen Banker kontrolliert werden. Ansari wird nicht nur eine Nähe zum Regime in Teheran nachgesagt, sondern er soll noch dazu ein Mittelsmann von Modschtaba Chamenei sein, dem neuen Oberhaupt des Iran.

Hilton in Gravenbruch insolvent

Bereits im Februar hatte das Frankfurter Hilton die Auswirkungen der Sanktionen zu spüren bekommen, als das marktführende Buchungsportal Booking.com das Hotel in der Innenstadt nicht mehr auf seinen Internetseiten anbot. Von der Pressestelle Hilton Europe in Großbritannien hieß es seinerzeit auf Anfrage, man arbeite an einer Lösung des sehr komplexen Problems. Doch im Juli wurden die US-Sanktionen gegen Ansari und Smart Global Limited ausgeweitet. Welche Auswirkungen das für die US-amerikanische Hotelkette hat, bekam zuerst das Hilton-Hotel in Gravenbruch zu spüren. Die dortige Immobilie hat die gleiche Besitzerstruktur. Im Juli musste das Haus Insolvenz anmelden; der Insolvenzverwalter durfte nicht mal auf eingefrorene Gelder zugreifen, um den Betrieb fortzuführen.

Doch im Juli wurden die US-Sanktionen gegen Ansari und Smart Global Limited ausgeweitet. Welche Auswirkungen das hat für die US-amerikanische Hotelkette hat, bekam als erstes das Hilton Hotel in Gravenbruch zu spüren. Die dortige Immobilie hat die gleiche Besitzerstruktur. Im Juli musste das Haus Insolvenz anmelden und der Insolvenzverwalter durfte nicht mal auf eingefrorene Gelder zugreifen, um den Betrieb fortzuführen.

Wie es mit dem Hotel in der Hochstraße und den mehr als 100 Beschäftigten weitergeht, ist ungewiss. Unter den derzeitigen Voraussetzungen dürfte sich schwerlich ein anderer Betreiber finden lassen. Schmerzlicher dürfte für die Frankfurter:innen aber die Schließung des beliebten Fitnessclubs samt Schwimmbad sein.

Öffentlichkeit nutzt Schwimmbad noch

Das ehemalige Stadtbad Mitte wurde 1960 eröffnet und bereits Ende der 80er Jahre stillgelegt, weil es renovierungsbedürftig war. 1994 schrieb die Stadt einen Investorenwettbewerb aus, den der Immobilienentwickler CBC gewann. Bei der Vertragsunterzeichnung 1995 sicherte die Stadt der Öffentlichkeit eine 30-jährige Nutzung zu. Im November 1998 eröffnete das Hotel nebst Bad und Fitnessclub wieder.

Noch heute kann die Öffentlichkeit das denkmalgeschützte Schwimmbad von Montag bis Freitag in der Zeit von 6 bis 15.30 Uhr nutzen. Allerdings kostet der Eintritt für Nichtmitglieder zwischen 6 und 9.30 Uhr stolze 8,50 Euro. Einem FR-Leser zufolge, der sich über die anstehende Schließung beschwerte, nutzen Nichtmitglieder das Bad rege. Während der Öffentlichkeit ab Mitte Oktober die letzte Schwimmfläche in der Innenstadt verlorengeht, können Mitglieder von Fitness First das kleine Schwimmbad im Club am Opernplatz nutzen. Dort dürfte es aber „zugehen wie im Ententeich“, so der Leser.

Fitness First hat die Hoffnung auf den beliebten Standort mit Schwimmbad noch nicht aufgegeben. „Sollte sich mit einem möglichen neuen Eigentümer der Immobilie erneut die Möglichkeit ergeben, den Fitnessstudiobetrieb wieder aufzunehmen, werden wir alles daransetzen, unseren Club wieder zu eröffnen“, teilte das Unternehmen mit.