„Habe überhaupt keine Superlative mehr“: Deutscher Schwimmer durchbricht bei EM Schallmauer
Historische Marke geknackt: Deutscher Schwimmer mit Weltrekord zu EM-Gold
Stand: 15.08.2026, 20:43 Uhr
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Bei der Schwimm-EM schwimmt ein Deutscher einen neuen Weltrekord. Dabei durchbricht er eine Marke.
Paris – „Das ist unglaublich, aber wahr.“ Mit diesen Worten kommentierte ZDF-Kommentator Volker Gruber die letzten Meter des Finals über 1500 Meter Freistil in Paris. „Es ist unglaublich, es ist fantastisch und ich habe überhaupt keine Superlative mehr“, hochjauchzte er weiter, denn der Deutsche Johannes Liebmann hatte soeben einen neuen Weltrekord über diese Distanz aufgestellt.

Die Ekstase kommt nicht von ungefähr, denn der erst 19 Jahre alte Schwimmer schlug nach 14:26,79 Minuten an. Damit ist er der erste Sportler, der diese Strecke unter 14:30 Minuten geschwommen ist. Die bisherige Bestzeit stand bei 14:30,67 Minuten, die der US-Amerikaner Robert Finke bei den Olympischen Spielen vor zwei Jahren an selber Stelle aufgestellt hatte.
„War unglaublich“: DSV-Sportdirektor lobt Liebmann nach Weltrekord
„Das ist nicht zu fassen, was der hier für ein Rennen ins Becken gezaubert hat“, jubelte daher Grube zurecht. Auch sein Experte Christian Keller, der selbst einst Schwimmer war, konnte es kaum fassen. „Wir sind selten sprachlos“, konstatierte er jubelnd nach dem Erfolg von Liebermann. „Das ist unfassbar hier.“
Auch das schwimmbegeisterte Publikum zollte der deutschen Nachwuchshoffnung, die gerade erst ihre erste große Meisterschaft bei den Profis absolviert, Respekt und leistete Standing Ovation. „Das sind traumhafte Bilder“, stellte Volker Grube fest. Auch die Landsfrau von Liebermann, Yara Riefstahl, war bei der Vorbereitung auf ihren Start „extrem“ gefesselt von dem Rennen. „Ich habe da echt mitgefiebert“, sagte sie nach ihrem Halbfinale über 200 Meter Schmetterling, bei dem sie auf Rang 14 landete.
„Wir haben alles gegeben. Es war ein überwältigendes Rennen“, meinte DSV-Sportdirektor Christian Hansmann im ZDF. „Sowas kann man nicht vorhersehen.“ Zwar habe er nach dem Erfolg von Liebmann über 800 Meter, bei dem er einen neuen Europarekord aufgestellt hat, mit einer Medaille gerechnet, „aber in der Manier, dem Vorsprung und der Zeit – das war wirklich unglaublich.“
Liebmann im Interview überwältigt
Rund eine halbe Stunde nach seinem Rennen stand dann auch der Sportler selbst Rede und Antwort. Auf die Frage, ob er so schnell schwimmen kann, entgegnete er: „Nein, es war mir nicht klar. Es war von vornherein klar, dass ich schnell schwimmen kann. Es war das Ziel, dass ich einfach von vorne weg mein Ding mache und schnell angehe“, erklärte er im TV.
Dass am Ende der Weltrekord aufleuchtete, hatte er nicht vermutet. „Am Ende die Zeit zu sehen, war nochmal was anderes, unglaublich“, suchte er die richtigen Worte für diese Leistung. Dabei offenbarte er, dass in seinem Kopf viel los sei: „Ich kann das so nicht in Worte fassen. Weil zum einen denke ich: War es nur eine normale Bestzeit für mich?“
„Wow, Understandement“, entgegnete Reporterin Lena Kästing. Liebmann schob aber hinterher: „Aber zum anderen eben auch so eine heftige Zeit, wo ich mir in den nächsten Tage werde: Komme ich da jemals wieder ran? Ob ich das Hoch jemals wieder treffen werde, weiß ich nicht, aber ich hoffe schon.“
So oder so ist Liebmann nun der dritte deutsche Schwimmer, der einen Weltrekord hält. Im vergangenen Jahr hatte Lukas Märtens über 400 Meter Freistil die Zeit auf 3:39,96 Minuten verbessert. Über die Hälfte hält Paul Biedermann immer noch den Weltrekord: In 1:42,00 Minuten schlug er 2009 bei der WM an – eine Zeit, die noch mit den Superanzügen geschwommen worden war.
Bei diesem herausragenden Rennen geriet die Leistung von Oliver Klement fast in den Hintergrund. Der deutsche Langstreckenspezialist sicherte sich EM-Bronze und bescherte dem deutschen Schwimmverband damit die zehnte Medaille im Beckenschwimmen bei diesen Titelkämpfen. (smu)