Historisches Hafenstädtchen in den Niederlanden ist ein versteckes Juwel

Stand: 06.10.2026, 14:00 Uhr

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Mitten am Ijsselmeer liegt ein malerischer Ort. Das Hafenstädtchen hat eine eigene Sprache und eine eigene Mode. Auch Wassersportler kommen dort auf ihre Kosten.

Hindeloopen – Wer an die Niederlande denkt, hat oft große und bekannte Städte wie Amsterdam oder Den Haag im Kopf. Doch im Norden des NRW-Nachbarlandes findet sich eine Region, die mit ihren malerischen Orten und dem Ijsselmeer vor der Tür Touristen anzieht und einiges zu bieten hat. Im Südwesten der Provinz Friesland liegt mit Hindeloopen ein Ort, der mit einer eigenen Sprache, einer eigenen Mode und einer ganz eigenen Geschichte überrascht.

Harbor from the historical village Hindeloopen

Hindeloopen ist ein kleines Örtchen am Ijsselmeer. © IMAGO / Depositphotos

Das Hafenörtchen liegt mitten am Ijsselmeer. Kein Wunder, dass es Wassersportler und Angler in den malerischen Ort zieht. Segeln, Windsurfen und Schwimmen ist im größten See der Niederlande möglich. Das Besondere am Ijsselmeer: Wegen des flachen Wassers und beständiger Winde ist der Süßwassersee eines der beliebtesten Reviere für Segler, Surfer und Kitesurfer in Europa.

Hindeloopen: Eine Stadt mit eigenem Dialekt – „Selbst für friesische Ohren fremd“

Friesisch ist die zweite Amtssprache der Niederlande. „Aber auch das Friesische hat eigene Dialekte – einer davon ist das Hindeloopers. Selbst für friesische Ohren klingen die mittelalterlichen Vokale fremd“, heißt es auf friesland.nl. Hindeloopen (friesisch: Hylpen) ist seit jeher eine Stadt, die ihren eigenen Weg geht.

„Durch die direkte Verbindung von der Zuiderzee zur Ostsee kamen hier bedruckte Baumwollstoffe aus Indien an: Sits. Neben einer eigenen Sprache also auch ein ganz eigener Kleidungsstil. Die Fashionistas des 19. Jahrhunderts? Die lebten in Hindeloopen“, heißt es weiter. Ursprünglich nähten die Frauen in Hindeloopen ihre Kleider und Röcke aus bunter, mit exotischen Blüten und Mustern versehener Baumwolle – Sits genannt.

Das Besondere daran: Der Stoff konnte gewaschen werden, ohne dass die Farben verblassten. „Und genau diese Farben machten jeden Tag zu einem Fest. Allerdings nach klaren Regeln – mit Symbolik: Am Kleid einer Frau konnte man genau ablesen, ob ihr Herz noch frei oder schon vergeben war“, heißt es auf der Website der Provinz. Jedes Jahr findet im Ort zudem eine Trachtenschau statt, in der die friesisch-hindelooper Kleidung präsentiert wird.

Nicht nur die Kleidung, auch das Interieur der Hindelooper Häuser bekam ein farbenfrohes Make-over – vermutlich inspiriert von der norwegischen Rosemåling. Jeder „Flap-aan-de-wand“, ein praktischer Klapptisch, wurde bemalt. Auch Möbel, Fensterrahmen, Alkoven und sogar Holzschuhe wurden mit Blumen, Blättern, Tieren, Meeresmotiven, biblischen Szenen und Mythen verziert.

Hindeloopen in Friesland: Hier steht das größte Schlittschuhmuseum der Welt

In Hindeloopen findet sich ein weiteres Highlight für Touristen. Das erste friesische Schlittschuhmuseum steht nämlich in dem malerischen Hafenörtchen. 1983 begann hier alles klein, in einem charakteristischen Gebäude im malerischen Städtchen. „Heute ist es das größte Museum der Welt, wenn es ums Schlittschuhlaufen geht“, heißt es auf friesland.nl.

Zu sehen sind unter anderem Doorlopers, Noren, Klappschlittschuhe, Glissen und klassische Houtjes, die alle schon über das Eis der berühmten Elfstedentocht geglitten sind.

Direkt am Wasser liegt auch eine andere malerische Stadt in den Niederlanden, die zum Erkunden einlädt. Sie überzeugt mit historischen Gebäuden und einer beeindruckenden Natur.