Historisches Landmaschinentreffen lockt 128 Aussteller an die Speedwaybahn
Stand: 04.08.2026, 07:00 Uhr
Kommentare

Der Verein „Historische Landmaschinen Diedenbergen" veranstaltet am ersten Augustwochenende sein traditionelles Treffen. Für das Fest haben die Mitglieder in einer Woche 25 Kilo Zwiebeln geschält.
Diedenbergen – Es ist mehr als nur ein Hobby, es ist eine Leidenschaft für historische Traktoren, Landmaschinen und ländliche Technik, die die Frauen und Männer des Vereins „Historische Landmaschinen Diedenbergen“ antreibt. Und dass diese Leidenschaft nicht nur etwas für ölverschmierte Schrauber und Bastler ist, macht der rührige Verein immer wieder deutlich. Jedes Jahr am ersten Augustwochenende findet das traditionelle Landmaschinentreffen an der Speedwaybahn statt. Ein Familienfest für Jung und Alt, Technikbegeisterte und Nostalgiker. „Unser Verein verbindet Tradition, Technik und Gemeinschaft, vom Erhalt alter Maschinen bis zu Treffen und Veranstaltungen für Groß und Klein“, sagt Gerold Sparwasser, der 1. Vorsitzende.

Bei der Vorbereitung fließen Tränen
Im Jahr 2002 wurde der Verein gegründet. „Im nächsten Jahr feiern wir unser 25-jähriges Jubiläum“, erklärt Sparwasser. „Deswegen üben wir jetzt schon einmal mit etlichen besonderen Attraktionen.“ Dazu gehört nicht nur, dass es am Samstagabend Live-Musik mit „Adriana und die Stents“ gibt, oder am Sonntag zum Frühschoppen die „Wallauer Ländches-musikanten“ aufspielen, man kann auch Messerschleifern und Schmieden bei der Arbeit zuschauen.
Dazu gibt sich die amtierende Frankfurter Apfelweinkönigin Larissa I. die Ehre, und für Kinder aller Altersgruppen gibt es Gelegenheiten zum Austoben, beispielsweise auf der Strohballen-Hüpfburg, dem Bungee-Trampolin oder auf dem Karussell. Für das leibliche Wohl wurde reichlich gesorgt. Mit dem Getränkestand, einer Kaffee- und Kuchentheke, Eiswagen sowie einem Süßwarenstand.
„Bei der Vorbereitung zur Verköstigung unserer Gäste haben wir in der Woche 25 Kilo Zwiebel geschält und gewürfelt“, erzählt Sparwasser schmunzelnd, „dabei sind auch Tränen geflossen.“
Noch eine Attraktion für Kinder ist neu in diesem Jahr. Familie Klöß vom Rheinhäuserhof in Trebur-Geinsheim ist mit sechs Ponys gekommen. Die kleine Marlie aus Königstein war mit ihrer Tante Sina aus Diedenbergen da und saß ganz stolz auf dem gutmütigen Pferdchen, nachdem ihr Herbert Klöß hinaufgeholfen hatte.
Die „Hauptpersonen“ an diesem Wochenende sind aber immer noch die historischen Landmaschinen. „Das ist ein Butterfass, angetrieben von einem Farymann-Motor Einzylinder, bei dem das Kühlwasser verdampft“, erklärt Gerold Sparwasser fachkundig, bevor es weitergeht zu einem aus dem Jahr 1962 stammenden Miststreuer mit Ladevorrichtung, liebevoll restauriert von seinem Besitzer Stefan Kurkin.
Weiter geht es zu der vereinseigenen Ackerspritze Holder, 250 Liter, Baujahr 1956, die ursprünglich noch von Pferden gezogen wurde. Norbert Müller hat das Gerät wieder funktionstüchtig gemacht, dessen Pumpenantrieb über die Räder erfolgt.

Auch zwei historische Dreschmaschinen gehören dem Verein, ebenso wie der voll funktionsfähige Mähbinder, der Anfang der 1950er Jahre gebaut wurde. „Erst zu Beginn der 1960er Jahre begann in Deutschland die landwirtschaftliche Mechanisierung“, erklärt Sparwasser. „Meine Eltern kauften 1962 mit zwei anderen Landwirten für 38 000 DM einen der ersten großen Mähdrescher in Wildsachsen.“
Und dann die herrlichen, alten Traktoren, teils blank gewienert, teils mit den Spuren ihres Verwendungszweckes. In Reih und Glied stehen sie aufgereiht, der ganze Stolz ihrer Besitzer. Ob Lanz, Hanomag, Massey Fergusson, Deutz oder Bautz, alle haben sie eine reiche Geschichte zu erzählen. „Im Jahr 2025 hatten wir am Samstag 100, und am Sonntag 128 Aussteller“, erzählt Sparwasser, „in diesem Jahr werden es sicher eher mehr sein.“ Und Melitta Seubert, die an der Anmeldung sitzt, wirft spontan ein: „Genauso isses.“