Liveticker zur Hitzewelle in Europa: Rumänien sprengt Felsen in der Donau wegen Mangel an AKW-Kühlwasser | FAZ
Wasserengpässe in Hessen
In Hessen ist Wassersparen angesagt, vor allem rund um den Taunus. Vielerorts steht die sogenannte Wasserampel, ein Instrument um Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Einblick über die aktuelle Wasserversorgung zu geben, auf Gelb. Rund um den Taunus ist zum Teil sogar Warnstufe Rot erreicht.
So muss etwa in Kronberg, Oberursel, Schmitten und Grävenwiesbach der Wasserverbrauch auf das Nötigste reduziert werden. Die Wasserampel steht hier auf Rot: Um die Trink- und Löschwasserversorgung sicherzustellen und einen Trinkwassernotstand zu vermeiden, muss deutlich Wasser gespart werden.
Steht die Wasserampel auf Gelb oder Rot rufen die Versorger dazu auf, Pools und Wasserspeicher nicht mehr zu füllen und auf die Reinigung von Fahrzeugen und Gebäuden zu verzichten. Die Garten- und Rasenbewässerung soll eingestellt (Wasserampel auf Rot) oder zumindest auf das Notwendigste reduziert werden (Wasserampel auf Gelb).
England und Wales verzeichnen trockensten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen
In England und Wales hat es in diesem Juli so wenig geregnet wie seit mehr als hundert Jahren nicht. Es sei der trockenste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen, die es in England schon seit 1836 gibt, teilte die britische Wetterbehörde am Montag mit. Großbritannien verzeichnete mit 38 Grad im Juni zudem einen Temperaturrekord.
Nach Angaben der britischen Umweltbehörde ist infolge der geringen Niederschläge und der Hitze in den vergangenen Wochen mehr als die Hälfte der Fläche Englands von Dürre betroffen. Ihren Angaben aus der vergangenen Woche zufolge fiel im Juli landesweit nur sieben Prozent der erwarteten Niederschlagsmenge, in einigen Teilen Südenglands sogar nur ein Prozent.
Brände in Frankreich weitgehend unter Kontrolle
In Frankreich herrscht zwar in vielen Regionen weiterhin eine hohe Waldbrandgefahr, die meisten der zuletzt tobenden Brände sind inzwischen aber unter Kontrolle. Die Lage gilt als stabil. Die Feuerwehr ist dennoch mit umfangreichen Kräften weiter damit beschäftigt, letzte Brandherde abzulöschen und ein Wiederaufflammen der Feuer zu verhindern.
An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo der in dieser Saison bislang schlimmste Brand gewütet hatte, kehren die Bewohner weiterer evakuierter Orte nach Hause zurück. Einige Menschen aus dem Ort Le Porge müssen aber noch in ihren Ausweichquartieren ausharren: In diesem Ort war während des Brandes im Boden vergrabene Munition aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert. Der Kampfmittelräumdienst sucht noch das Gelände ab, bevor die Menschen in ihre Häuser zurückkehren dürfen.
Historisch schlechte Zuckerrüben-Ernte befürchtet
Trockenheit, Hitze und Krankheiten machen den Zuckerrüben zu schaffen. Deshalb dürfte in Süddeutschland voraussichtlich ein Drittel weniger Zucker erzeugt werden als im Vorjahr, wie der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer in Ochsenfurt in Unterfranken mitteilte. Man erwarte die niedrigste Ernte seit der Wiedervereinigung, sagte Geschäftsführer Paul-Martin Pfeuffer.
Der Verband rechnet mit Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, denn auch andernorts fällt die Ernte schlecht aus. Frankreich, das größte europäische Rübenanbau-Land, leide unter extremer Hitze und Trockenheit, „das hat im Markt Gewicht“, sagte Pfeuffer. „Wenn wichtige Anbauregionen schwächeln, erwarten wir eine Reaktion.“
Während Getreidefelder schon meist abgeerntet sind, ist der Hochsommer für die Zuckerrübe noch eine wichtige Phase, da Masse und Zucker zuwachsen. Allerdings: Wegen der anhaltenden Trockenheit hätten die Pflanzen vielerorts ihr Wachstum eingestellt, hieß es weiter. Selbst auf Standorten mit normalerweise guter Wasserversorgung zeigten die Bestände deutliche Stresssymptome wegen Trockenheit.
„Schlimmste Naturkatastrophe, die unsere Region je erlebt hat“
Auch im Nordwesten der USA sind verheerende Feuer ausgebrochen. Im Bundesstaat Washington haben drei Brände Behördenangaben zufolge mehr als 600 Häuser und andere Gebäude zerstört. Die Feuer seien die „schlimmste Naturkatastrophe, die unsere Region je erlebt hat“, sagte die Bürgermeisterin der Stadt Spokane, Lisa Brown, auf einer Pressekonferenz.
Verletzte oder Tote seien bislang nicht gemeldet worden, hieß es. Angesichts des Ausmaßes der Brände könne sich das jedoch ändern, sagte Washingtons Gouverneur Bob Ferguson. In den vergangenen Tagen waren rund um die Stadt im Osten des Bundesstaates aus bislang ungeklärter Ursache drei große Brände ausgebrochen. Betroffen ist nach Daten der gemeinnützigen Warn- und Karten-App Watch Duty eine Fläche von mehr als 32 Quadratkilometern.
Über 900 Einsatzkräfte kämpften nach Angaben der Behörden zufolge am Sonntag gegen die Brände. Für Tausende Menschen in und um Spokane galten Evakuierungsanordnungen. Spokane zählte laut US-Zensus im Jahr 2025 fast 231.000 Einwohner.
Behördenangaben zufolge sind in Washington derzeit mindestens 15 größere Waldbrände auf einer Fläche von mehr als 1000 Quadratkilometern aktiv. Es handle sich um eine „außergewöhnliche“ Waldbrandsaison, hieß es.
Kleider gegen die Sonne
Ganz ohne Sonnencreme geht’s nicht. Aber mit der richtigen Bekleidung ist man auch genügend gut geschützt. Drei Langarmoberteile, zwei Hüte und eine Hose im Tragetest:
Löschflugzeuge in Griechenland wieder im Einsatz
Nachdem sich der Wind in den griechischen Waldbrandgebieten gelegt hat, haben am Montag erneut Feuerwehrleute aus der Luft ihre Kollegen am Boden im Kampf gegen die Flammen unterstützt. 13 Löschflugzeuge und zwölf Hubschrauber waren laut Feuerwehr in den Regionen Attika um die Hauptstadt Athen sowie in der benachbarten Region Böotien im Einsatz, zudem kämpften rund 450 Feuerwehrleute am Boden gegen die Flammen.
In den vergangenen Tagen hatte starker Wind den Einsatz von Löschflugzeugen in Griechenland erschwert oder gar vollständig verhindert. Trotz des nachlassenden Windes stuften die Behörden die Waldbrandgefahr am Montag weiter als „sehr hoch“ ein. In den Regionen Attika und Böotien galt die zweithöchste Warnstufe vier.
Die größten Feuer loderten am Montag in einem Gebiet etwa 50 Kilometer westlich von Athen. Ein Feuerwehrsprecher berichtete von Bränden nahe den Orten Kandyli Megara und Agia Skepi. Die Lage habe sich verbessert, es gebe aber „absolut keinen Grund dafür, weniger wachsam zu sein“, sagte er dem Sender ERT. Die Einwohner mehrerer Dörfer rund 45 Kilometer westlich von Athen wurden aufgerufen sich in Sicherheit zu bringen, wie der stellvertretende Zivilschutzminister Kostas Katsafados ERT News sagte.
Zudem gab es in einigen Gebieten weiter Glutnester, die durch Wind wieder zu einem Brand angefacht werden könnten. Andere kleine Brände, etwa auf der bei Urlaubern beliebten Insel Kefalonia, waren laut Feuerwehr „unter Kontrolle“.
Welches Deo kann was?
Dass wir schwitzen, können wir bei diesen Temperaturen nicht verhindern. Ob wir schlecht riechen, schon. Mein Kollege Jannis Holl hat einige Deodorants ausprobiert und einen persönlichen Favoriten gekürt:
Auf die Hitze folgen Unwetter
„Nach der Hitzewelle ist quasi vor der Hitzewelle“: Auch in der neuen Woche wird es in Deutschland heiß. Ab Dienstag sollten sich die Menschen zudem auf Unwetter einstellen, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte.
„Denn am morgigen Dienstag schiebt sich die schwül-heiße und gewitterträchtige Luft bis in den Nordosten, wo nachmittags und abends ein hohes Unwetterpotential besteht – nach aktuellem Stand“, heißt es vom DWD. Auch von Südwesten ziehen demnach neue Schauer und kräftige bis schwere Gewitter heran, die örtlich wieder unwetterartig ausfallen könnten. Dann liegen die Temperaturen laut Vorhersage zwischen 30 und 38 Grad.
Auch in der Nacht zu Mittwoch könne es teils kräftige Schauer und Gewitter geben. Am Tag verlagere sich das Gewitterrisiko in Richtung Süden und Osten. Die Temperaturen steigen dann auf 30 bis 35 Grad. Sollte es bis Donnerstag nicht ausreichend geregnet haben, „droht eine weitere Verschärfung der regional sowieso schon massiven Trockenheit“, schreibt der Deutsche Wetterdienst. „Auch die Vegetationsbrandgefahr könnte dann noch immer hoch bis extrem hoch ausfallen und den Feuerwehren viel Arbeit machen.“
Die große Hitze ist nach der Wochenmitte dann erst mal überstanden: Am Donnerstag werden noch bis zu 30 Grad erwartet, am Freitag bis zu 28 Grad. „Wirklich kühl wird es aber auch in den Folgetagen nicht“, so der DWD.
Hitzewarnung für weite Teile Deutschlands
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für weite Teile Deutschlands eine amtliche Hitzewarnung herausgegeben. Betroffen sind laut der Warnkarte vor allem Regionen in der Mitte und im Süden – von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über Hessen und Thüringen bis nach Baden-Württemberg, Bayern und Teile Sachsens. Für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und den Norden Deutschlands gibt es demnach keine Warnungen. Die Warnung gilt nach Angaben des DWD von 11.00 bis 19.00 Uhr. Eine Warnung vor extremer Hitze wurde nicht ausgegeben.
Nach Angaben des Wetterdienstes werden Hitzewarnungen herausgegeben, wenn eine starke Wärmebelastung erwartet wird und sich Wohnräume nachts nicht ausreichend abkühlen können. Grundlage ist die „Gefühlte Temperatur“, die am frühen Nachmittag etwa 32 Grad überschreiten muss. Ab 38 Grad warnt der DWD vor einer „extremen Wärmebelastung“.
Feuer bei Athen nicht unter Kontrolle
Die Wald- und Buschbrände westlich der griechischen Hauptstadt Athen sind noch nicht unter Kontrolle. Die Feuerwehr konzentriere sich auf zwei Fronten, berichteten griechische Medien. Die eine liegt im Gebiet der Ortschaft Agios Nektario im Kithairon-Gebirge, die andere nordwestlich der Stadt Megara mit gut 36.000 Einwohnern. Es windet zwar nicht mehr so stark wie am Wochenende, doch die Einsätze sind weiterhin gefährlich und die Waldbrandgefahr laut Zivilschutz sehr hoch.
Am Sonntag waren bei der Kollision zweier Löschhubschrauber ein Pilot und ein Copilot ums Leben gekommen. Damit stieg die Zahl der Toten auf fünf - bereits vergangene Woche waren drei Feuerwehrleute gestorben. Die Behörden haben die Ermittlungen zu dem Hubschrauber-Unglück aufgenommen, berichtet unser Korrespondent Michael Martens:
Taskforce gefordert
Angesichts des Niedrigwassers am Rhein soll eine nationale Taskforce nach dem Willen von Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) rasch konkrete Maßnahmen abstimmen. Dazu zählten zusätzliche Lagerkapazitäten in Häfen für Gefahrgüter, zusätzliche Bahnkapazitäten und die Frage, „wie priorisiert werden kann, was transportiert werden soll“, sagte Krischer im ZDF-„Morgenmagazin“. Ein solches Vorgehen habe sich schon 2018 bewährt. „Das wird nicht das Problem völlig aus der Welt verschwinden lassen. Es kann aber an vielen Stellen die Situation verbessern helfen.“
Zusammenkommen sollten aus seiner Sicht Fachleute aus der Logistikbranche, den Kommunen sowie den Landesregierungen und der Bundesregierung. Anders als 2018 komme das Niedrigwasser in diesem Jahr sehr früh: „2018 hatten wir es erst im Spätsommer, im Herbst, jetzt schon im Hochsommer. Wir müssen mehrere Wochen und Monate wahrscheinlich mit der Situation umgehen“, sagte Krischer.
Mittelfristig dringt Krischer auf den Ausbau der Rhein-Fahrrinne. „Das ist völlig richtig und notwendig“, sagte er im „Morgenmagazin“. Konkrete Planungen gebe es seit vielen Jahren, ein Abschnitt sei fertig geplant: „Da könnte quasi morgen mit dem Bau begonnen werden. Da fehlt nur leider das Geld des Bundes.“ Zuständig sei der Bund, da es sich um eine Bundeswasserstraße handele. 2025 seien die Mittel aus „unerfindlichen Gründen“ gestrichen worden. Die Maßnahmen zur Optimierung der Fahrrinne würden in einer Niedrigwassersituation sehr helfen und müssten nun „mit Nachdruck umgesetzt werden“.
Einsatz von deutschen Feuerwehrleuten in Spanien beendet
Nach nur eineinhalb Tagen ist der Löscheinsatz von Feuerwehrleuten aus Nordrhein-Westfalen im Nordwesten Spaniens schon wieder beendet. Die Entscheidung sei am Sonntagabend getroffen worden, sagte Frank Frenser von der Feuerwehr Bonn der Deutschen Presse-Agentur.
Die spanischen Behörden seien zu der Erkenntnis gekommen, dass die Lage sich entspannt habe, es werde daher keine externe Hilfe mehr benötigt. Die NRW-Spezialeinheit werde sich am späteren Vormittag auf den Rückweg nach Deutschland machen. Zuerst hatte der WDR berichtet.
Fledermäuse könnten beim Lüften ins Haus kommen
Wer bei den tropischen Temperaturen zurzeit am Abend oder in der Nacht lüftet, könnte ungebetenen Besuch bekommen. Im Sommer beginnen junge Fledermäuse, ihre Umgebung zu erkunden und nach Quartieren zu suchen, wie Alexander Gnatz vom Naturschutzverband LBV in Hilpoltstein erläutert. Dabei könnten diese durch gekippte oder weit geöffnete Fenster irrtümlicherweise in Wohnungen oder Büros fliegen. Dann gilt erst einmal: „Ruhe bewahren“, sagt er.
Auch Klimaanlagen könnten junge Fledermäuse anziehen, erläutert der Fachmann. Der kalte Luftstrom aus dem Fenster könne auf diese wie ein Höhleneingang wirken. Je nach Art fliegen die unerfahrenen Fledermäuse ihm zufolge von Juli bis September aus. Im August kommt es jedoch am häufigsten vor, dass sich die Tiere dabei in ein Gebäude verirren.
Gekippte Fenster können zur Todesfalle werden
„Meist handelt es sich um einzelne Tiere oder kleine Gruppen, in seltenen Fällen können jedoch auch größere Schwärme mit über 100 Fledermäusen einfliegen“, heißt es von der Stadt Würzburg. Diese bittet alle Bürgerinnen und Bürger, die Fenster geschlossen zu halten, wenn diese etwa über die Ferien längere Zeit abwesend sind. Gekippte Fenster könnten sonst zur Todesfalle für Fledermäuse werden, die nicht mehr alleine nach draußen finden. Auch Bürofenster sollten nach Feierabend deshalb nicht gekippt bleiben.
Mehr laden