Trinken bei hohen Temperaturen: Darauf kommt es an
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Steigt das Thermometer sollte man auch mehr trinken. Doch beim Trinken kann man einiges falsch machen. Regula Zehnder von der SRF Gesundheitsredaktion beantwortet die drängendsten Fragen.
Regula Zehnder
SRF Fachredaktorin Gesundheit
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Regula Zehnder ist Teil der SRF Gesundheitsredaktion.
Wieviel Flüssigkeit sollte man an einem Hitzetag zu sich nehmen?
Für gesunde Erwachsene beträgt der Flüssigkeitsbedarf zwei bis zweieinhalb Liter am Tag. Achtung, dabei sind Speisen mit eingerechnet. Die empfohlene Trinkmenge beträgt nach Abzug der durch Nahrung aufgenommenen Flüssigkeit einen bis zwei Liter. Bei grosser Hitze kann diese Menge auch höher sein.
Wie merkt man, dass man zu wenig getrunken hat?
Die Farbe des Urins ist ein guter Indikator: Hell wie Zitronenwasser – man hat ausreichend getrunken. Dunkel wie Apfelsaft – man sollte mehr trinken. Die Rechnung ist einfach: Was man an Flüssigkeit ausgeschieden hat, sollte man dem Körper wieder zufügen. Flüssigkeitsmangel zeigt sich zum Beispiel durch einen trockenen Mund, weniger Harndrang, Muskelschwäche oder Schwindelgefühle.
Gibt es noch andere Möglichkeiten, zu merken, ob man genug getrunken hat?
Ein einfacher Test zeigt, ob man ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist. Man bildet auf dem Handrücken eine Hautfalte, als ob man sich selbst klemmen möchte, und zieht diese leicht nach oben. Bleibt die Hautfalte ein bisschen stehen, kann das auf eine Dehydration hinweisen.
Ältere Menschen denken oft nicht daran, den ganzen Tag genug zu trinken. Was kann ihnen geraten werden?
Man kann sich selbst ein bisschen überlisten: Dort wo man in der Wohnung immer wieder vorbeikommt, deponiert man eine Flasche Wasser und ein Glas. Das kann zum Beispiel im Flur sein. Immer wenn man dort vorbeikommt, trinkt man ein Glas. Zu guter Letzt ist die Flasche leer und man hat die Übersicht, dass man einen Liter getrunken hat. Man kann auch den Wecker stellen und alle 30 oder 60 Minuten ein Glas Wasser trinken. Es gibt auch Apps, welche ans Trinken erinnern und man kann die Trinkmenge auch gleich eintragen und behält die Übersicht. Wer auf technische Hilfsmittel verzichten will, kann selbst ein Trinkprotokoll führen.
Hahnenwasser oder Mineralwasser mit Kohlensäure?
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Das ist Geschmackssache. Wir haben hierzulande in den allermeisten Regionen gutes Hahnenwasser. Es kommt natürlich immer auf den geologischen Weg an, den das Wasser hinter sich hat. Je nachdem ist es mit mehr oder weniger Mineralien angereichert.
Entscheidet man sich für den Kauf von Mineralwasser – mit oder ohne Kohlensäure spielt keine Rolle – achtet man am besten darauf, einheimische Wasser zu kaufen. Schweizer Mineralwasser haben einen kürzeren Transportweg hinter sich und sind deshalb nachhaltiger.
Wem Hahnenwasser zu fad ist, kann es mit ein paar Zitronenschnitzen oder ein paar Gurkenrädchen und Basilikum- oder Pfefferminzzweigen etwas aufpeppen.
Kann man auch zu viel trinken?
Das ist äusserst selten. Trotzdem kann es nach dem Trinken einer extrem grossen Menge in sehr kurzer Zeit zu einer sogenannten «Wasservergiftung» kommen. Der Salzgehalt im Organismus fällt ab und es kann sich eine gefährliche Hirnschwellung, ein Ödem, bilden. Eine Frau bezahlte einen Wassertrinkwettbewerb in den USA sogar mit dem Leben.
Was ist besser – heisse oder kalte Getränke?
Da gibt es zwei Meinungen: Bei eiskalten Getränken müsse der Körper mehr Energie aufwenden, um die zugeführte Kälte wieder auszugleichen. Und dann gibt es die Meinung, dass heisse Getränke einen erst recht ins Schwitzen bringen. Eher ein Mythos ist, dass Wüstenvölker wegen der Hitze heissen Tee konsumieren. Das liegt daran, dass Wasser in diesen Breitengraden häufig verschmutzt ist und deshalb vor dem Konsum abgekocht werden muss. Eine neue amerikanische Studie liefert Hinweise, dass der Verzehr kalter oder warmer Getränke und Speisen Auswirkungen auf unsere Verdauung und die mentale Gesundheit haben könnte. Weitere Untersuchungen seien aber nötig, so die Forschenden.
Radio SRF 1, 29.7.2026, 16:13 Uhr ; zehr