Homberg sucht Architekten für Feuerwehrstützpunkt – Bau frühestens 2029

Stand: 16.09.2026, 08:29 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Auf dem Sportplatz in Holzhausen soll der neue Feuerwehrstützpunkt für die Homberger Kernstadtwehr und die Einsatzkräfte aus Holzhausen entstehen.

Auf dem Sportplatz in Holzhausen soll der neue Feuerwehrstützpunkt für die Homberger Kernstadtwehr und die Einsatzkräfte aus Holzhausen entstehen. © Chantal Müller

Die Stadt Homberg schreibt einen Planungswettbewerb für den neuen Feuerwehrstützpunkt aus. Das Projekt kostet mindestens 14 Millionen Euro – und hängt an einer Förderung.

Homberg-Holzhausen – Hinter den Kulissen wird schon lange am neuen Feuerwehrstützpunkt für die Homberger Kernstadtwehr und die Einsatzkräfte aus Holzhausen gearbeitet. Jetzt ist der Startschuss für die ersten Entwürfe gefallen. In ihrer jüngsten Sitzung haben die Stadtverordneten die Auslobung eines Planungswettbewerbs freigegeben. Architekturbüros können sich jetzt auf das Projekt bewerben. Dazu Fragen und Antworten.

Worum geht es bei dem Planungswettbewerb?

Kernziel ist, die baulich beste Lösung für den Feuerwehrstützpunkt zu finden. Immerhin geht es bei dem Projekt um ein 19.000 Quadratmeter großes Areal und darum, einen Stützpunkt zu bauen, der im Idealfall für die kommenden 50 Jahre – oder länger – Bestand haben wird.

Wieso braucht es einen Planungswettbewerb?

Auf das Projekt können sich 20 Architekturbüros bewerben. Für die Stadt hat das einen großen Vorteil: Sie alle bereiten einen Vorentwurf für den Stützpunkt vor. Die Stadt kann aus allen Entwürfen den besten wählen, bezahlt aber nur den, für den sie sich letztlich entscheidet, erklärt Stefanie Lessnig, Prokuristin bei „Thiele3 Architekten“, die die Stadt beim Planungswettbewerb unterstützen. Außerdem soll sichergestellt werden, dass Bewerber in der Lage sind, ein so großes Projekt umzusetzen.

Welche Kriterien gibt es für eine Teilnahme?

Die Teilnehmer dürfen zum Beispiel nicht insolvent sein und müssen mindestens zwei Referenzprojekte nachweisen. Dazu gehören Neu- und Umbau sowie Sanierung ähnlich gelagerter Projekte, sagt Lessnig. Wer teilnehmen will, muss zusätzlich belegen können, dass er Projekte einer bestimmten Größenordnung bereits umgesetzt hat. „So wollen wir sicherstellen, dass die Büros ein Projekt solcher Größe schon gebaut haben“, sagt Lessnig.

Was passiert, wenn sich mehr Büros bewerben?

Die Stadtverordneten haben in ihrem Beschluss festgelegt, dass der Wettbewerb auf 20 Teilnehmer beschränkt wird. Sechs Bewerber wurden vorab benannt und angefragt, ob sie am Wettbewerb teilnehmen wollen. Dazu gehören etwa Gerlach Architekten aus Fritzlar und das Architektenbüro Hess aus Neuenstein. Sie müssen dieselben Nachweise erbringen, wie alle anderen Büros, betont die Prokuristin. Sollten sich auf das Projekt, das aufgrund seiner Größe EU-weit ausgeschrieben werden muss, mehr als 20 Interessenten bewerben, wird gelost. „Das ist das fairste und rechtssicherste Verfahren.“

Wann sind dann die ersten Entwürfe zu sehen?

Stadt und Planungsbüro müssen die Auslobung fertigstellen und den von der Stadtverordnetenversammlung bestimmten Preisrichtern vorlegen. Sie entscheiden am Ende darüber, wer den Zuschlag fürs Projekt erhält. Dann wird die Auslobung finalisiert und bekannt gegeben. Anschließend haben alle Interessierten Zeit für Rückfragen.

„Dann wird erst richtig gearbeitet“, sagt Lessnig. Sie rechnet damit, dass die Bewerber ab Januar erst loslegen mit Vorentwürfen. Für die haben sie bis Februar Zeit. Anschließend gehen alle Entwürfe anonym ans Planungsbüro. Das prüft, ob alle Kriterien eingehalten wurden. Erst dann werden sie den Preissichtern vorgelegt. Das soll im März der Fall sein.

Wie wird dann der beste Entwurf gefunden?

Einen Tag lang besprechen sich die Preisrichter, schauen sich Entwürfe und Pläne an. Die Arbeiten werden wertungsfrei vorgestellt, sagt Lessnig, dann gibt es Wertungsrundgänge. „So fallen immer mehr Teilnehmer raus.“ Wenn ein Büro gefunden wurde, gibt es ein weiteres Verfahren, in dem sich die Preisträger vorstellen. „Sie geben eine Honorareinschätzung ab und zeigen, wie sie das Projekt umsetzen wollen.“ Laut Auslobungsentwurf soll die Beauftragung des Architekturbüros im Juni 2027 erfolgen.

Wieso dauert das so lange?

„Wir machen das so, um die beste Arbeit zu finden“, sagt Lessnig und gibt ein Beispiel: Es gebe große Unterschiede bei der Planung der Verkehrsfläche. „Je mehr Fläche man benötigt, desto teurer wird es.“ Ziel ist, für die Stadt den Entwurf zu finden, der im Sinne der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der beste ist.

Wird 2027 schon gebaut?

Mit dem Bau des neuen Stützpunkts kann die Stadt frühestens im Frühjahr 2029 beginnen. Denn das Gebäude lässt sich nur mit Fördergeld realisieren. Bürgermeister Dr. Nico Ritz sprach im vergangenen Jahr in einer Bürgerversammlung von Kosten in Höhe von mindestens 14 bis 20 Millionen Euro, die für den Stützpunkt fällig würden. Sobald der Entwurf für das Feuerwehrhaus steht, wird es darum gehen, einen Förderantrag für das Projekt zu stellen. Erst wenn der bewilligt ist, wird auch gebaut.