"Honorarkürzungsvorwurf falsch": Krankenkassen werfen Ärzten Termin-Angstmache vor
"Honorarkürzungsvorwurf falsch"Krankenkassen werfen Ärzten Termin-Angstmache vor
26.10.2026, 00:02 Uhr
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Die Gesundheitsreform der Bundesregierung kommt bei den Kassenärzten gar nicht gut an. Wegen der Kürzung von Bonuszahlungen drohen sie mit Terminengpässen. Die Krankenkassen verweisen auf üppige Praxiseinnahmen.
Im Streit um die Auswirkungen des Gesundheits-Sparpakets auf die Zahl der Arzttermine werfen die gesetzlichen Krankenkassen den Ärzten vor, bei den Versicherten Ängste zu schüren. "Die Behauptung, dass es weniger Arzttermine geben müsse, weil diese schlechter bezahlt würden, ist nicht richtig", sagte die Vize-Chefin des Kassen-Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Das ist ein Affront gegenüber 75 Millionen gesetzlich Versicherten und deren Arbeitgebern, die über ihre Krankenkassenbeiträge die Honorare der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte finanzieren", betonte sie und kritisierte: "Damit werden Menschen verunsichert, die auf medizinische Hilfe angewiesen sind."
Kassenärzte-Chef Andreas Gassen hatte davor gewarnt, dass gesetzlich Versicherte wegen der Kürzung von Mitteln für die ambulante Versorgung künftig deutlich länger auf einen Arzttermin warten müssten. Mit ihrer Reform der ambulanten Versorgung habe die Bundesregierung gerade mehr als 50 Millionen Termine gestrichen. Die Terminnot werde sich daher verschärfen.
"Extrahonorare waren wirkungslos"
Stoff-Ahnis betonte hingegen, mit dem Sparpaket würden nicht die Vergütungen für die ärztlichen Leistungen gesenkt, sondern Zuschläge und Bonuszahlungen für eine besonders schnelle Terminvergabe gestrichen. Denn das Ziel der Politik, durch diese Extrahonorare die Terminwartezeiten zu verkürzen, sei nicht erreicht worden. Im Gegenteil seien die Wartezeiten sogar länger geworden. "Es war und ist nicht zu rechtfertigen, Beitragsgelder für wirkungslose Extrahonorare auszugeben", sagte Stoff-Ahnis.
Stoff-Ahnis verwies auch auf das Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2027. Danach steigt die Vergütung für ärztliche Leistungen um 2,2 Prozent oder eine Milliarde Euro. Unter Berücksichtigung der gestrichenen Extrazahlungen würden die gesetzlich Versicherten über ihre Krankenkassenbeiträge an die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte weiterhin Honorare in einer Größenordnung von rund 50 Milliarden Euro zahlen. Sie erinnerte zudem daran, dass die Mediziner aus ihren Praxen im Durchschnitt pro Jahr einen Reinertrag (vor Steuern und Sozialversicherungen) von deutlich über 200.000 Euro erhielten: "Und es gibt keinen Anlass zu glauben, dass sich daran etwas ändern wird."
Quelle: ntv.de, mau