Hüpfverbot beim VfL Bochum: Nur Torjubel ist erlaubt, aber wann gibt's das schon mal?
Im Bochumer Ruhrstadion dürfen die Fans künftig nicht mehr hüpfen. Ein „Trampolin-Effekt“ sorge für einen „Unwohlsein-Effekt“ bei „ungeübten“ Besuchern.
Foto: Strauch/dpa
„Völlig zu Recht wird sich hier länderübergreifend über die Situation lustig gemacht“, schreiben die „Ultras Bochum“. Es geht um eine Ordnungsverfügung, die die Bochumer Sportstätten Besitzgesellschaft mbH (BoSB) erlassen hat. Ein Hüpfverbot wurde erlassen, genauer: „In den Blöcken N2, O, P und Q sind gemeinschaftliche, synchronisierte, rhythmische Hüpf- und Sprungbewegungen strengstens untersagt. Dies betrifft explizit beispielsweise nicht den Torjubel, sondern lediglich ‚choreografiertes Springen‘.“
Es ist die Begründung, die die Ultras von „Posse“, von „Lächerlichkeit“ und von einer „sinnfreien Verfügung“ sprechen lässt. Die BoSB schreibt nämlich, „dass die Tragfähigkeit der Osttribüne gegeben ist, es aber durch gemeinsames, rhythmisches Hüpfen oder Springen, also synchronisierte Bewegungen vieler Menschen, zum sogenannten ‚Trampolineffekt‘ kommen kann, der den oben genannten ‚Unwohlsein-Effekt‘ hervorruft“.
Dass die Tribüne nicht einzustürzen droht, ist natürlich eine beruhigende Information. Aber so richtig überraschend ist die nicht, sind doch die in NRW aktuell einsturzgefährdeten Brücken alle in den 1960er gebaut worden – Rheinbrücke Leverkusen oder Nordbrücke Bonn –, während das Ruhrstadion, vom VfL als „unser ‚Schmuckkästchen‘, das „etwas in die Jahre gekommen ist“, gelobhudelt, Ende der 1970er komplett umgebaut wurde.
Es geht also um die gefährdete Gesundheit trotz stabiler Statik. Und da haben die Ultras natürlich recht, wenn sie „fassungslos“ sind. Ist denn gesundheitlich indisponierten Menschen überhaupt anzuraten, zum VfL Bochum zu gehen? Bleiben wir wissenschaftlich: In der vergangenen Saison, die den VfL von der 1. in die 2. Bundesliga führte, kassierte er in der ersten Halbzeit 27 Gegentore, in der zweiten 40 – und in der unmittelbaren Schlussphase 19! Das führt doch zu Herzklabaster.
Und welche Häme, wenn „explizit“ der „Torjubel“ im Ruhrstadion erlaubt bleiben soll. Das weiß doch jeder, dass dieser Jubel beim VfL kein massenhaftes Phänomen darstellt.
Beim Heimspiel am Sonntag zum Beispiel blieb er mal wieder aus. Der VfL verlor 0:1 gegen Bielefeld.
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