Virales Video aus Frankreich: Wirtin beleidigt jüdische Gäste – Innenminister reagiert sofort
„Ihr seid zu viele“: Wirtin attackiert jüdischen Gast in französischem Skiort – Ermittlungen laufen
Stand: 25.08.2026, 13:48 Uhr
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Die Behörden ermitteln, die Staatsanwaltschaft Grenoble prüft den Fall. In dem Ferienort berichten jüdische Familien von Beschimpfungen im Urlaub.
Les Deux Alpes – Normalerweise geht es im französischen Ferienort Les Deux Alpes ruhig zu. Vor einigen Tagen stand er jedoch im Zentrum einer Kontroverse, nachdem ein Video in den sozialen Netzwerken viral gegangen war. Darin lehnt sich eine Wirtin an den Tresen ihrer kleinen Bar und sagt zu einem orthodoxen Juden: „Die jüdische Gemeinschaft, ihr seid zu viele. Irgendwann haben die Leute die Nase voll.“
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Dieser Artikel von Laure Valentin entstand in Kooperation mit Euronews
Die Behörden haben nach dem Vorfall Ermittlungen aufgenommen, zugleich hat das Ereignis die Stimmung in dem Ort stark belastet und für tiefe Verunsicherung gesorgt. Seit Jahrzehnten kommen dort jeden Sommer orthodoxe jüdische Familien in die Ferien. Viele von ihnen kehren Jahr für Jahr an denselben Ort zurück und haben enge Bindungen zur Region aufgebaut.
„Es gibt andere Menschen, die selbst, wenn man mit den Kindern durch die Straße geht, die Kinder beschimpfen, nur weil sie Kippot tragen“, berichtet Hannah Lasry, jüdische Touristin, die mit ihrer Familie nach Les Deux Alpes gereist ist. Solche Erlebnisse, sagt sie, machten es schwer, sich völlig sicher zu fühlen, obwohl viele Einheimische die jüdischen Gäste seit Langem freundlich empfingen.
Jüdische Familien berichten von Anfeindungen im Alltag
Innenminister Laurent Nuñez verurteilte die antisemitischen Äußerungen rasch und sprach von einem inakzeptablen Angriff auf die Grundwerte der Republik. Nach Anhörungen wurde das Verfahren „zur Prüfung“ an die Staatsanwaltschaft in Grenoble weitergeleitet, teilte diese zu Wochenbeginn mit, und kündigte an, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Vorfall aufzuklären.
Les Deux Alpes beherbergt seit mehreren Jahren das Sommerseminar Beth Loubavitch aus der ultraorthodoxen chassidischen Habad-Loubavitch-Bewegung. Es ist ein großes Treffen des französischsprachigen Judentums und zieht drei Wochen lang stets Hunderte Menschen an, die gemeinsam beten, studieren und ihre Ferien verbringen.
Entstanden ist das Seminar Ende der 1960er-Jahre, als Hunderttausende Juden aus Nordafrika nach Frankreich kamen und neue religiöse und soziale Strukturen aufbauten. Seitdem wechselt es von Ort zu Ort in den Alpen, wobei die Organisatoren jeweils nach Gemeinden suchen, die bereit sind, die große Zahl orthodoxer Urlauber aufzunehmen.