Im Sturzflug in die Sommerferien
Stand: 01.08.2026, 07:30 Uhr
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In Hohenfurch werden Schulabgänger am letzten Schultag von Lehrern und Vätern in hohem Bogen auf Matten geworfen. Auch zwei Lehrerinnen flogen – eine nach 38 Jahren im Schuldienst.
Hohenfurch – „Eins und zwei und drei“, so tönt es am letzten Schultag vor dem Vorplatz des Hohenfurcher Schulgebäudes. Lauthals feuern Schülerinnen und Schüler der Grundschule und natürlich auch der Schönachschule sowie einige Lehrer und Väter an, die an diesem letzten Schultag mit Muskelkraft als Wurfmaschinen dienen. Sie alle kommen einem Brauch nach, den vor Jahren Schulleiterin Uta Adelt in Hohenfurch eingeführt hat und der mittlerweile am letzten Schultag vor den großen Ferien der krönende Abschluss des Schuljahres ist.
Alle Schülerinnen und Schüler fiebern seit den frühen Morgenstunden diesem Brauch entgegen. Die Schulabgänger der 4. Klasse und die der Schönachschule werden von allen anderen Schülern und den Lehrkräften ein letztes Mal durch ihr Schulgebäude begleitet. Natürlich mit Musik und bester Stimmung. An der großen Eingangstüre stehen Schulleiterin Uta Adelt, ihr Stellvertreter Bernd Daiberl samt Hausmeister und die starken Väter bereit, um die Schulabgänger in Empfang zu nehmen. Ein letztes Umarmen, dann gehören die Kinder sprichwörtlich der Katz.
Das Werferteam hat vor dem Eingang eine Mattenbahn mit weichen Kissen aufgebaut. Auf gemeinsames Kommando schleudern die menschlichen Wurfmaschinen die Aspiranten einzeln in hohem Bogen aus der Schule in die Kissen.
Vor den Matten haben sich vor allem die Mütter postiert, um die Flugphase des Abgängers per Handy für die Ewigkeit festzuhalten. Das muss sitzen, Wiederholung ausgeschlossen. Vielleicht wird eines dieser Bilder später mal in einer Hochzeitszeitung auftauchen.
Ganz großes Hallo, als Sabine Rehbehn, die 38 Jahre lang im Schuldienst war, über die Matten geschleudert wird. Rehbehn wirkte all diese Zeit an der Schönachschule und geht in den verdienten Ruhestand. Ihre Kollegin May Meixner wechselt die Schule und durfte ebenfalls ihren Arbeitsbereich im hohen Bogen verlassen.