Im Wendelstal von St. Wendel: „Ein spiritueller Kraftort“ – Wendelskapelle nach sechs Monaten renoviert

Im Wendelstal von St. Wendel „Ein spiritueller Kraftort“ – Wendelskapelle nach sechs Monaten renoviert

St. Wendel · Am Montag wurde im Wendelstal das Kapellenfest gefeiert. Anlass war die Wiedereröffnung der Wendelskapelle nach halbjähriger Renovierung. Über 200 Menschen haben die besondere Atmosphäre erleben dürfen.

19.08.2026 , 20:00 Uhr

Frisch renoviert und indirekt beleutet präsentiert sich die Wendelskapelle der Öffentlichkeit.

Frisch renoviert und indirekt beleutet präsentiert sich die Wendelskapelle der Öffentlichkeit.

Foto: Mechtild Seiler

Endlich ist sie wieder im Wendelstal zu hören, die Glocke der Wendelskapelle, und ruft mit silberhellem Klang die Gläubigen zum Gottesdienst. Mehr als 200 Menschen sind ihrem Ruf gefolgt. Zum ersten Mal seit einem halben Jahr wurde hier wieder Eucharistie gefeiert. Die Freude darüber war überall zu spüren.

Neue Beleuchtung in der Wendelskapelle

Beim Betreten der Kapelle fiel zunächst der Geruch nach frischer Farbe auf und dann die neue indirekte Beleuchtung oberhalb des Simses. Sie setzt den Raum wunderbar in Szene. Die Kapelle hatte sich schon gut gefüllt, mehr als 60 Menschen passen nicht hinein. Alle anderen konnten vor der Kapelle Platz nehmen. „Wendelins Helferlein“ hatten vorgesorgt und auch eine gut funktionierende Lautsprecheranlage angebracht.

Außenansicht der Kapelle.

Außenansicht der Kapelle.

Foto: Mechtild Seiler

Um 18 Uhr zog Dekan Klaus Leist mit vier Messdienern, Kooperator Michael Jakob und Diakon Andreas Czulak festlich in die Kapelle ein. Gerhard Tröster sorgte am Keyboard für Orgelmusik. Leist begrüßte die zahlreich erschienenen Besucher. Er hatte den Zuspruch erwartet, liegt dieses Kleinod doch vielen St. Wendelern am Herzen.

„Ein spiritueller Kraftort“

In seiner Predigt brachte Leist seine Freude und Dankbarkeit über die gelungene Renovierung zum Ausdruck. „Nach sechs Monaten Bauzeit dürfen wir die Wendelskapelle wieder ihrer Bestimmung übergeben. Die Wendelskapelle und das Wendelstal waren, sind und bleiben ein spiritueller Kraftort, an dem Menschen seit Generationen zur Ruhe kommen, beten, Hoffnung schöpfen, Trost erfahren und neue Kraft für ihren Lebensweg empfangen.“

Dass dieses Fest nun gefeiert werden konnte, ist zahlreichen Handwerkern und nicht zuletzt der Architektin Nadja König zu verdanken. Sie erzählt, dass die Aufgabe eine große Herausforderung war. In den letzten Jahren hatte sich gezeigt, dass der Untergrund in Bewegung war, je nach Bodenfeuchtigkeit und Temperatur dehnte er sich aus oder zog sich zusammen.

Neue Verankerungen im Mauerwerk

Dadurch entstanden Risse in den Wänden. Deshalb musste das Gebäude so gesichert werden, dass es sich nur als Ganzes bewegen kann, wie ein Stück Holz auf Wasser. Auch musste das Landesdenkmalamt allen Maßnahmen zustimmen.

Letzten Endes wurden innerhalb des Mauerwerks ringförmige Verankerungen angebracht, zu sehen ist davon nichts. Außerdem wurde die Westfassade neu verfugt, das Portal saniert, Figuren restauriert, die Kapelle erhielt innen und außen einen neuen Anstrich. Alle Beteiligten lobten die Arbeit der Handwerker.

Dass das Projekt auch für die Handwerker eine Herzenssache war, wurde daran sichtbar, dass alle Gewerke durch Repräsentanten vertreten waren. Sie konnten das Lob von Dekan Leist sichtlich genießen. Finanziert wurde das Projekt durch die Kirchengemeinde. Es gab je einen Zuschuss von der Bauhütte und vom Landesdenkmalamt. Der Rest wurde über die Kollekte, Spenden und Rücklagen finanziert.

„Ein Ort, an dem die Seele aufatmet“

Nicht vergessen darf man die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. Anne Kessler und die indischen Ordensschwestern haben die Kapelle auf Hochglanz gebracht, Klaus Keller die Außenanlage. „Wendelins Helferlein“ haben für Grillwürstchen und Getränke gesorgt, auf der Festwiese Tische und Bänke aufgestellt.

Pastor Leist wünscht zum Abschied, dass „die Wendelskapelle für uns und die kommenden Generationen ein Ort ist, an dem die Seele aufatmet, der Mensch zu sich selbst findet und das Herz sich Gott öffnet. Die Wendelskapelle war, ist und bleibt ein Kraftort.“ Wer dies selbst erfahren möchte, kann bis zum 28. September jeden Montag um 18 Uhr dort die Heilige Messe besuchen. (sle/ole)