Deutsche Biathletin warnt vor Folgen des Klimwandels auf sportliche Misserfolge

„Immer grenzwertiger“: Deutsche Biathletin gibt eindringliche Klima-Warnung

Stand: 01.08.2026, 19:08 Uhr

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Die fortschreitende Klimakatastrophe macht auch dem Wintersport zu schaffen. Selina Grotian äußert Bedenken und bekommt von den Zahlen recht.

München – Extremwetterphänomene nehmen zu und die globale Erwärmung macht sich immer deutlicher bemerkbar. Das bringt auch die deutsche Biathletin Selina Grotian ins Grübeln. „Es wird sich in den nächsten Jahren einiges ändern. Man hat es jetzt schon gesehen – es gibt viele Roller-Events. Es wird einfach sehr schwierig werden, immer mehr in Deutschland durchzuführen“, sagte die 22-jährige Biathletin in einem Interview mit Sport1.

Selina Grotian warnt vor den Folgen der Klimakatastrophe.

Selina Grotian warnt vor den Folgen der Klimakatastrophe. © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

Bisher hätte man „in Oberhof und Ruhpolding“ mit den Bedingungen noch Glück gehabt, aber man merke bereits: „Es wird immer grenzwertiger, immer schwieriger, dass die guten Bedingungen bleiben und auch bis zum Schluss gut bleiben.“ Um weiter bestmögliche Bedingungen in Hinblick auf mildere Winter zu gewährleisten, wurde bereits das Weltcuprennen in Oberhof ab 2027 in den März verschoben. Bislang fand das Rennen zum Jahresbeginn statt.

Besorgniserregende Zahlen zur Klimasicherheit von Olympia-Standorten

Für Grotian hat der Schneemangel eine größere Dimension erreicht, die sich auch bei den Erfolgen deutscher Wintersportler niederschlagen dürfte. „Ich glaube, dass wir einfach nicht die Breite haben. In Skandinavien ist es gang und gäbe, dass man von klein auf auf Skier gestellt wird. Und das ist bei uns einfach sehr schwierig – jetzt auch klimamäßig. Der Schnee ist einfach nicht so da wie früher. Wir haben einfach nicht so die Breite, um viele Leute zum Sport motivieren zu können.“

Dass Klimawandel aber nicht vor Ländergrenzen Halt macht, ist Grotian bewusst: „Das ist überall auf der Welt so.“ Das belegen auch die Zahlen. Eine Studie der Forscher Robert Steiger (Universität Innsbruck) und Daniel Scott (University of Waterloo, Kanada) hat die Resilienz 93 möglicher und vergangener Austragungsorte der olympischen Winterspiele untersucht, und kam zu alarmierenden Ergebnissen.

Die 2025 in der Zeitschrift Current Issues in Tourism erschienene Studie kommt zu dem Schluss, dass nur noch zwischen 45 und 55 (je nach CO₂-Einsparung) der 93 möglichen oder vergangenen Olympia-Austragungsorte bis 2050 klimasicher sind. Das bedeutet aber nicht, dass diese dann auch schneesicher wären. So wird auch bei den klimasicheren Orten St. Moritz und Calgary davon ausgegangen, dass in der Zukunft große Mengen an Kunstschnee nötig sein werden. (sch)