Fußball-Bundesliga: In Hartberg will sich nach dem Auftakt niemand „deppert machen lassen“ | Kleine Zeitung
Nach der bitteren 0:1-Niederlage in Salzburg könnte in Hartberg noch einiges passieren. An der grundsätzlichen Idee wird sich aber nichts verändern.
Beinahe hätte es zur ganz großen Sensation gereicht, doch wenige Sekunden fehlten den Hartbergern in Salzburg auf den ersten Punktgewinn im ersten Spiel der neuen Saison. Nach einem beherzten Kampf, in dem die blau-weißen Mannen von Markus Schopp lange Zeit alles wegverteidigten, was ihnen in den Weg kam, fixierte Karim Konate in der 89. Minute den Sieg für den großen Favoriten aus der Mozartstadt. Bitter – und das auf ganz vielfältige Art und Weise. „Natürlich ist es auf 90 Minuten nicht unverdient, aber es fühlt sich schon bitter an, wenn man so spät ein Tor bekommt“, hadert auch Trainer Markus Schopp nach seinem Bundesliga-Start in die dritte TSV-Amtszeit.
Gerade für die junge und auf vielen Positionen stark veränderte Truppe hätte ein Erfolgserlebnis zum Auftakt wie eine Initialzündung wirken können. „Wir hatten auch unsere Möglichkeiten, die Partie in eine andere Richtung zu lenken; leider Gottes ist uns das nicht gelungen“, weiß Schopp, der von seiner Mannschaft mehr Glaube an die eigene Idee verlangt. „Die Jungs müssen noch mehr daran glauben, wie wir im Ballbesitz auftreten wollen. Natürlich gibt es da noch Luft nach oben.“ Immer wieder konnten die Oststeirer in der Mozartstadt in der ersten Hälfte für Entlastung und einige Nadelstiche sorgen, ein erlösender Treffer gelang jedoch nicht. „Das ist vielleicht noch der Unterschied zur Vorsaison. Da haben drei, vier Chancen gereicht, um ein Tor zu machen. Leider war es jetzt nicht so.“
Gibt es weitere Neuzugänge?
Das wirft natürlich die Frage auf, ob vor allem in der Offensive noch Handlungsbedarf besteht, um aus wenig viel zu machen. „Wir halten die Augen offen“, erklärt Schopp, der auch als technischer Direktor beim TSV fungiert. „Aber es ist ja offensichtlich, dass wir viele Abgänge hatten und noch nicht so viele Zugänge. Da ist sicher noch etwas offen, aber wir haben in Hartberg einfach sehr limitierte Möglichkeiten, in denen wir uns bewegen.“ Dem Vernehmen nach dürfte sich in den nächsten Wochen also noch der ein oder andere Neuzugang anbahnen, um für noch mehr Tiefe auf den Offensivpositionen zu sorgen. Die Herangehensweise an dieses Unterfangen ist aber klar: „Das Transferfenster hat ja noch lange offen. Man kann sich davon jetzt deppert machen lassen, oder eben behutsam sein. Wir wollen das Ganze sehr bedacht angehen.“
Fix ist auch, dass den „jungen Wilden“ im Kader weiterhin das volle Vertrauen geschenkt wird – egal was sich auf dem Transfermarkt noch tun könnte. „Gegen Salzburg haben mit Matthias Postl und Florian Gerstl zwei Talente debütiert, das muss man auch klar sagen. So eine Erfahrung wird sie sicher weiterbringen“, erklärt Schopp, der die Entwicklung der eigenen Nachwuchsspieler als eines der größten Ziele für die aktuelle Spielzeit ausgegeben hat. Deshalb wäre es kaum verwunderlich, wenn am kommenden Wochenende im Steirerderby gegen Sturm erneut das ein oder andere Talent in der ersten Elf zu sehen sein wird. „Wir lassen uns sicher in der Defensive etwas einfallen und wollen im Ballbesitz nachschärfen, darum wird es in der Vorbereitung gehen. Die Jungs ziehen aber zu 100 Prozent mit.“ Gegen die Grazer könnte dann auch wieder Lukas Spendlhofer in der Startformation stehen. Der Routinier war für die Partie in Salzburg fix eingeplant, musste mit muskulären Problemen aber kurzfristig absagen. „Natürlich mussten wir unseren Matchplan deshalb etwas adaptieren und umstellen“, erklärt der Trainer. „Es ist zum Glück aber keine langfristige Geschichte bei ihm.“