Indiens erste privat entwickelte Trägerrakete gestartet
Indien hat erstmals eine privat entwickelte Orbitalrakete erfolgreich gestartet. Die Rakete Vikram-1 habe ihren ersten Testflug erfolgreich absolviert, erklärte das Raumfahrtunternehmen Skyroot Aerospace an diesem Samstag im Onlinedienst X. "Hallo Weltraum, wir sind angekommen!", schrieb das Unternehmen.
Wichtiger Schritt für Indien
Die Rakete hob vom indischen Weltraumbahnhof auf der Insel Sriharikota ab und setzte 15 Minuten später ihre Fracht in einer Umlaufbahn in 450 Kilometern Höhe aus. An Bord befanden sich mehrere Geräte von Kunden zur Satellitenerprobung und für Experimente im Orbit. Das Projekt mit dem Namen "Aagaman" soll wichtige Daten für künftige kommerzielle Flüge liefern.
Der Start gilt als wichtiger Schritt für Indien, das seinen Anteil an der weltweiten Raumfahrtwirtschaft ausbauen will. Nach den USA und China ist Indien nun das dritte Land, in dem einem Privatunternehmen der Start einer Rakete in die Erdumlaufbahn gelungen ist. Skyroot Aerospace kündigte weitere Testflüge an, bevor der kommerzielle Betrieb aufgenommen werde.

Bislang wurde die indische Raumfahrt weitgehend von der staatlichen Raumfahrtbehörde Isro geprägt. 2020 öffnete Indien seinen Raumfahrtsektor für private Investoren. Die Regierung in Neu-Delhi setzt darauf, dass private Unternehmen dabei helfen, im Wettbewerb mit den USA, Europa und China zu bestehen.
Deutschlands Scheitern
Der erfolgreiche Flug steht im Gegensatz zu den Schwierigkeiten des deutschen Raumfahrtunternehmens Isar Aerospace. Dessen zweiter Testflug der Spectrum-Rakete vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya wurde seit Januar mehrfach wegen technischer Probleme und ungünstiger Wetterbedingungen verschoben.
Zuletzt sagte Isar Aerospace einen für Mitte Juni geplanten Start wegen Abweichungen in den Flüssigkeitssystemen ab. Bereits ein für April vorgesehener Versuch war wegen eines vermuteten Lecks gestrichen worden.

Bei einem ersten Testflug im März 2025 war die Spectrum-Rakete erfolgreich abgehoben und nach rund 30 Sekunden planmäßig ins Meer gestürzt. Beim zweiten Flug sollten erstmals fünf Kleinsatelliten und ein Experiment befördert werden.
Das in Ottobrunn bei München ansässige Isar Aerospace gehört zu mehreren europäischen Unternehmen, die Europa bei Raketenstarts unabhängiger von den USA und Russland machen wollen. Das weltweite Geschäft mit Trägerraketen wird bislang vor allem vom US-Unternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk dominiert.
pg/wa (afp, rtr)
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