Besuch der Amtseinführung: Setzt FIFA-Präsident Infantino in Kolumbien wieder auf die Trump-Taktik?

Infantino bindet nach Trump nächsten Staatspräsidenten an sich

Stand: 07.08.2026, 19:38 Uhr

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Mitten in den Diskussionen um Gianni Infantino reist dieser zur Amtseinführung eines Staatspräsidenten und hofft, dort neue Unterstützer zu finden.

Cali – Bei der WM 2026 rollte FIFA-Präsident Gianni Infantino dem US-Präsidenten Donald Trump den roten Teppich so oft und medienwirksam aus wie möglich. Die Verbindung zu Trump ließ Infantino sicher im Sattel sitzen und so reist der FIFA-Präsident in der Zeit, in der seine Zukunft in diesem Amt so unsicher wie nie ist, erneut um den Globus, um sich mit führenden Politikern zu treffen.

Die FIFA und Präsident Gianni Infantino stehen in der Kritik – mal wieder.

Die FIFA und Präsident Gianni Infantino stehen in der Kritik – mal wieder. © picture alliance/dpa/AP | George Walker IV

In Kolumbien wird der neugewählte Präsident Abelardo de la Espriella in sein Amt eingeführt. Wie Trump ist auch Espriella weit rechts im politischen Spektrum einzuordnen. Der Amtseinführung will auch Infantino beiwohnen. Gemeinsam mit dem Präsidenten des südamerikanischen Fußballverbands CONMEBOL weilt er derzeit in der kolumbianischen Stadt Cali.

Südamerikanischer Verband unterstützt Infantino

Die CONMEBOL ist das südamerikanische Pendant zur europäischen UEFA – mit dem entscheidenden Unterschied, dass die CONMEBOL als Unterstützerin Infantinos gilt. Die UEFA setzt nach ihrer Boykott-Drohung dagegen weiterhin auf maximalen Widerstand gegen den Schweizer, der sich Anfang 2027 für eine weitere Amtszeit wählen lassen will.

Seine Pläne, die Fußball-WM für private Investoren zu öffnen, lösten eine Kette an Konsequenzen aus, deren Ende heute noch nicht absehbar ist. UEFA-Boykott, Rücktritt führender Mitarbeiter, dazu Erpressungsvorwürfe und die vorgefertigten Infantino-Lobreden, die an einzelne Verbände verschickt wurden.

Doch Infantino scheint sich so schnell nicht geschlagen zu geben. Wer bei der FIFA-Krisensitzung in Marokko einen Rücktritt erwartet hatte, sah sich getäuscht. Der Schweizer kämpft um seinen Job und scheint dabei jetzt auch wieder auf Unterstützung aus der Politik zu hoffen. Neben dem Besuch der Amtseinführung von Espriella will Infantino außerdem einen Sportkomplex im Rahmen eines Kinderfußballfestivals in Kolumbien besuchen. (phm)