„Viel Vertrauen verloren“: Infantino-Feindin legt im WM-Streit gegen FIFA-Präsidenten ordentlich nach
Stand: 01.08.2026, 13:41 Uhr
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Lise Klaveness attackiert FIFA-Präsident Gianni Infantino scharf. Die Norwegerin sieht durch den Streit um Investorenpläne dessen Glaubwürdigkeit beschädigt.
Oslo – Der Konflikt um die Zukunftspläne der FIFA sorgt weiter für Unruhe im internationalen Fußball. Lise Klaveness, Präsidentin des norwegischen Fußballverbandes und eine der bekanntesten Kritikerinnen von FIFA-Präsident Gianni Infantino, sieht den Verbandschef durch den Widerstand gegen seine Investorenpläne deutlich geschwächt. „Mein klarer Eindruck ist, dass er sehr viel Vertrauen verloren hat“, sagte die Juristin am Freitag in Oslo.

Nach Ansicht von Klaveness hat Infantino mit der aktuellen Debatte auch seine Position im Hinblick auf eine mögliche Wiederwahl nicht gestärkt. „Durch diesen Vorfall hat der FIFA-Präsident seine Kandidatur nicht gestärkt“, erklärte sie. Besonders kritisch bewertet sie die von der FIFA gesetzte Frist, bis zum 19. September Zustimmung der Mitgliedsverbände zu den Plänen einzuholen. Dies sei „absolut eine Form der Erpressung, ob strafbar oder nicht. Im besten Fall ist es unangemessen“, so Klaveness.
Präsidentin des norwegischen Fußballverbandes kritisiert Infantino scharf
Die Norwegerin machte deutlich, dass die Vorgänge aus ihrer Sicht eine ernsthafte Belastungsprobe für die Organisation darstellen. „Es waren dramatische Tage“, sagte sie und sprach von einer „sehr ernsten Situation für den norwegischen und internationalen Fußball“. Unterstützung erhielt dabei UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, dessen Vorgehen sie als „befreiend klare“ Führung bezeichnete. Er habe mit seiner Haltung deutlich gemacht: „Genug ist genug!“
Eine persönliche Bewertung von Infantinos Zukunft wollte Klaveness zunächst nicht abgeben. Dennoch verwies sie auf den Vertrauensverlust des FIFA-Präsidenten: „200 Länder hatten Infantino vor Ausbruch dieser Sache Unterstützungsschreiben übermittelt. Wir gehörten nicht dazu. Meiner Ansicht nach hat er aber erheblich an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Wir haben uns mit dieser Angelegenheit jedoch noch nicht befasst.“
Besonders kritisch sieht Klaveness die Entscheidungsprozesse innerhalb der FIFA. In Europa habe niemand, „kein einziger“, von den Plänen gewusst, betonte sie. Gleichzeitig stellte sie die Notwendigkeit der umstrittenen Finanzpläne infrage: „Die FIFA braucht das Geld nicht – und wenn sie es brauchen würde, wäre das nicht der Weg, es zu bekommen.“ Der Fußball müsse ihrer Ansicht nach stärker an den Interessen der Menschen ausgerichtet und „demokratisch geführt“ werden.
Für Klaveness bietet die aktuelle Situation auch eine Chance für Veränderungen. „Wir müssen diesen Moment nutzen, um die Demokratieprozesse zu stärken“, forderte sie. Entscheidend sei dabei die Kontrolle innerhalb der Organisation: „Wenn das System der Checks und Balances in einer solchen Organisation nicht mehr funktioniert, bekommen wir alle dasselbe Problem.“ (LF)