Insolvenz bei König-Gruppe: Zukunft für 1000 Beschäftigte ungewiss
Stand: 22.08.2026, 20:10 Uhr
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Vom Millionenunternehmen zum Sanierungsfall: Die König-Gruppe aus Moringen steckt in der Krise. Für rund 1000 Beschäftigte beginnt nun die Suche nach einem Weg aus der Insolvenz.
Moringen – Die König-Gruppe aus Moringen im Landkreis Northeim steckt in einer wirtschaftlichen Krise. Für die Holding König SE & Co. KG sowie die beiden Bereiche König Fachpersonal und König Profilsysteme wurde Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Göttingen stimmte den Anträgen am 19. August zu. Nun soll ein Investorenprozess die Zukunft der Gruppe sichern.

Insgesamt sind rund 1000 Beschäftigte betroffen, darunter knapp 900 Fachkräfte in der Arbeitnehmerüberlassung. Für sie bedeutet der Insolvenzantrag zunächst nicht automatisch den Verlust des Arbeitsplatzes. Nach Unternehmensangaben erhalten die Beschäftigten zunächst Insolvenzgeld. Der Geschäftsbetrieb soll während des Verfahrens fortgeführt werden.
Unternehmen erzielte 100 Millionen Euro Umsatz
Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nennt das Sanierungsteam eine zu geringe Auslastung, steigenden Preis- und Margendruck sowie interne strukturelle Probleme. Die Gruppe ist in zwei unterschiedlichen Bereichen aktiv: König Fachpersonal vermittelt und überlässt Fachkräfte unter anderem an Unternehmen aus Handwerk, Industrie und Logistik. König Profilsysteme produziert Metallprofile und Zubehör für den Innenausbau sowie Spezialprofile für verschiedene industrielle Anwendungen.
Nach Unternehmensangaben erzielte die König-Gruppe 2025 rund 100 Millionen Euro Umsatz. Sie verfügt über mehr als 15 Standorte in Deutschland und ist mit einer Tochtergesellschaft an drei Standorten in Österreich vertreten. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis 1965 zurück. König startete in Hamburg zunächst als Montagedienstleister für Klima- und Lüftungstechnik. Mitte der 1970er-Jahre wurde der Firmensitz nach Moringen verlegt.
Insolvenz in Eigenverwaltung soll Sanierung ermöglichen
Noch vor wenigen Jahren investierte die Gruppe kräftig in den Standort. Für ein neues Werk zur Herstellung kundenindividueller Spezialprofile wurden rund 10 Millionen Euro ausgegeben, berichtet das Göttinger Tageblatt. Dort entstehen unter anderem Metallprofile für Trockenbau und Innenausbau, Spezialprofile und Stanzteile sowie Produkte für Photovoltaik-Freiflächenanlagen.
Die Insolvenz in Eigenverwaltung soll eine Sanierung ermöglichen. Die Geschäftsführung bleibt dabei grundsätzlich im Amt und wird von einem Sachwalter überwacht. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Amtsgericht Göttingen Rechtsanwalt Markus Kohlstedt. Als Sanierungsgeschäftsführer sind Christian Stoffler und Fredrik Ljungman eingesetzt.
Insolvenz bei König: Investor soll Zukunft sichern
Nun soll ein strukturierter Investorenprozess starten. Möglich sind nach Unternehmensangaben sowohl eine Gesamtlösung für die Gruppe als auch der Verkauf oder die Weiterentwicklung einzelner Geschäftsbereiche.
Bis Ende des Jahres soll eine zukunftsfähige Lösung gefunden werden. Ziel sei es, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Ob ein Investor einsteigt oder einzelne Unternehmensteile getrennt weitergeführt werden, ist derzeit offen. Für Moringen ist das Verfahren besonders relevant: Die König-Gruppe gehört dort seit Jahrzehnten zu den etablierten Arbeitgebern. Die Insolvenz markiert nun einen tiefen Einschnitt – und einen Sanierungsprozess, in dem sich entscheiden wird, welche Teile des Unternehmens langfristig wirtschaftlich tragfähig sind. (Verwendete Quellen: Indat, Göttinger Tageblatt)