Instagram-Star schenkt Rottenbucher Münster speziellen Fresko-Spiegel

Stand: 03.09.2026, 18:00 Uhr

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Dank dem großen Spiegel kann man die Fresken in der Kirche Mariä Geburt jetzt viel besser betrachten.

Dank des großen Spiegels kann man die Fresken in der Kirche Mariä Geburt jetzt viel besser betrachten. © Herold

Der Barock-Blogger Constantin Pelka hat dem Münster in Rottenbuch einen maßgeschneiderten Spiegel gestiftet. Besucher können damit die 26 Decken-Fresken von Matthäus Günther betrachten, ohne den Nacken zu verrenken.

Rottenbuch – Wer gerne Kirchenkunst besichtigt, kennt das Problem: Vom vielen Schauen nach oben wird der Nacken steif. In einigen Kirchen in Rom gibt es bereits Spiegel, anhand derer die Besucher die Fresken besser betrachten können. Nun kann auch das Münster in Rottenbuch damit aufwarten. „Ich kenne in unserer Region keine andere bedeutende Kirche, die auch so einen Spiegel hat“, sagt Pfarrer Josef Fegg. „Es ist wirklich ein Novum, und wir sind dankbar und stolz.“

Wie es dazu kam, ist eine besondere Geschichte: Auf Instagram bloggt Constantin Pelka unter dem Namen „Baroqueblockbuster“ außergewöhnliche Fotos und Videos von barocken Kirchen aus ganz Europa. Pelka hat fast 600.000 Follower. Sein Video aus der Münchner Asamkirche im Jahr 2023 erhielt 2,7 Millionen Likes und fast 3000 Kommentare. Pelka bloggt auf Englisch und berichtet im Text kurz über Geschichte und Bedeutung des Objekts.

Pfarrer Fegg wurde vor rund zwei Jahren online auf Pelka aufmerksam und schrieb ihn an. „Ich habe ihn für seine Fotos gelobt und ihm geschrieben, dass wir hier in Rottenbuch eine der schönsten Kirchen in ganz Süddeutschland haben.“ Der Blogger sei daraufhin ins Münster gekommen, begeistert gewesen und habe für Instagram Fotos gemacht. Außerdem drehte er einen Beitrag fürs ZDF. Seither stehe man in Verbindung, berichtet Fegg.

Pelka war es nun, der dem Münster diesen besonderen Spiegel schenkte. „Es handelt sich nicht um irgendeinen Spiegel“, sagt Fegg. „Es ist eine teure, maßgeschneiderte Sonderanfertigung von einem Schreiner.“ Die Spiegelfläche sei leicht gewölbt und von der Einfärbung her so, dass man die Farben der Fresken bestmöglich spiegeln könne, berichtet Fegg weiter. „Es funktioniert wunderbar. Wir sind Herrn Pelka sehr dankbar. Mit unseren bescheidenen Mitteln in der Pfarrei hätten wir das nie finanzieren können.“

Im Rottenbucher Münster zeigen 26 Fresken verschiedene Stationen aus dem Leben des Heiligen Augustinus. Sie wurden zwischen 1737 und 1746 von Matthäus Günther geschaffen, der zu den bedeutendsten Freskenmalern des Rokoko im süddeutschen Raum zählt. Günther war ein Meister der illusionistischen Malerei, beeinflusst von venezianischen Künstlern wie Tiepolo. Der Spiegel steht derzeit im Mittelgang des Münsters mit Blick auf das Doppelfresko. Hier sieht man auf der einen Seite die Belagerung der antiken Stadt Hippo und auf der anderen Seite den Tod des Hl. Augustinus in jener Stadt.

„Die ersten Rückmeldungen der Besucher sind sehr positiv“, berichtet Albrecht Bögle, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats und des „Vereins der Freunde der Pfarrkirche Mariae Geburt“. Zwar sehe man im Spiegel seitenverkehrt, aber das sei kein Problem. „Viele sagen, man sehe die Fresken jetzt viel heller, und dass das sehr schön sei.“

Spiegel wird immer wieder umgestellt

Der große Spiegel wird in der Kirche immer wieder an anderen Stellen platziert, so dass man im Laufe der Zeit alle Fresken auf diese Art und Weise betrachten kann. Bei den Gottesdiensten werde er so platziert, dass er den Kirchenraum nicht beeinträchtige, so Bögle.

Pfarrer Fegg ist sich sicher, dass Blogger Constantin Pelka eines Tages wieder Fotos und Videos in Rottenbuch aufnehmen wird. „Ich bin sehr beeindruckt von seiner Arbeitsweise“, sagt Fegg. „Er hat ein großes Gespür und Auge für verschiedenste Details.“ Außerdem könne man über den „Baroqueblockbuster“ eine große Reichweite erzielen. „Er erreicht Hunderttausende, ja teils sogar Millionen Menschen mit seinen Aufnahmen“, schwärmt der Pfarrer. Zwar habe man auch selbst den Insta-Kanal @pvrottenbuch, „aber da haben wir natürlich längst nicht so viele Follower“, sagt Fegg schmunzelnd. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der es so viele negative Schlagzeilen in der Welt gebe, sei das Geschenk und die Zusammenarbeit „ein Segen“. Wer mehr sehen will: Pelkas Kanal heißt @baroqueblockbuster.