iPhone-Zwischenablage am Windows-PC: Apple öffnet Copy-Paste – aber nur in der EU
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Nur in der EU: Apple hat angekündigt, das Kopieren und Einfügen zwischen iPhone und Windows möglich zu machen – als Reaktion auf die Rahmenbedingungen der EU. Das ist ein Gewinn für die deutschen Nutzer.
Das gab es noch nie: Apple erlaubt zukünftig iPhone-Nutzern, Inhalte über die Apple-exklusive Zwischenablage (Universal Clipboard) einfach an einen systemfremden Windows-Rechner zu schicken. Als Teil des Interoperabilitätsverfahrens des EU-Digital Markets Act (DMA) werden zunächst nur Nutzer innerhalb Europas Zugriff auf das Feature bekommen. Bisher bleibt es allerdings nur bei einer offiziellen Ankündigung.
Was bedeutet das für euch?
Bisher war Apples Universal Clipboard eine einfache Möglichkeit, Inhalte wie Text, Bilder, Dateien und Videos über mehrere Geräte hinweg zu teilen, aber eben nur im Apple-Ökosystem. Bislang hat Apple behauptet, dass es das Universal Clipboard nicht für Nicht-Apple-Geräte öffnen würde, doch ein neuer Eintrag auf Apples Webseite für Entwickler "Interoperabilitätsantrag in der EU" zeigt, dass Apple die Schleusen öffnet. In Zukunft sollen auch Windows-PCs Zugriff auf verbundene Apple-Geräte erhalten.
Warum hat sich Apples Meinung geändert?
Dem zugrunde liegt nicht etwa Apples Wohlwollen zu einem harmonischen Home-Setup, sondern die DMA-Interoperabilitätsanfrage von Microsoft vom 25. März 2026. In einer ersten Antwort hieß es, dass das Unternehmen momentan nicht die Möglichkeit habe, ein solches Feature zu implementieren, sich aber mit dem Thema auseinandersetzen werde. Am 26.06.2026 kam dann die finale Antwort: Es wird möglich sein, mit anderen Geräten Inhalte zu teilen.
Nur um die Anfrage richtig einzuordnen: Unter dem Digital Markets Act ist Apple gezwungen, sich mit der Anfrage auseinanderzusetzen und (wenn nichts Konkretes dagegen spricht) seine Tore zu öffnen. Der DMA sorgt zwischen der EU und Apple häufig für Streitpunkte. Die Richtlinien der EU bescheren also den deutschen iPhone-Nutzern ein neues Feature, das den US-Nutzern zumindest vorläufig vorenthalten bleibt.
Heterogene Techniksysteme nur über Umwege vereinbar
Wer als Technik-Fan die Betriebssysteme von Apple und Microsoft mischt, muss sich über Umwege selbst helfen, um Inhalte vom iPhone an den Windows-Laptop zu senden. Zum Beispiel könnt ihr Dateien über die eigene E-Mail an euch selbst senden, über WhatsApp Web einen eigenen Chat-Verlauf anlegen oder ihr nutzt eine Cloud wie OneDrive, um Dateien von einer Welt in die andere zu transportieren. Eine der wenigen echten Alternativen ist die Microsoft-App "Smartphone-Link", die ihr im App Store runterladen könnt. Mit der App könnt ihr Nachrichten und Anrufe eures iPhones am Windows-Rechner empfangen und den Dienst iMessage benutzen, jedoch keine Dateien und Videos hin- und herschicken.
Es gibt noch keinen konkreten Plan
Bisher gibt es nur die offizielle Bestätigung, dass es möglich sein wird, Inhalte direkt zu tauschen, doch laut dem Online-Magazin "9to5Mac" soll Microsoft dabei dasselbe Framework "AccessorySetupKit" nutzen, welches auch schon Meta nutzen musste, um Kopfhörer mit Apple-Produkten zu verbinden. Das Ganze soll laut 9to5Mac bis Herbst 2027 realisiert werden. Das würde bedeuten, dass die Veröffentlichung des Features vielleicht mit iOS 28 zusammenfällt – offiziell bestätigt ist das alles jedoch noch nicht.
Wusstet ihr, dass im Rahmen des EU-DMA Apple seine proprietären Konnektivitätsfunktionen AirDrop und AirPlay für Drittanbieter öffnen muss? Damit erhalten Konkurrenten Zugriff auf die Schnittstellen für WLAN und Bluetooth. Fernseher, Musikanlagen und Streaming-Boxen erhalten das Recht, AirPlay-Inhalte zu nutzen. Das kann aber auch Nachteile für Nutzer in Deutschland haben, denn Siri AI bleibt ihnen vorerst vorenthalten.
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