Iran-Krieg: Durchfahrt der Meerenge Bab al-Mandab – Italien beschließt Alleingang

Iran-Krieg: Durchfahrt der Meerenge Bab al-Mandab – Italien beschließt Alleingang

Live-Blog USA und Huthi sollen geheime Gespräche im Oman geführt haben +++ Diesel erreicht Rekordpreis in Deutschland +++ Trump-Regierung plant Waffenlieferung an Israel +++ Der Newsblog.

Ein Handelsschiff liegt vor der Küste des Jemen bei Bab al-Mandeb vor Anker. Foto: AFP

Trump über Iran-Krieg: Große Entscheidung steht an

US-Präsident Donald Trump hat im festgefahrenen Iran-Krieg eine „große Entscheidung“ angekündigt - ohne dabei zeitlich konkret zu werden. Sie stehe bevor, sagte der Republikaner dem Portal „Axios“. Es gehe darum, ob es Vernichtung geben werde oder nicht. Wen er genau damit meinte, sagte Trump nicht. „Axios“ bezog das in dem Bericht auf die iranische Führung. Trump hatte in der Vergangenheit in dem Konflikt immer wieder mit Vernichtung gedroht.

Durchfahrt der Meerenge Bab al-Mandab: Italien beschließt Alleingang

Angesichts der sich zuspitzenden Lage in der Meerenge Bab al-Mandab hat Italien angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mit Hilfe der Marine zu gewährleisten. Das Land wolle dabei nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der EU warten, teilte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto mit. „Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen.“ Wenn die Seeroute nicht befahren werden könne, habe das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, warnte Crosetto.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen.“ Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Durch diesen Wasserweg führt die wichtigste Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien.

UN-Bericht sieht mögliche US-Kriegsverbrechen im Iran

Zwei US-Luftangriffe in der frühen Phase des Irankriegs könnten nach Einschätzung einer UN-Kommission als Kriegsverbrechen eingestuft werden. Luftangriffe auf eine Mädchenschule in Minab im Süden des Landes sowie ein separater Angriff auf einen Sportkomplex in der Provinz Fars seien willkürliche Angriffe mit tödlichen Folgen für die Zivilbevölkerung, heißt es in einem Bericht einer unabhängigen UN-Untersuchungsmission.

Bei dem Angriff auf die Schule waren nach offiziellen Angaben 168 Schülerinnen getötet worden. Die UN-Kommission spricht unter Berufung auf unabhängige Berichte von insgesamt 157 Toten. „Die USA haben den Angriff auf das Gebäude der Schule unter Bewusstsein eines erheblichen Risikos angeordnet, ein ziviles Objekt zu treffen und fahrlässig gehandelt“, schreibt die Kommission.

Bei einem weiteren Angriff auf ein Sportkomplex in Lamerd in der Provinz Fars seien nach offiziellen Angaben 22 Menschen getötet worden, heißt es in dem Bericht. Internationale Medien hatten über den Einsatz neuartiger US-Munition bei dem Vorfall berichtet. Bei der Explosion einer Rakete in der Luft sei Schrot aus Wolfram weit verstreut worden. Auch dieser Angriff in einem bewohnten Gebiet wird als mögliches Kriegsverbrechen bewertet.

Diesel ist in Deutschland so teuer wie nie zuvor

Nach Benzin erreicht jetzt auch Diesel in Deutschland einen neuen Rekordpreis. Am Mittwoch kostete ein Liter im bundesweiten Tagesschnitt 2,453 Euro und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem April um 0,6 Cent, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Benzin ist bereits seit Tagen auf Rekordniveau. Am Mittwoch erreichte es sein fünftes Hoch in Folge bei 2,314 Euro pro Liter. 

Insgesamt ist Diesel derzeit knapp 71 Cent teurer als am letzten Tag vor Kriegsausbruch im Nahen Osten. E10 um knapp 54 Cent. Inflationsbereinigt waren die Kraftstoffe in der Vergangenheit allerdings bereits teurer.

USA und Huthi sollen geheime Gespräche im Oman geführt haben

US-Vertreter sollen sich am vergangenen Wochenende in Maskat mit Repräsentanten der Huthi-Miliz getroffen haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Das Treffen soll in der US-Botschaft stattgefunden und von Oman vermittelt worden sein, heißt es in dem Bericht. An den Gesprächen nahmen demnach die hochrangigen Huthi-Vertreter Mohammed Abdulsalam und Abdelmalik al-Ajri teil. 

Dabei sollen die Huthi zugesagt haben, keine US-Schiffe angreifen zu wollen und an der im vergangenen Jahr vereinbarten Waffenruhe festzuhalten. Eine Quelle sagte zudem, die Miliz wolle weder israelische Schiffe noch Handelsschiffe attackieren – mit Ausnahme saudischer Schiffe. Das US-Außenministerium äußerte sich nicht zu dem konkreten Bericht.

Trump will sich offenbar mit Golfstaaten-Chefs treffen

US-Präsident Donald Trump hat die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges gegen den Iran geäußert. „Hoffentlich nähern wir uns dem Ende des Krieges“, sagte Trump am Mittwoch vor Reportern. Der Iran wolle eine Vereinbarung treffen. Einem Bericht der Nachrichten-Website Axios zufolge will sich Trump am Dienstag am Rande der UN-Generalversammlung mit den Staats- und Regierungschefs der Golfstaaten treffen. Dabei solle es um eine US-Strategie für die Zeit nach dem Krieg gehen, meldete Axios unter Berufung auf Insider.

Trump: Höhere Benzinpreise „sehr kleiner Preis“ für den Iran-Krieg

US-Präsident Donald Trump hat die gestiegenen Benzinpreise infolge des Iran-Kriegs als vertretbar bezeichnet. Nur kurz nachdem er gesagt hatte, Bezahlbarkeit sei ein von den Demokraten „erfundenes“ Wort, räumte Trump ein, dass die Benzinpreise infolge des Iran-Kriegs „ein wenig höher“ seien. „Das ist ein sehr kleiner Preis für das, was wir erreicht haben“, sagte er. Dies gelte „selbst wenn es viel mehr wäre“.

Vor Beginn des Krieges Ende Februar sei es der US-Wirtschaft gut gegangen, sagte Trump. Er hätte sich „zurücklehnen und das genießen können“, aber er habe es für richtig gehalten, den Krieg zu beginnen, sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat North Carolina.

Quellen: Saudi-Arabien bittet Verbündete um Hilfe

Saudi-Arabien drohen angesichts der sich hinziehenden Konfrontation mit der Huthi-Miliz im Jemen die Abfangraketen auszugehen. Das Königreich habe sich deshalb an regionale und westliche Verbündete gewandt und um Unterstützung gebeten, berichteten am Mittwoch zwei Vertreter aus der Region.

Saudi-Arabien habe Frankreich, Großbritannien, Pakistan und Ägypten aufgefordert, Unterstützung für die Luftverteidigung zu entsenden, um die Abwehr von Raketen und Drohnen zu unterstützen. Der Schritt erfolgte den Angaben zufolge auch, weil die Bestände an Abfangraketen beim wichtigsten Verbündeten und Waffenlieferanten Saudi-Arabiens, den USA, im Verlauf des Kriegs mit dem Iran geschrumpft seien, sagte einer der Vertreter. Beide wollten anonym bleiben, weil sie nicht befugt waren, mit den Medien zu sprechen.

Vertreter Saudi-Arabiens reagierten zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

China fordert Öffnung der Straße von Hormus und Mäßigung von Iran und USA

China ruft den Iran und die USA zur Mäßigung auf und dringt auf eine rasche Wiederöffnung der Straße von Hormus. Beide Staaten müssten besonnen bleiben, Zurückhaltung üben und zum Memorandum von Islamabad zurückkehren, sagt der chinesische Außenminister Wang Yi bei einem Treffen mit seinem iranischen Amtskollegen in Peking mit Verweis auf eine Grundsatzvereinbarung zur Beendigung des Krieges, wie das chinesische Außenministerium mitteilt. China wolle zudem verhindern, dass die Spannungen in der Region weiter auf den Jemen und das Rote Meer übergriffen, erklärt Wang. Die Politik Pekings gegenüber dem Iran bleibe unverändert.

Ölpreise sinken nach Bericht über Saudi-Lieferungen über den Oman

Die Ölversorgung im Nahen Osten steht für die Anleger an den Rohstoffmärkten weiterhin im Fokus. Am Mittwoch unterbrachen die Ölpreise an den Börsen ihre zweitägige Rally, da Berichte über alternative Lieferwege von Saudi-Arabien die Sorgen über das Ausmaß der Versorgungsengpässe in der Region dämpften. Laut Reuters bietet Saudi-Arabien asiatischen Raffinerien demnach zusätzliche Rohölladungen zur Verladung über Umladungen von Schiff zu Schiff vor dem omanischen Hafen Sohar an.

An den Terminmärkten verbilligte sich ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um bis zu 1,5 Prozent, das US-Öl WTI sank in der Spitze um zwei Prozent. Im Laufe des Vormittages zogen die Preise dann wieder etwas an. Brent stand noch 0,4 Prozent im Minus bei 108,41 Dollar, WTI notierte 0,9 Prozent schwächer bei 104,88 Dollar.

Viele Tote und Verschüttete nach Gebäudeeinsturz in Gaza

Bei einem Gebäudeeinsturz in der Stadt Gaza hat es in der Nacht palästinensischen Angaben zufolge viele Tote gegeben. Demnach war das sechsstöckige Gebäude durch israelische Angriffe beschädigt worden. Mindestens elf Menschen, darunter auch Kinder, seien ums Leben gekommen und weitere verletzt worden, teilte der Sprecher des von Hamas kontrollierten Zivilschutzes, Mahmud Basal, am Morgen mit.

Den Angaben zufolge sollen noch Dutzende Menschen unter den Trümmern des Wohnhauses verschüttet sein. Helfer suchen derzeit nach ihnen. Den Einsatzkräften fehlt es dabei jedoch an Ausrüstung und schwerem Gerät.

Im Zuge des Kriegs zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas stürzen immer wieder durch die Kämpfe beschädigte Gebäude ein. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie gehe den Berichten nach. 

Zerstörte Gebäude in der Stadt Gaza. AP

US-Repräsentantenhaus stimmt erneut gegen Iran-Krieg

Das US-Repräsentantenhaus hat Präsident Donald Trump erneut zum Abzug des Militärs aus Kampfhandlungen mit dem Iran aufgefordert. Für eine entsprechende Resolution stimmten in der Parlamentskammer 220 Abgeordnete aus beiden Parteien, 204 stimmten dagegen. Die Abstimmung hat keine unmittelbare Konsequenz für den US-Kurs gegenüber dem Iran. Vielmehr ist die Resolution vor allem ein Versuch, den politischen Druck auf Trump hochzuhalten - zumal in weniger als zwei Monaten die Zwischenwahlen zum US-Kongress anstehen.

Es ist nicht die erste Resolution, die im Kongress im Kontext des Iran-Kriegs verabschiedet wurde. Die aktuelle war von demokratischer Seite eingebracht worden. Ausgenommen vom Abzug sind in der Resolution diejenigen Teile der Streitkräfte, die möglicherweise erforderlich sind, um die Vereinigten Staaten oder Verbündete gegen Angriffe zu verteidigen.

US-Regierung rät von Reisen nach Saudi-Arabien ab

Die US-Regierung rät ihren Staatsbürgern von Reisen nach Saudi-Arabien ab. Mögliche Reisepläne sollten überprüft werden, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Grund sei das „Risiko von Angriffen iranischer Drohnen und Raketen“ auf amerikanische Einrichtungen in dem verbündeten Königreich, bewaffnete Konflikte sowie die Gefahr von Terroranschlägen. Damit galt für das ganze Land die zweithöchste Warnstufe. 

Für Gebiete nahe der jemenitischen Grenze gelte die höchste Warnstufe, also eine Reisewarnung, hieß es. Hintergrund sind die jüngsten Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz aus dem Nachbarland.

Irans Außenminister macht sich über US-Verluste lustig

Der Munitionsmangel des US-Militärs und die Verluste im Krieg gegen den Iran sind von der Führung in Teheran mit reichlich Spott quittiert worden. Hunderte US-Militärstützpunkte in der Region seien „in Stücke geschossen“ worden, Dutzende US-Flugzeuge verbrannt, höhnte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. Er bezog sich dabei auf Angaben des US‑Verteidigungsministeriums. Die Behauptung, der Iran sei wehrlos, sei nichts als „Fiktion“, schrieb Araghtschi.

Trump-Regierung plant Waffenlieferung an Israel in Milliardenhöhe

Die US-Regierung plant ein neues milliardenschweres Waffengeschäft mit Israel: Für rund 2,8 Milliarden US-Dollar (etwa 2,4 Milliarden Euro) sollen unter anderem 40.000 leistungsstarke Bomben mit einem Gewicht von jeweils rund 900 Kilogramm geliefert werden. Das Paket umfasst 20.000 Bomben des Typs Mk84 und 20.000 des Typs BLU-117, wie zwei US-Regierungsvertreter und eine mit den Plänen vertraute Person am Dienstag (Ortszeit) mitteilten.

Derartige Waffen hatten wegen der Sorge vor einer hohen Zahl ziviler Opfer im Gazastreifen bereits für Kritik gesorgt. Die Regierung des damaligen US-Präsidenten Joe Biden hatte ihre Lieferung deshalb vor zwei Jahren vorübergehend ausgesetzt.

Militär: Saudi-Arabien wehrt Huthi-Drohne bei Mekka ab

Die saudi-arabische Luftabwehr hat nach Militärangaben nahe der für Muslime heiligen Stadt Mekka eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz abgefangen. Das unbemannte Flugobjekt wurde demnach im Süden der Stadt zerstört. Turki al-Maliki, der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi-Miliz kämpft, bezeichnete den Angriff auf der Plattform X als „schändliche Tat“. 

Bereits am Dienstag hatten die Behörden in der Pilgerstadt eine Warnung ausgegeben. Es war das erste Mal seit der neuen Eskalation des Konflikts mit der Huthi-Miliz, dass in Mekka Alarm ausgelöst wurde. 

Al-Maliki zufolge war die versuchte Drohnen-Attacke der erste Huthi-Angriff auf die für Muslime heilige Stadt seit 2017. Damals hatte die Miliz demnach versucht, Mekka mit einer ballistischen Rakete anzugreifen. 

Israels Armee tötet hochrangigen Hamas-Kommandeur im Gazastreifen

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen hochrangigen Kommandeur der islamistischen Hamas im Gazastreifen getötet. Der Chef der Hamas-Brigade von Rafah, Nayal Abu Obeid, sei eine „Schlüsselfigur in der Führungsebene der Hamas“ gewesen, teilten die Streitkräfte auf der Plattform X mit. Er sei unter anderem für die Aktivitäten der Brigade und Terroranschläge verantwortlich gewesen. Die Angaben des Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

An dem Einsatz seien neben den Streitkräften auch der Inlandsgeheimdienst Shin Bet beteiligt gewesen, schrieb Verteidigungsminister Israel Katz am Abend auf der Plattform X. Das Portal „Ynet“ berichtete, der Kommandeur sei am Nachmittag bei einem Drohnenangriff getötet worden. 

US-Militär: Iranische Attacke auf Drohnenboot abgewehrt

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben eine vom Iran versuchte Übernahme eines unbemannten US-Drohnenbootes abgewehrt. Zwei iranische Kleinboote hätten kürzlich erfolglos versucht, die Kontrolle über das unbemannte Boot zu übernehmen, teilte ein Sprecher des für die Region zuständigen US-Kommandos Centcom mit. Wann und wo sich die Attacke genau ereignete, machte das US-Militär nicht bekannt. 

Das Drohnenboot ist nach Angaben des Portals „Axios“ unter Berufung auf US-Beamte für Patrouillen in der Straße von Hormus im Einsatz. Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) hätten hinter der versuchten Übernahme am Montag gesteckt. Die Boote seien zerstört und die Menschen auf den Booten getötet worden.

USA bestätigen hochrangiges Militärtreffen in Deutschland

Das US-Militär hat vergangene Woche hochrangige Militärvertreter von acht Nationen zu einer Konferenz in Deutschland empfangen. „Die Teilnehmer sprachen über Möglichkeiten zur Stärkung der Sicherheitskooperation im Nahen Osten“, teilte ein US-Regierungsbeamter auf Anfrage mit. Weitere Details waren zunächst unklar.

Zuvor hatte das Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf israelische Quellen berichtet, dass sich hochrangige Militärkommandeure der USA, Israels und mehrerer arabischer Länder in Deutschland getroffen hätten, um über den Irankrieg und die Spannungen in der Region zu sprechen. Der Kommandeur des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper, habe dabei beteuert, dass das US-Militär seine Truppen trotz der iranischen Angriffe auf US-Stützpunkte nicht aus dem Nahen Osten abziehen werde.

US-Energieminister: Saudi-Pipeline wohl bald wieder in Betrieb

Der Ölfluss durch die wichtige saudi-arabische Ost-West-Pipeline soll nach Einschätzung von US-Energieminister Chris Wright in wenigen Tagen wieder anlaufen. Die Reparaturen dürften einige Tage in Anspruch nehmen, sagt Wright am Rande eines G20-Energietreffens in Houston dem Sender CNBC.

Saudi-Arabien hatte die Pipeline nach Angriffen von mit dem Iran verbündeten Gruppen vorübergehend geschlossen. Insider machten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters jedoch unterschiedliche Angaben über die Dauer des Ausfalls. Während eine Person von einer Reparaturzeit von fünf bis sechs Wochen spricht, heißt es von einer anderen, die Pipeline könne den Betrieb während der Arbeiten teilweise wieder aufnehmen. Durch die 1200 Kilometer lange Leitung fließen normalerweise vier bis fünf Millionen Barrel pro Tag.

Saudi-Arabien storniert wohl einige Öllieferungen nach Europa

Saudi-Arabien storniert Insidern zufolge einige für Ende September geplante Rohöllieferungen an europäische Kunden. Der weltgrößte Rohölexporteur reagiert damit auf die Schließung seiner Ost-West-Pipeline nach einem Angriff in der vergangenen Woche, sagen drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem belasten Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz im Roten Meer und anhaltende Behinderungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus das Geschäft. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco lehnt eine Stellungnahme ab.

Katar: Schließung von Meerenge Bab al-Mandab wäre „katastrophal“

Eine faktische Schließung der Meerenge Bab al-Mandab wäre aus Sicht von Katar eine Katastrophe. „Die Welt leidet genug wegen der Schließung der Straße von Hormus“, sagte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums. Die Welt könne es sich nicht leisten, dass auch der Seeweg durch das Bab al-Mandab unbefahrbar werde. „Es wird katastrophal für die gesamte Welt“, sagte der Sprecher. Eine Blockade internationaler Seewege könne nicht die „neue Normalität“ sein.

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz rückte im Jemen vergangene Woche entlang der Küste nach Süden vor und kontrolliert nun die Küstenstädte Mokka, Dhubab und mehrere Inseln im Roten Meer. Von dort kann die Miliz etwa Handelsschiffe noch stärker angreifen als zuvor. Der Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und liegt auf dem kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien. Durch das „Tor der Tränen“ laufen in normalen Zeiten etwa zehn Prozent des weltweiten Seehandels und 30 Prozent des weltweiten Containerverkehrs.

UNHCR: Mehr als 100.000 Vertriebene durch neue Kämpfe im Jemen

Infolge der erneut ausgebrochenen Kämpfe im Jemen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 100.000 Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden. Tausende weitere seien über den Seeweg in den Nachbarstaat Dschibuti geflohen, teilt die Organisation in Genf mit. Der Zugang für humanitäre Hilfslieferungen sei wegen der unsicheren Lage, zerstörter Straßen und blockierter Kommunikationswege extrem schwierig.

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen verstärken derzeit ihre Angriffe auf saudiarabische Städte sowie die Energieinfrastruktur und rücken entlang der Küste des Roten Meeres in Richtung der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab vor. Die Luftstreitkräfte Saudi-Arabiens und des Jemen fliegen Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen.

Angegriffener Öltanker in Oman abgeschleppt - zwei Menschen vermisst

Der Oman hat einen Öltanker nach einem Angriff in einen Hafen geschleppt. Das Zentrum für maritime Sicherheit im Oman teilte am Dienstag mit, im Maschinenraum des Tankers „El Gaia“ sei ein Feuer ausgebrochen. 23 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit gebracht worden, nach zwei weiteren werde noch gesucht. Das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff wurde den Angaben zufolge etwa 25 Kilometer nordöstlich des Gouvernements Musandam angegriffen.

Das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando (Centcom) teilte am Montag auf der Plattform X mit, der Iran habe den Tanker am Wochenende vor der Küste des Omans mit einer Drohne angegriffen. Der Tanker war bereits im vergangenen Monat nach einem Treffer durch eine iranische Rakete manövrierunfähig geworden. Centcom erklärte, iranische Angaben, wonach die „El Gaia“ kürzlich in der Straße von Hormus auf eine Seemine gelaufen sei, seien falsch.

Warnsirenen auch in Mekka in Saudi-Arabien

Im Zuge der Angriffe auf Saudi-Arabien haben Behörden auch in der für Muslime heiligen Stadt Mekka eine Warnung ausgegeben. Die Menschen dort sollten ruhig bleiben und offizielle Anweisungen befolgen, teilte der saudische Zivilschutz mit. Auch in der Küstenstadt Dschidda am Roten Meer, dem wichtigsten kommerziellen Zentrum neben der Hauptstadt Riad, wurde Alarm ausgelöst. Bald darauf wurden die Warnungen wieder aufgehoben.

Es ist das erste Mal seit der neuen Eskalation mit der Huthi-Miliz, dass in der muslimischen Pilgerstätte Mekka Alarm ausgelöst wird – Attacken dort gab es in vergangenen Jahren nicht.

Die Stadt Mekka in Saudi-Arabien. AP

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