Straße von Hormus: Iran sieht Einigung mit Oman in Griffweite

Straße von Hormus

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und Oman über die Schifffahrt in der Straße von Hormus befinden sich iranischen Angaben zufolge in der Endphase. Eine Rückkehr zum Status vor dem Krieg werde es nicht mehr geben, so Teheran. Der Iran bestätigte zudem, dass es Gespräche über Vermittler zu einer Zwischenlösung mit den USA gibt.

Online seit gestern, 23.24 Uhr

Außenminister Abbas Araktschi habe die Mitglieder des Kabinetts zu Beginn seiner Sitzung am Sonntag über die Verhandlungen mit Oman, der auf der anderen Seite der strategisch so wichtigen Meerenge liegt, entsprechend informiert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA.

Der Außenministeriumssprecher des Iran, Ismail Baghaei, betonte unterdessen laut dem Sender Press TV, dass die Lage in der umkämpften Meerenge nicht mehr zu ihrem Vorkriegsstatus zurückkehren werde. Der Iran handle im eigenen Interesse und werde seine Entscheidungen nicht aufgrund von Drohungen oder Einschüchterungen ändern, sagte Baghaei demzufolge weiter.

Eine Einigung mit Oman über eine neue Schifffahrtsroute bedeute aber nicht, dass die Straße von Hormus geöffnet oder geschlossen werde, sagte der Sprecher laut dem staatlichen Sender IRIB.

Bisher keine inhaltlichen Details

Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt. Die Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran sieht vor, dass Teheran sich mit Oman in Abstimmung mit den Anrainerstaaten über die künftige Verwaltung der Meerenge einigen soll. Angaben darüber, wie eine mögliche Einigung aussehen könnte, gab es am Sonntag zunächst nicht.

Der Streit um die Durchfahrtsrechte auf einer Schlüsselroute für Öl, Gas und Düngemittel gilt als ein wesentlicher Auslöser für die jüngste Eskalation im militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Iran: Reden über Wiederbelebung von Rahmenabkommen

Iranischen Angaben zufolge nahmen Vermittler auch die Gespräche über eine Wiederbelebung eines im Juni mit den USA geschlossenen und derzeit ausgesetzten Rahmenabkommens zur Beendigung des Krieges am Golf wieder auf. „Ich kann Ihnen sagen, dass derzeit Bemühungen im Gange sind, das 14-Punkte-Abkommen von Islamabad wiederzubeleben, insbesondere seitens der Vermittler“, sagte der iranische Abgeordnete Hassan Ghaschghawi in einem am Sonntag ausgestrahlten Fernsehinterview.

Mitte Juni hatten die USA und der Iran auf Vermittlung Pakistans und Katars ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Das Abkommen sollte binnen 60 Tagen zu einer dauerhaften Friedensregelung führen und sieht bis dahin eine sichere und unentgeltliche Durchfahrt durch die Straße von Hormus vor.

Ghaschghawi: „Meinungsaustausch“

„Sie wissen, dass die Hauptfrage die der Straße von Hormus ist“, und es finde derzeit „ein Meinungsaustausch“ zu diesem Thema statt, sagte der Abgeordnete, der auch Sprecher des Ausschusses für nationale Sicherheit ist. Fünf Monate nach Kriegsbeginn, der in der Region zu Tausenden Todesopfern geführt und die Weltwirtschaft beeinträchtigt hat, fällt es den Vermittlerländern Pakistan und Katar schwer, die Konfliktparteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.

Die USA und der Iran greifen einander seit Wochen wieder gegenseitig an, wobei es vor allem um die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus geht, über die Teheran die Kontrolle weiterhin behalten möchte.

Am Samstag hatte US-Präsident Donald Trump in seinem Onlinedienst Truth Social verkündet, alle Angriffe auf den Iran auszusetzen, da „die Grundzüge eines Abkommens vereinbart worden seien“. Das Abkommen müsse die „vollständige und uneingeschränkte“ Öffnung der Straße von Hormus beinhalten, fügte er hinzu.