„Ist ein echtes Problem“: Schrottauto-Plage belastet Landkreis München – 400 Meldungen pro Jahr
Stand: 29.08.2026, 13:00 Uhr
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Im Landkreis München werden jährlich rund 400 Schrottautos auf öffentlichen Flächen gemeldet – ein Anstieg von 165 Prozent in zehn Jahren.
Landkreis München – Abgestellte Autowracks sorgen im Landkreis München für zunehmenden Ärger. Wie Merkur-Reporterin Laura Forster berichtet, hat sich die Zahl der gemeldeten Schrottfahrzeuge auf öffentlichen Flächen in den vergangenen zehn Jahren massiv erhöht – und der Abtransport gestaltete sich zuletzt alles andere als unkompliziert.
- Jährlich werden im Landkreis München etwa 400 Schrottautos auf öffentlich gewidmeten Flächen gemeldet, ein Anstieg von rund 165 Prozent in zehn Jahren.
- Besonders betroffen sind stadtnahe Gebiete wie Garching-Hochbrück, Oberschleißheim und Unterschleißheim.
- Ein neues Abtransportunternehmen soll die aufgelaufenen Rückstände abarbeiten und künftige Fälle schneller lösen.

Schrottautos in Garching und Oberschleißheim: Bürgermeister schlagen Alarm
Pro Jahr landen laut Landratsamt rund 400 Meldungen über abgestellte Schrottwagen auf dem Tisch der Kreisbehörde. Garchings Bürgermeister Thomas Lemke (CSU) hat das Thema gemeinsam mit seinen Amtskollegen Markus Böck (CSU) aus Oberschleißheim und Christoph Böck (SPD) aus Unterschleißheim bei Landrat Christoph Göbel (CSU) vorgebracht. „Das ist ein echtes Problem. Sie sehen nicht nur unschön aus, sondern belegen auch dringend benötigten Parkraum", so Lemke. Besonders anfällig sind Pendlerparkplätze, Erholungsgebiete und größere Gewerbegebiete. In Garching ist vor allem Hochbrück ein Brennpunkt, in Oberschleißheim die Mittenheimer Straße und die Hirschplanallee. „Das ist kein schöner Anblick, manche Autos haben massive Unfallschäden", erklärt Bürgermeister Markus Böck.
In den Nordkommunen verschärfte sich die Lage zuletzt, weil der Abtransport durch das bisherige Unternehmen stockte. Inzwischen hat die Kreisbehörde die Firma gewechselt. Der neue Dienstleister arbeite bereits Rückstände und aktuelle Fälle ab. In Unterschleißheim kooperiert das Ordnungsamt eng mit der Polizei: Bei Beschwerden kann noch am selben Tag ein roter Punkt am Fahrzeug angebracht werden – ein Signal, dass das Auto sofort entfernt werden muss. Reagiert der Halter nicht, vergehen nach Weiterleitung an das Landratsamt durchschnittlich eine bis vier Wochen bis zur Entfernung. Insgesamt geht die Behörde von 700 bis 1000 Fällen jährlich aus, bei denen rote Punkte vergeben werden.
Garching ist eine Stadt im Landkreis München in Oberbayern und liegt nördlich der Landeshauptstadt.
Abschleppen kostet Hunderte Euro – Bußgelder bis 100.000 Euro möglich
Von den rund 400 gemeldeten Altfahrzeugen werden im Schnitt 100 bis 150 pro Jahr tatsächlich abgeschleppt. Die Kosten bewegen sich laut Landratsamt im mittleren dreistelligen bis knapp vierstelligen Bereich. Lässt sich der Halter nicht ermitteln oder die Kosten nicht eintreiben, bleibt die Behörde auf den Ausgaben sitzen – das betrifft etwa 25 bis 30 Prozent der Fälle. Wer als Halter identifiziert wird, muss neben Abschlepp- und Verwahrkosten mit Bußgeldern rechnen: Widerrechtliches Abstellen auf öffentlichem Verkehrsgrund kann mit bis zu 1000 Euro geahndet werden, die verbotswidrige Ablagerung von Fahrzeugwracks nach Abfallrecht sogar mit bis zu 100.000 Euro.