Bittere Pokal-Pleite für leidenschaftliche Cottbuser
Kade schießt Augsburg weiter
Bittere Pokal-Pleite für leidenschaftliche Cottbuser
- Energie Cottbus scheidet gegen Augsburg in 1. Runde des DFB-Pokals aus (0:2)
- Lausitzer zeigten eine starke Leistung, es fehlte nur an Effizienz
- Ex-Herthaner Anton Kade erzielte 1:0-Führungstreffer (50. Minute) für Augsburg, Kristijan Jakic (90+6) mit spätem 2:0
Der FC Energie Cottbus muss sich in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den FC Augsburg mit 0:2 geschlagen geben. Die Lausitzer zeigten eine starke Leistung mit und gegen den Ball, ließen jedoch zu viele Chancen liegen und konnten FCA-Siegtorschütze Anton Kade (50. Minute) einmal nicht verteidigen. Augsburgs Kristijan Jakic erzielte zusätzlich den späten 2:0-Endstand (90.).
Ohne Cigerci: Cottbus legt los wie die Feuerwehr
Augsburg-Trainer Manuel Baum hatte seine Spieler unter Woche speziell auf das Pokalspiel in Cottbus vorbereitet, indem er sie während der Trainings mit Cottbuser Fangesängen beschallte. Doch nichts konnte den Bundesligisten für die Wucht, die Energie in der ersten Halbzeit entfachte, wappnen.
Cottbus legte los wie die Feuerwehr - und das ohne Tolcay Cigerci. Trainer Claus-Dieter "Pele" Wollitz ließ den Unterschiedsspieler zunächst überraschend auf der Bank. Der Plan sollte aufgehen. Cottbus war in den ersten 45 Minuten die tonangebende und deutlich torgefährlichere Mannschaft.
Nach rund 20 Minuten hätte sich Augsburg gleich mehrmals nicht über einen Rückstand beschweren dürfen. Cottbus spielte strukturiert und dynamisch nach vorne. Die Flügelzange aus Julian Guttau und Moritz Hannemann bereitete dem FCA große Probleme. Chancen von Guttau (5. Minute), Hannemann (9.) und King Manu (14.) nach einer Ecke hätten durchaus für die Cottbuser Führung sorgen können.
Cottbus stark verbessert gegen den Ball
Grundlage für die Chancen im beinahe Minutentakt war aber die Cottbuser Arbeit gegen den Ball. Energie trat im Vergleich zu den ersten beiden Ligaspielen defensiv stark verbessert auf, jagte Augsburg regelrecht. Allen voran das Mittelfeldpressing und das direkte Gegenpressing funktionierten in ersten Halbzeit hervorragend. So kamen die "Fuggerstädter" nur durch Flanken und einen Konter (Marius Wolf in der 32. Minute) zu Offensivmomenten.
Immer wieder schnappten die Cottbuser Pressingfallen zu, danach ging es in Windeseile und oftmals über den schnellen Lucas Copado nach vorne. Einzig die Präzision im Abschluss und Entscheidungsfindung ließ zu Wünschen übrig. So wäre vermutlich der Cottbuser Führungstreffer gefallen, hätte Hannemann in der 36. Minute in einer Zwei-gegen-eins-Situation den besser postierten Guttau bedient - doch er entschied sich für den letztendlich verhinderten Torabschluss.
Augsburg schockt Cottbus früh
Aber: Im Fußball gibt es bekanntlich keine B-Note. Nur Tore zählen. Augsburg zeigte das fünf Minuten nach Wiederanpfiff. Cottbus war gefühlt erstmals nicht griffig gegen den Ball und wurde sofort bestraft. Erst konnte Fabian Rieder zu unbedrängt durchs Mittelfeld marschieren, anschließend konnte Michael Gregoritsch zu leicht auf Anton Kade weiterleiten. Der Ex-Herthaner setzte sich am Strafraum zu leicht gegen Axel Borgmann durch und schloss trocken ins linke Eck zum 1:0 ab. Die Augsburger Führung aus dem Nichts.
Cottbus wirkte allerdings kaum geschockt, drängte sofort auf den Ausgleichstreffer. FCE-Trainer Wollitz wechselte in der 56. Minute mit Tolcay Cigerci, Justin Butler und Henry Rorig gleich drei frische Spieler ein, die weiter Druck machen sollten.
Energie zeigte eine starke Reaktion, blieb aktiv und mutig - auch wenn sich dadurch neue Räume für den konterstarken FCA öffneten. Zunächst fehlten den Brandenburgern die klaren Torchancen, doch um die 70. Minute herum wurden sie beispielsweise durch eine Doppelchance von Copado und Butler wieder zwingender.
Cottbus drängt vergebens auf den Ausgleichstreffer
Trotz der aufopferungsvollen Spielweise der bis zum Schlusspfiff mutigen Lausitzer war zu erkennen, dass Cottbus die Balance aus Offensivwucht und defensiver Geschlossenheit allmählich abhanden ging. Augsburg schaffte es in den letzten Minuten vor Abpfiff immer besser, Entlastung zu entfachen und eigene Chancen zu kreieren.
So hatte Energie Glück, als FCA-Verteidiger Noahkeai Banks in der 83. Minute nur die Latte traf. Es sollte Kristijan Jakic sein, der in der 96. Minute nach einem Angriff gegen eine aufgelöste FCE-Abwehr den 2:0-Endstand erzielte.
Letztendlich setzte sich Augsburg am Samstagnachmittag glücklich, aber effizient mit 2:0 durch. Cottbus hätte mindestens die Verlängerung verdient gehabt, scheidet bitter in Runde eins des Pokals aus, kann aber stolz auf die Leistung gegen einen Erstligisten blicken.
Der Liveticker zum Spiel
Sendung: rbb|24, 22.08.2026, 13 Uhr
Audio: rbb|24, 22.08.2026, Vollreportage mit Lars Becker