Jubiläum in Kriegszeiten - Ukraine feiert 35 Jahre Unabhängigkeit - Merz lobt Mut der Bevölkerung
Die Ukraine begeht heute unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Zu den Feierlichkeiten sind zahlreiche Staats- und Regierungschefs der Unterstützerländer angereist. Der ukrainische Präsident Selenskyj nutzte seine Rede an die Nation auch für eine Kampfansage an Kremlchef Putin.
24.08.2026

Russland müsse durch die Einheit der internationalen Gemeinschaft in die Knie gezwungen werden, sagte Selenskyj in einer Videoansprache. Sein Land habe im Kampf gegen den Agressor Russland bereits Aufgaben bewältigt, die anfangs unüberwindbar erschienen seien. Der russische Präsident habe unterschätzt, wie entschlossen die Ukrainer für ihre Souveränität kämpften. Selenskyj betonte, die Ukraine wolle unbedingt Frieden, sei aber nicht bereit, sich einfach zu ergeben. Er lobte auch die USA unter Präsident Trump. Die Vereinigten Staaten hätten verstanden, dass Putin den Krieg nicht beenden wolle.
Europäische Spitzenpolitiker in Kiew
Zum ukrainischen Unabhängigkeitstag sind auch mehrere europäische Spitzenpolitiker in Kiew - unter anderen EU-Ratspräsident Costa, Moldaus Präsidentin Sandu, Luxemburgs Premierminister Frieden und Estlands Präsident Karis. Auch der britische Premier Burnham traf zu seinem ersten Auslandsbesuch seit seinem Amtsantritt in der ukrainischen Hauptstadt ein. Dort will er unter anderem mit Selenskyj zusammenkommen und gemeinsam mit anderen internationalen Vertretern an einem Video-Treffen der sogenannten Koalition der Willigen teilnehmen.
35 Jahre Unabhängigkeit von der Sowjetunion
Die Ukraine erlangte ihre Unabhängigkeit im Jahr 1991 von der Sowjetunion nach deren Zusammenbruch. Am 24. August erklärte das Parlament in Kiew die Ukraine zu einem unabhängigen und demokratischen Staat. In einem Referendum stimmten danach 90 Prozent der Menschen im Land dem Beschluss zu.
Inzwischen verteidigt das Land seine Souveränität mit Hilfe westlicher Staaten in dem seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg, bei dem Kiew die Kontrolle über große Teile seines Staatsgebiets verloren hat. Der Krieg hat Millionen Menschen zur Flucht gezwungen und Städte und Dörfer vor allem im Osten und Süden des Landes verwüstet.
Kanzler Merz: "Ukrainer zeigen der Welt, was es heißt, für Freiheit einzustehen"
Bundeskanzler Merz würdigte die Widerstandskraft der Ukrainer in einem Video auf der Plattform X. Diese zeigten der gesamten Welt, was es heiße, für Freiheit und für einen gerechten Frieden einzustehen.
Bundesaußenminister Wadephul - gerade von einem Ukraine-Besuch zurück - rief deutsche Städte und Gemeinden dazu auf, das Land stärker zu unterstützen.
Im Deutschlandfunk sagte er , es gebe manches Gerät wie Stromerzeuger oder Wasserbehälter, das den Menschen helfen würde, gut über den Winter zu kommen – trotz der gezielten Angriffe Russlands auf die Infrastruktur des Landes. Die EU und Norwegen kündigten unterdessen weitere Milliardenhilfen für das Land an.
Diese Nachricht wurde am 24.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.