Jugendforum in Saarbrücken: Darum setzt Umweltministerin Berg beim Klimaschutz auf junge Stimmen

Jugendforum in Saarbrücken Darum setzt Umweltministerin Berg beim Klimaschutz auf junge Stimmen

Interview | Saarbrücken · Keine fertigen Antworten, dafür viele Ideen: Beim JugendKlimaForum in Saarbrücken sollen Jugendliche nicht nur zuhören, sondern ihre Vorschläge einbringen. Saar-Umweltministerin Petra Berg (SPD) erklärt, was sie sich davon verspricht.

07.09.2026 , 07:41 Uhr

Umwelt- und Klimaschutz liegen vielen Jugendlichen am Herzen. Beim JugendKlimaForum sollen sie ihre Perspektive und ihre Ideen dazu einbringen.

Foto: dpa/Marcel Kusch

Das saarländische Umweltministerium lädt am kommenden Mittwoch zum JugendKlimaForum ins Saarrondo nach Saarbrücken. Was sich Ministerin Petra Berg (SPD) von den Begegnungen verspricht.

Frau Berg, welche Impulse erhoffen Sie sich als Umweltministerin von den Teilnehmern? Und wie konkret sollten sie ihre Ideen und Forderungen formulieren?

BERG Das ist ja gerade das Spannende am JugendKlimaForum – wir wissen gar nicht, was dabei rauskommen wird. Und das freut mich. Das Forum wurde von jungen Menschen für junge Menschen gestaltet und vorbereitet. Mein Ministerium und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung haben die jungen Leute bei den Planungen zwar begleitet und unterstützt, aber alles von der Moderation über die Workshops und die Themenschwerpunkte kommt am Ende von den Kindern und Jugendlichen, die sich in den Vorbereitungsworkshops engagiert haben. Ich erhoffe mir in erster Linie, dass die Jugendlichen dort einen tollen Tag haben und sich über ganz viele Ideen, Gedanken und vielleicht auch Sorgen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz austauschen können. Und weiter hoffe ich bei meinem Besuch, dass die Jugendlichen keine Angst haben, diese Ideen und Gedanken mit mir zu teilen. In welcher Form und wie konkret das aber passiert, überlasse ich ganz den jungen Leuten. Aus all meinen Terminen weiß ich, dass gerade junge Menschen sehr kreativ sind und ganz tolle Impulse geben können – vor allem uns Politikern. Oft fehlt einfach eine Plattform, auf der sie von der Politik auch gehört werden, oder es fehlt ein Impuls, um von der Idee auch ins Machen zu kommen.

Saar-Umweltministerin Petra Berg

Foto: Harald Tittel/dpa/Harald Tittel

Wie wird anschließend mit den Vorschlägen aus dem Forum umgegangen? Gibt es einen konkreten Zeitplan, nach dem zumindest ein Teil der Ideen umgesetzt werden soll?

BERG Ich wünsche mir natürlich, dass das JugendKlimaForum eine solche Plattform für Jugendbeteiligung und Klimaschutz wird und wir als Landesregierung die daraus entstehenden Ideen und Vorschläge aufnehmen, gemeinsam diskutieren und eventuell auch in der Umsetzung begleiten können. Ich möchte auf keinen Fall, dass das nur eine Netzwerkveranstaltung wird. Deshalb werden wir als Ministerium in einem geeigneten Format die Jugendlichen im Prozess weiterbegleiten. Das kann in Form von nachgelagerten Projektworkshops passieren. Wir helfen dabei, wenn es darum geht, einzelne Ideen in ein Projekt zu gießen und Kontakt zu den Verwaltungen beziehungsweise Kommunen herzustellen. Wichtig ist mir, dass wir nicht von oben nach unten Projekte umsetzen. Die Jugendlichen sollen ganz im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung hier selbst ins Machen kommen und es als ihr eigenes Projekt erleben, das erfolgreich umgesetzt werden kann. Sie geben den Takt vor und setzen die Impulse selbst.

Was muss die Politik aus Ihrer Sicht tun, damit solche Formate politischer Teilhabe von der Bevölkerung ernst genommen werden?

BERG Ich finde, man muss als Politik erst einmal zuhören. Die Menschen dürfen nicht den Eindruck bekommen, dass ihre Beiträge in einer Schublade verschwinden. Es muss einen Dreiklang geben aus: Beteiligung, auf Augenhöhe miteinander sprechen und anschließend transparent machen, was mit den Vorschlägen geschieht. Man kann natürlich nicht immer alles umsetzen, was man sich vornimmt. Die Ideengeber sollten aber auch eine faire Rückmeldung bekommen, warum man das nicht kann. Beim JugendKlimaForum haben wir uns bewusst für das Peer-to-Peer-Konzept entschieden. Junge Menschen haben die Themen, die Gestaltung und die Beteiligungsformate selbst in der Hand und die Politik kommt vor allem zum Zuhören und Diskutieren dazu. Wichtig bei solchen Formaten ist es aber, den Dialog auch über die einzelne Veranstaltung hinaus fortzusetzen und am Ball zu bleiben.

Gerade beim Klimaschutz brauchen wir die Perspektive, die Kreativität und das Engagement junger Menschen. Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Politik kann den Wandel nicht allein gestalten. Demokratie lebt davon, dass Menschen sich nicht nur bei Wahlen beteiligen, sondern sich einbringen, ihre Meinung vertreten und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Das gilt auch für den Klimaschutz: Er betrifft uns alle, also sollten auch möglichst viele an seiner Gestaltung mitwirken. Dafür haben wir im Saarland in den letzten Jahren schon gute dauerhafte Formate gefunden, die von Bürgerinnen und Bürgern über verschiedenste Initiativen und Interessenverbände bis hin zur Wirtschaft einen Dialog ermöglichen. Das JugendKlimaForum ist für mich ein weiterer wichtiger Baustein für mehr Beteiligung und Klimaschutz im Saarland. Deshalb hoffe ich, dass möglichst viele junge Menschen am Mittwoch zum JugendKlimaForum im Saarrondo kommen und freue mich auf die vielen Ideen und Gespräche. (lck)