Jugendfussball: Besser vorher darüber reden

Jugendfussball Besser vorher darüber reden

Meinung · Es ist ein Jugendspiel, eigentlich ein ganz normales. Dann fällt ein umstrittenes Tor. Ein Vater springt auf, brüllt den Schiedsrichter an, beleidigt ihn. Der Trainer geht dazwischen. Ein anderer Zuschauer mischt sich ein.

24.09.2026 , 18:18 Uhr

 Ein Schiedsrichter pfeift ein Spiel an.

Ein Schiedsrichter pfeift ein Spiel an.

Foto: picture alliance / dpa/Fredrik von Erichsen

Es wird geschubst, später fliegen die Fäuste. Die Kinder stehen plötzlich daneben und sehen zu, wie Erwachsene die Kontrolle verlieren. Das Spiel wird unterbrochen. Später muss sich der Vereinsvorstand mit einem Fall beschäftigen, der zugegebenermaßen sehr selten vorkommt.

Irgendwann steht aber die Frage im Raum: Hätte man das verhindern können? Wahrscheinlich nicht immer. Aber vielleicht öfter, als man denkt.

Denn der Fußballplatz ist längst nicht nur ein Ort, an dem 22 Spieler einem Ball hinterherlaufen. Er ist auch gesellschaftlicher Treffpunkt. Und damit kommen Themen auf den Platz, die weit über das Ergebnis hinausgehen: Gewalt, Diskriminierung, Konflikte, Fair Play und – gerade im Jugendbereich – der Schutz von Kindern.

Das aktuelle Lagebild zum Amateurfußball zeigt Entwicklungen und Herausforderungen, die auch die Vereine im Fußballverband Rheinland betreffen. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Was können Vereine konkret tun, bevor ein Konflikt eskaliert?

Genau hier setzt die Kommission Gesellschaftliche Verantwortung des Fußballverbandes Rheinland an. Unter der Leitung des mittlerweile in Morbach lebenden früheren Trierers Arianit Besiri will sie Vereinen Hilfestellung geben – möglichst bevor etwas passiert.

Prävention klingt zunächst wenig spektakulär. Sie besteht aus klaren Regeln, sensibilisierten Trainern und Betreuern, festen Ansprechpartnern und dem Wissen, wo Unterstützung zu bekommen ist. Vor allem aber bedeutet sie, Probleme ernst zu nehmen, bevor sie größer werden.

Wie das in der Praxis aussehen kann, darum geht es am Donnerstag, 1. Oktober, bei einer kostenlosen Online-Informationsveranstaltung des Fußballverbandes Rheinland. Von 18 bis etwa 19.15 Uhr werden die wichtigsten Erkenntnisse des Lagebilds vorgestellt. Außerdem geht es um Präventionsmaßnahmen, Handlungsempfehlungen sowie sexualisierte Gewalt und Kinderschutz im Sportverein. Anmeldung bis 27. September und weitere Informationen unter https://www.fv-rheinland.de

Danach ist Zeit für Fragen, Praxisfälle und den offenen Austausch. Denn jeder Verein kennt Situationen, bei denen sich hinterher die Frage stellt: Hätten wir früher reagieren müssen? Und vor allem: An wen können wir uns wenden?

Fußball darf emotional und leidenschaftlich sein. Er darf auch einmal hitzig werden. Aber es gibt Grenzen. Ein guter Verein zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, dass er diese Grenzen kennt.

Deshalb ist der Termin mehr als eine weitere Online-Veranstaltung im Vereinskalender. Er bietet die Gelegenheit, über ein Thema zu sprechen, über das viele lieber erst dann reden, wenn es bereits zu spät ist.

Besser vorher darüber reden.