Drogen und Handys gesucht - NRW-Justizminister begleitet Spürhunde in Kölner JVA

Evi ist hochkonzentriert. Die belgische Schäferhündin ist speziell ausgebildet, um Handys und Drogen mit ihrer feinen Nase aufzuspüren. Hundeführer Guido Schindler öffnet die Zellentür und schon legt Evi los. Evi durchsucht jedes mögliche Versteck. Unterm Bett, unterm Tisch, im Schrank. Schon nach kurzer Zeit wird sie fündig. Drogen versteckt in einer Kiste. Volltreffer.

Evi gehört zur Diensthundestaffel des NRW-Justizvollzugs. Elf solcher Spürhunde gibt es aktuell in Nordrhein-Westfalen. In der Kölner Anstalt haben die Hunde regelmäßig ein bis zwei Einsätze im Monat. Sie kommen bei Verdachtsfällen oder wenn ein Häftling positiv auf Drogen getestet wurde.

20 Minuten Suche: Anstrengend wie ein Halbmarathon

Neun bis zehn Hafträume kann ein Spürhund in der Regel am Tag durchsuchen. Hundführer Gudio Schindler sagt, 20 Minuten Sucharbeit sind für den Hund so anstrengend wie ein Halbmarathon für Menschen. In der JVA Köln wurden 2025 insgesamt 36 Mobiltelefone gefunden. Außerdem fanden die Beamten 123 illegal eingeschleuste Betäubungsmittel.

Als besonders problematisch gelten die neuen psychoaktiven Stoffe, kurz NPS. Die Rauschmittel lassen sich nahezu unsichtbar auf Papier aufbringen und gelangen so über Briefe oder andere Wege ins Gefängnis. Schon ein Kästchen auf einem karierten Din A4-Blatt kann ausreichen, um einen Rausch auszulösen.

Spürhund Evi kann auch diese sogenannten Designer-Drogen aufspüren. Dafür hat sie zusätzlich zu ihrer Grundausbildung eine vierwöchige Spezialausbildung absolviert. Wenn Evi die gesuchte Substanz findet, bleibt sie reglos stehen. Die Hunde frieren ein, sagen die Ausbilder. So weiß der Hundeführer Bescheid: Der Hund hat etwas gefunden.

Nach Justiz-Skandal: Justizminister Limbach besucht JVA in Köln

NRW-Justizminister Limbach besucht die JVA Köln in einer Zeit, in der gleich drei Justizvollzugsanstalten im Rheinland für Skandale sorgen. Im Mai gab es Durchsuchungen in der JVA Euskirchen - acht Bedienstete sollen Bestechungsgelder von Häftlingen angenommen haben für Warnungen vor Kontrollen und Freigang. Im Juli folgen Korruptionsvorwürfe gegen acht Beamte in der JVA Rheinbach. Im gleichen Monat findet eine Razzia wegen eines geplanten Aufstandes in der JVA Siegburg statt. Vorläufiger Höhepunkt des Justiz-Skandals: Ermittlungen gegen zwei Bedienstete in der JVA Willich. Ihnen wird Drogenhandel und Bestechlichkeit vorgeworfen.

Die Opposition beantragte daraufhin Sondersitzungen des Rechtsausschusses. Neben der Forderung nach personellen Konsequenzen wurden Stimmen nach einer grundlegenden Untersuchung des Strafvollzugs laut. Der politische Druck führte schließlich dazu, dass Benjamin Limbach ein unabhängiges Expertenteam mit einer umfassenden Analyse der Korruptionsrisiken im Justizvollzug beauftragte. Auch regelmäßige Taschenkontrollen sollen eingeführt werden.