Kabinettsumbildung ohne Effekt: AfD erreicht höchsten Wert – Merz verliert mit Union weiter
Stand: 07.08.2026, 07:31 Uhr
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Auch der Personalumbau kann die Beliebtheit von Merz nicht steigern – der Kanzler sinkt in den Umfragen weiter. Anders die AfD im neuen „Deutschlandtrend“.
Berlin – Trotz „Sommer der Reformen“ und neunfachem Turbo-Personalwechsel: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird bei den Wahlberechtigten nicht beliebter. Das zumindest legt die Umfrage von Infratest dimap im aktuellen ARD-Deutschlandtrend nahe. Seine Durchhalteparole, dass man nur machen müsse, und schon wechsle die Stimmung im Land, greift offenbar nicht. Denn die Union verliert erneut – und zwar wieder zugunsten der AfD.

Wären am nächsten Sonntag Bundestagswahlen, käme die CDU/CSU auf 21 Prozent. Sie verliert in der Erhebung damit einen Punkt im Vergleich zu Juli. Die AfD gewinnt ein Prozent hinzu und erreicht 28 Prozent. SPD (12 Prozent), die Grünen (15 Prozent) und die Linke (11 Prozent) blieben unverändert, ebenso wie die FDP, die mit 7 Prozent nicht im Bundestag vertreten wäre.
Zusammenarbeit mit der AfD: Mehrheit schließt das laut „Deutschlandtrend“ aus
Die „in Teilen rechtsextremistische“ AfD ist also weiter auf dem Vormarsch, was auch als Signal für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gelesen werden kann. Doch wollen die Menschen, dass demokratische Parteien mit der AfD zusammenarbeiten? Hier sprechen sich den Umfragen zufolge 27 Prozent dafür aus – allerdings sind dies vor allem AfD-Wähler. Hingegen plädieren nur 32 Prozent dafür, über eine Zusammenarbeit von Fall zu Fall zu entscheiden; 37 Prozent würden dies grundsätzlich ausschließen.
Aufgesplittet in Anhänger heißt dies: Die Mehrheiten der Grünen (77 Prozent), Linken (74 Prozent) und der SPD (61 Prozent) lehnen eine Zusammenarbeit mit der AfD generell ab. Bei den Unions-Anhängern würden 7 Prozent eine Zusammenarbeit mit der AfD suchen, 48 Prozent von Fall zu Fall entscheiden und 44 Prozent eine Zusammenarbeit ausschließen.
Transparenz
Für den „Deutschlandtrend“ befragte Infratest dimap 1.297 Wahlberechtigte ab 18 Jahren von Montag bis Mittwoch dieser Woche. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ.
Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle einer Erhebung mit 1.000 Befragten bei großen Parteien rund drei Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa einen Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird keine Partei unter drei Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen. (Imfratest dimap)
Konkret befragt zu den kürzlichen Personalentscheidungen von Merz zeigt sich, dass dies das Meinungsbild kaum beeinflusst. Etwa zwei Drittel gehen davon aus, auch nach der Kabinettsumbildung und den Wechseln in der CDU-Führung werde die schwarz-rote Bundesregierung genauso schlecht (57 Prozent) oder gar schlechter arbeiten (11 Prozent) als bisher. Jeweils 12 Prozent sehen es positiv und meinen, Schwarz-Rot werde besser oder genauso gut arbeiten wie bisher.
Ähnlich sieht es bei der generellen Zufriedenheit mit der Arbeit der Merz-Regierung aus. Nach wie vor ist eine Minderheit (13 Prozent) sehr zufrieden oder zufrieden, während eine Mehrheit (85 Prozent) sich unzufrieden äußert. Wie die Analyse von Infratest dimap zeigt, liege die Unzufriedenheit der meisten Befragten an einem stetig größer werdenden Veränderungswunsch.
Mehr als die Hälfte – 55 Prozent, +7 im Vergleich zu Dezember 2024 – möchte mittlerweile einen grundlegenden Wandel in Deutschland. Diese hohen Werte gehen hauptsächlich von den Anhängern der AfD (86 Prozent) und der Linken (71 Prozent) aus, wobei diese sehr unterschiedliche, sich gegensätzlich gegenüberstehende Vorstellungen eines politischen Wandels haben.
Meinungsumfragen sind Stimmungen – keine Prognosen
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen zu etwaigen Wahlausgängen oder gar kommenden Wahlen. (Quellen: dpa, Tagesschau) (ktho)