Kalter Krieg im All: Großbritannien rüstet gegen russische Weltraumwaffen auf

Stand: 24.09.2026, 18:18 Uhr

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Die Royal Air Force will feindliche Aktivitäten im All künftig nicht mehr nur beobachten, sondern auch gezielt stören. Hintergrund sind unter anderem regelmäßige russische Versuche, britische Militärsatelliten zu beeinträchtigen.

London – Großbritannien hat lautThe SunErstmals eine Militäreinheit geschaffen, die aktiv gegen Bedrohungen britischer Satelliten vorgehen soll. Das neue No. III Space Effects Squadron der Royal Air Force soll feindliche Aktivitäten im All stören, beeinträchtigen und verhindern. Dabei soll auch elektronische Kriegsführung zum Einsatz kommen.

Satelliten im Weltall

Großbritannien rüstet gegen russische Weltraumwaffen auf. (Symbolbild) © NASA/Jenny Mottar

Die neue Einheit soll Satelliten schützen, die unter anderem für die Navigation britischer Schiffe, Kommunikation und die Warnung vor Raketenangriffen benötigt werden. Sie soll sowohl defensive als auch offensive Weltraumoperationen unterstützen und mit neuen technischen Möglichkeiten weiter ausgebaut werden.

Auf Bedrohungen reagieren, anstatt nur zu beobachten

Die Royal Air Force verfügt bereits über zwei spezialisierte Einheiten für den Weltraum. Das No. I Space Operations Squadron und das No. II Space Warning Squadron dienen unter anderem dazu, Aktivitäten im All zu überwachen und vor Gefahren zu warnen. Die neue Einheit soll dagegen unmittelbar auf erkannte Bedrohungen reagieren. Dafür werden Spezialisten aus verschiedenen Teilen der britischen Streitkräfte zusammengeführt. Zu den vorgesehenen Fähigkeiten gehören elektronische Kriegsführung und Gegenmaßnahmen gegen Anti-Satelliten-Waffen.

Der Auftrag geht dabei über den reinen Schutz eigener Satelliten hinaus. Die britische Weltraumstrategie sieht vor, die eigene Handlungsfreiheit im All zu erhalten und Gegnern diese Möglichkeit im Konfliktfall verwehren zu können.

Russland versucht Satelliten zu stören

Hinter der Entscheidung stehen wachsende Sorgen über militärische Aktivitäten anderer Staaten im Weltraum. Das britische Space Command hatte bereits berichtet, dass Russland regelmäßig versucht, britische Militärsatelliten zu stören. Dabei geht es unter anderem um sogenanntes Jamming. Durch solche elektronischen Störsignale können Kommunikation oder andere von Satelliten bereitgestellte Dienste beeinträchtigt werden.

Air Chief Marshal Sir Harv Smyth, der Chef der Royal Air Force, bezeichnete den Weltraum als einen Bereich direkter militärischer Konkurrenz. „Ob es uns gefällt oder nicht, der Weltraum ist zu einem Schlachtfeld geworden, und das Vereinigte Königreich muss sich in Zusammenarbeit mit seinen Partnern und Verbündeten darauf vorbereiten“, sagte er lautBBCNews. Dort könne ein militärischer Vorteil gewonnen, aber auch schnell verloren werden. Die neue Einheit solle deshalb die Vorteile schützen, die der Weltraum den britischen Streitkräften verschafft, und sie Gegnern im Bedarfsfall verwehren. (Redaktion) Weitere Quellen:Gov.uk,Euronews English,AOL.com, UK Defence Journal, The Independent, The Guardian