Kampf gegen Mietwucher: München will Wohnungsinserate überwachen lassen – „In vielen Fällen zu hoch“
Stand: 10.09.2026, 20:23 Uhr
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München möchte mit einem digitalen Mietenmonitor gegen Mietwucher vorgehen. Das Tool soll auffällig hohe Online-Angebote erkennen.
München – Wer in München eine Wohnung sucht, braucht vor allem Geduld – und auch das nötige Kleingeld. Denn die Mieten in der bayerischen Landeshauptstadt bringen viele Menschen an die Belastungsgrenze – und das nicht immer regulär. Insbesondere bei Neuvermietungen stellt die Stadt nach eigenen Angaben immer mal wieder fest, dass das bereits sehr hohe durchschnittliche Mietniveau in einer Vielzahl von Verträgen nochmals deutlich überschritten wird. Gegen diesen Mietwucher will München nun mittels eines digitalen Mietenmonitors vorgehen.
München plant Mietenmonitor gegen überhöhte Mietpreise: Tool scannt Inserate selbstständig
Das Tool scannt automatisch öffentlich verfügbare Online-Angebote, mit denen sich verdächtig hohe Mieten identifizieren lassen. Dies erfolgt durch einen Onlineabgleich. Angegebene Ausstattungsmerkmale werden mit den Merkmalen aus dem derzeit gültigen Mietspiegel abgeglichen. Vermieter sollen dann im Anschluss auf die rechtlichen Vorgaben hingewiesen werden.
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Das Konzept wird beispielsweise in Frankfurt am Main bereits umgesetzt. In München arbeitet das Sozialreferat aktuell an einer entsprechenden Beschlussvorlage für den Stadtrat. Stimmt das Gremium am 24. September zu, soll ein Pilotprojekt bis 31. Dezember 2028 initiiert werden. „Die Mieten in München liegen auf Rekordniveau und sind für die Münchner eine schwere Belastung“, sagt OB Dominik Krause (Grüne). „Als Stadt wollen wir alle Möglichkeiten nutzen, um die Preisspirale auf dem Mietmarkt zu bremsen.“
München plant Mietenmonitor gegen überhöhte Mietpreise: Vermieter auf Fehler hinweisen
Der Mietenmonitor solle helfen, Menschen vor überhöhten Mieten zu schützen. Bei signifikanten Überschreitungen werde die Stadt Vermieter künftig darum bitten, ihr Mietangebot zu prüfen. „Denn wir gehen davon aus, dass Vermietern nicht immer bewusst ist, dass ihre geforderte Miete möglicherweise rechtswidrig ist. Vermieter übernehmen oft die vom entsprechenden Internetportal vorgeschlagene Miete. Die ist aber in vielen Fällen zu hoch.“
SPD-Stadträtin Simone Burger: „Leider kann die Stadt selbst nicht direkt gegen Wuchermieten vorgehen – es handelt sich um privatrechtliche Verträge zwischen Vermieter und Mieter. Aber bei diesem angespannten Wohnungsmarkt müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, um die Auswüchse zu stoppen.“ Grünen-Chefin Clara Nitsche: „Viele Münchner zahlen zu viel für ihre Wohnung, oft, weil sie nicht wissen, dass ihre Mieten rechtswidrig sind – oder sich nicht trauen, dagegen rechtlich vorzugehen. Deswegen müssen wir als Stadt schon vorher hinschauen und dafür sorgen, dass Wohnungen gar nicht erst zu überhöhten Preisen angeboten werden.“