Kanalnetz nie genehmigt: 90 Caravanpark-Bewohner bangen um ihr Zuhause

Stand: 07.10.2026, 08:00 Uhr

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Der Caravanpark Laubach

Der Caravanpark Laubach © Constantin Hoppe

Die Bauaufsicht hat festgestellt, dass der Großteil der Abwasserleitungen im Caravanpark „Am Froschloch" nie genehmigt wurde. Eine Sanierung würde wohl mehrere Millionen Euro kosten.

Laubach – Seit Anfang September hat der Laubacher Caravanpark Am Froschloch einen neuen Besitzer. Mit der Übernahme durch das Hamburger Unternehmen Wildwood Camping wurden auch Missstände auf dem Platz publik. Und diese führten zu erheblichen Beschwerden durch die Anwohner des Caravanparks. Rund 90 Menschen haben auf dem Platz ihren Wohnsitz angemeldet, einige leben dauerhaft dort.

Viele von ihnen fürchten nun, dass sie durch Änderungen der Standplätze oder durch den Wegfall des Kanalnetzes ihr Zuhause verlieren könnten, wie eine Gruppe von Campern im Gespräch erklärte. Inzwischen hat sich auch der Landkreis Gießen zu den Vorgängen geäußert.

Aufgefallen sind die Missstände im vergangenen Jahr. Damals erreichten die Bauaufsicht Hinweise von Nutzern des Platzes auf Probleme mit dem dortigen Kanalnetz. Die Behörde ging diesen Hinweisen nach. Bei einer Besichtigung fielen sowohl das Leitungsnetz als auch die Bebauung im Bereich des Hirtenbachs auf. Denn der Großteil der Abwasserleitungen – Ausnahmen sind die Sanitärgebäude auf dem Platz – wurde nie genehmigt.

Das Kanalnetz muss aus diesem Grund stillgelegt werden, wie Wildwood-Geschäftsführer Benjamin Ruth erklärte. Eine Sanierung und nachträgliche Genehmigung würde vermutlich mit mehreren Millionen Euro Kosten zu Buche schlagen.

Zusätzlich wurde über die vergangenen Jahrzehnte der Gewässerrandbereich des dort verlaufenden Hirtenbachs bebaut. Im Wasserschutzgebiet im Froschloch gelte es jedoch, zehn Meter Abstand der Bebauung zum Bachlauf einzuhalten. Die dort stehenden Mobilheime und anderen Bauten müssen daher entfernt werden.

Die Verwaltung der Stadt Laubach wurde erst durch die Untersuchung des Landkreises auf das ausgebaute Kanalnetz aufmerksam, teilt Bürgermeister Matthias Meyer mit. Doch schon in der Vergangenheit stand die Verwaltung in engem Kontakt mit dem vorherigen Platzbetreiber wegen gemeldeter Mängel.

Meyer versichert, dass die Stadt auch in Zukunft Menschen ermöglichen wolle, dort ihren Wohnsitz anzumelden. Die Verantwortlichen haben demnach bereits Gespräche mit Anwohnern und dem neuen Betreiber aufgenommen, um gemeinsam Lösungen für die Probleme zu finden.