„Kann nicht okay sein“: Kinder bekommen in Kita täglich Schokostreusel – Mutter ist fassungslos

Stand: 12.09.2026, 21:54 Uhr

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Die Mutter eines Kita-Kindes beschwert sich über eine besondere Regel. Die Forschung zeigt, wie Süßes die Kindergesundheit beeinflusst.

Hamburg – Vielen Eltern ist wichtig, was ihre Kinder essen. Einige Kinder sind allerdings sehr wählerisch, was das Essen angeht – manche mögen etwa eine bestimmte Sorte Gemüse nicht, oder weigern sich, jegliches Neue zu probieren. Süßes hingegen essen die meisten Kinder nur allzu gern. In den meisten Kitas und Kindergärten wird deshalb auf gesundes Essen geachtet, und auch die Eltern werden in vielen Einrichtungen dazu aufgefordert, ihrem Kind möglichst zuckerarme Snacks mitzugeben. Selbst in vielen Grundschulen sind süße Mitbringsel verboten. Eine Mutter hat nun in einer Kita jedoch eine gänzlich andere Erfahrung gemacht.

kleines Mädchen isst etwas Süßes

Zuckerkonsum in der Kindheit beeinflusst die Gesundheit ein Leben lang. (Symbolbild) © IMAGO / Cavan Images

Die Mutter schildert in einem Beitrag im Onlineforum Reddit, dass ihre Tochter und deren Kitagruppe jeden Tag Süßes zum Frühstück bekämen. Es gebe in der Kita folgende Regelung: Jede Woche bringe ein Elternteil ein Lebensmittel, Dinge wie Brot oder Bananen, für das gemeinsame Frühstück mit. „Jetzt sehe ich: Es werden Marmelade, Honig, Zuckerrübensirup, Butter und Schokostreusel aufs Brot gepackt!“ Zusätzlich sollten die Eltern ihren Kindern noch eine eigene Frühstücksdose mitgeben. „Natürlich kommt das Brot mit dem Frischkäse unangetastet zurück“, schreibt die Mutter.

Mutter ist empört: Kinder bekommen hauptsächlich Süßes

Sie habe bereits in der Kita nachgefragt, wieso zuckerreiche Lebensmittel für die Kinder unter drei Jahren zum Frühstück gereicht würden. Als Begründung sei erklärt worden, dass die Kühlkette nicht unterbrochen werden dürfe und die Eltern somit keine Lebensmittel mitgeben dürften, die Kühlung bedürften. „Aber ausschließlich Süßes kann ja nicht okay sein?!“, meint die Nutzerin. Ihre Tochter esse nun „an fünf Tagen scheinbar süßes Frühstück. Die Zähne werden danach nicht geputzt“.

Weiter berichtet die Mutter, sie „empfinde es als total dumm“, jeden Abend eine Brotdose zu packen und Gemüse zu schneiden, wenn ihr Kind dann nichts davon esse, sondern nur die süßen Aufstriche. Andere Eltern in den Kommentaren sehen das ähnlich. „Ich finde das ehrlich gesagt unmöglich!“, schreibt eine andere Person. „Es ist nicht in Ordnung“, meint auch eine weitere Nutzerin. „Gerade wenn du nicht möchtest, dass dein Kind so viel Zucker in der Ernährung hat – so wie viele Eltern.“

Geringer Zuckerkonsum senkt Diabetes-Risiko

Tatsächlich ist der Zuckerkonsum besonders in den ersten zwei Lebensjahren kritisch zu bewerten. Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigt: Wenn Personen in den ersten 1.000 Tagen – während der Schwangerschaft und in den ersten beiden Lebensjahren – nur begrenzt Zucker zu sich nehmen, sinkt für sie das Risiko, im Laufe ihres Lebens an Diabetes Typ 2 zu erkranken, um 35 Prozent. Das Risiko für späteres Übergewicht ist um 30 Prozent geringer, und für Bluthochdruck sinkt die Wahrscheinlichkeit um 20 Prozent. „Alarmierende Erkenntnisse“, sagt Barbara Bitzer der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Sie ist Sprecherin der Deutschen Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Für die Studie werteten die Forschenden Daten von Erwachsenen aus dem Vereinigten Königreich aus, die kurz vor oder nach dem Ende der britischen Zuckerrationierung im September 1953 zur Welt kamen. Damals lag der Zuckerkonsum auf einem Niveau, das heutigen Ernährungsempfehlungen entspricht, und verdoppelte sich nach dem Ende der Rationierung fast schlagartig.

Die Ergebnisse würden laut Bitzer „unterstreichen, dass der Schutz der Kindergesundheit politisch dringend vorangetrieben werden muss“ – die DANK fordere deshalb flächendeckende, verbindliche Lösungen statt einzelner Pilotprojekte: „Kitas und Schulen spielen dabei eine zentrale Rolle: Eine verpflichtende Stunde Bewegung und eine gesunde Mahlzeit pro Tag sollten dort verbindlich sein“, so Bitzer. (Quellen: Reddit, Gracner et al.: „Exposure to sugar rationing in the first 1000 days of life protected against chronic disease“, eigene Recherche)