«Schau wie sie ­gucken. Guck wie sie schauen.» Katja Brunner klopft die Phrasen der Gegenwart ab: Buchtipps der NZZaS

Katja Brunner auf der Suche nach der Gegenwart und ein magisches Bilderbuch von Johanna Schaible: Buchtipps der «NZZ am Sonntag»

Was man diese Woche gelesen haben muss

Hans ten Doornkaat, Martina Läubli02.08.2026, 05.30 Uhr

2 Leseminuten


Bilderbuch: Magische Dämmerung

Zunehmende Helligkeit – Guten Morgen. Abnehmendes Licht – Gute Nacht. Johanna Schaible erzählt von dieser elementaren Erfahrung in atmosphärisch dichten Bildtafeln und mit lyrischen Zeilen, die Kinder einbeziehen. Weil alle den Zauber des sich ändernden Himmelslichts kennen, können die Motive zwischen Kontinenten, ­zwischen Menschen und Tieren und unterschiedlichen Milieus wechseln. Gesteigert wird der zuversichtliche Blick durch die Buchgestalt: Die Schweizer Künstlerin hat eine Form entwickelt, die von zwei Seiten her zu lesen ist. So formt sie ein Ganzes und öffnet einen gelassenen Blick auf das Schöne in der Welt. Hans ten Doornkaat

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 Johanna Schaible: Guten Morgen – Gute Nacht. Hanser 2026.
Das Buch ist erhältlich bei Ex Libris.

Literatur: Katja Brunner durchleuchtet die Gegenwart

«Schau wie sie ­gucken. Guck wie sie schauen.» Die Autorin Katja Brunner klopft die Phrasen der Gegenwart ab.

«Schau wie sie ­gucken. Guck wie sie schauen.» Die Autorin Katja Brunner klopft die Phrasen der Gegenwart ab.

Jan Moch

Haben Sie sich schon einmal wie eine fleischfressende Pflanze gefühlt? Bei Katja Brunner sind die Grenzen zwischen ­Menschen, Pflanzen und Dingen nicht so klar. Ein Fels kommt bei ihr ebenso zu Wort wie Männerchöre oder Eltern – und die Worte klatschen und tratschen und tanzen: Aus dem Muss wird das Mus wird das Apfelmus. Und woraus ist eigentlich ein Staat gemacht? Die Theaterautorin bleibt auch in ihrem Prosaband experimentell. Brunners poetisch-politische Texte durchleuchten die Gegenwart und das Wesen der Schweiz leichtfüssig und komisch. Martina Läubli

★ Katja Brunner: Die Kunst der Wunde. Der gesunde Menschenversand 2026, 142 Seiten.
Das Buch ist erhältlich bei Ex Libris.

Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»

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