Keanu Liam Ludwig knackt bei Mehrkampf-DM sieben Bestmarken an einem Wochenende
Stand: 05.09.2026, 07:16 Uhr
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Der 17-jährige Zehnkämpfer vom TV Echzell steigert seine Punktzahl in Hannover um 447 Zähler auf 6470 Punkte. Mit teilweise beeindruckenden Leistungen am Start waren auch Anabel Gajic (Fun-Ball Dortelweil) und Aaron Pompetzki (LSC Bad Nauheim).
Hannover war einmal mehr Austragungsort der deutschen Mehrkampfmeisterschaften, für die sich auch ein Wetterauer Trio qualifizieren konnte. Den hervorragenden sechsten Platz unter 29 gewerteten Athletinnen gab es im Siebenkampf der Altersklasse U20 für Anabel Gajic (SV Fun-Ball Dortelweil), die damit beste Hessin in einem starken Feld war.
Los ging es im Erika-Fisch-Stadion mit den 100 Meter Hürden, die Gajic in guten 14,66 Sekunden hinter sich brachte. Ein gelungener Start in ein kräftezehrendes Wochenende, lediglich 0,30 Sekunden über der Jahresbestzeit. Auch im Hochsprung blieb die Dortelweilerin mit 1,56 Metern quasi nur eine Höhe unter ihrem Hausrekord von 1,59 Metern. Beim Kugelstoßen (in diesem Jahr bereits 11,85 m) hätten es ruhig ein paar Zentimeter mehr als 10,77 sein können. Das konnte die amtierende Hessenmeisterin zum Ende des ersten Tages mit der neuen 200-Meter-Bestzeit von 25,56 Sekunden aber wieder etwas kompensieren.
Den zweiten Tag läutete Gajic bei der Weitenjagd mit einem schönen Sprung auf 5,35 Meter ein und blieb damit lediglich neun Zentimeter unter ihrem Hausrekord. Im Speerwerfen blieben dann einige Zähler auf der Strecke, da der beste Versuch mit 26,85 Metern deutlich vor der 30er-Marke wieder Bodenkontakt hatte. Richtig gut waren dann zum Abschluss wieder die oft ungeliebten 800 Meter, wo es mit 2:29,65 Minuten den zweiten Hausrekord an diesem Wochenende gab. In Summe brachte Gajic bei ihrem dritten Siebenkampf des Jahres schöne 4763 Punkte in die Wertung. Nur zehn Zähler weniger als bei ihrem Gewinn des Hessentitels. Ungefährdet war die Bestleistung von 4866 Punkten, die von der U20-Athletin beim Meeting in Filderstadt/Bernhausen erzielt wurde. Mit diesem Wert ist sie nach wie vor die Nummer 15 im Deutschland-Ranking. Der DM-Titel in Hannover ging mit starken 5605 Punkten an Svea Funck (TV Jahn Walsrode).
Gleich 35 Youngster nahmen in der U18 das Rennen um den Titel „König der Athleten“ auf, darunter auch Keanu Liam Ludwig. Der Zehnkämpfer im Trikot vom TV Echzell war mit einer Bestmarke von 6023 Punkten angereist. Dieser Wert sollte jedoch bei der Rückreise der Vergangenheit angehören. Mit zwei neuen Bestmarken ging es gleich optimal los. Über 100 Meter und im Weitsprung steht das neue Maß der Dinge jetzt bei 11,43 Sekunden bzw. 6,24 Metern. Auch die 11,73 Meter mit der Kugel konnten sich sehen lassen, ehe im Hochsprung mit überflogenen 1,80 Metern die nächste PB folgte. Die „erste Halbzeit“ endete mit 50,79 Sekunden, der zweitschnellsten 400-Meter-Zeit dieser Klasse.
Am nächsten Tag war frühes Aufstehen angesagt, um die 110 Meter zu bewältigen. Hier leuchteten 15,91 Sekunden auf der Anzeigetafel auf – etwas über der Jahresbestmarke von 15,44 Sekunden. Dann ging es aber munter weiter mit vier weiteren Hausrekorden. Los ging es mit 35,24 Metern im Diskusring. Im Anschluss überquerte Ludwig 3,60 Meter im Hochsprung, ließ den Speer trotz starker Windböen auf 45,05 Meter fliegen und krönte seinen Auftritt mit dem Disziplinsieg über die 1500 Meter, wobei Ludwig seine alte Marke um rund elf Sekunden auf 4:31,94 Minuten drückte. Mit gleich sieben neuen Bestmarken hatte das Mehrkampf-Talent ein fantastisches Wochenende, sammelte als Elfter 6470 Punkte und war damit zweitbester Hesse.
„Ich wusste, dass es für mich hier nicht um eine Medaille geht. So konnte ich den Wettkampf entspannt angehen und einfach schauen, was passiert. Mit einer Platzierung in den Top 20 wäre ich schon sehr zufrieden gewesen. Dass es am Ende fast für die Top 10 gereicht hat und ich meinen Zehnkampf-Wert um ganze 447 Punkte steigern konnte, hatte ich nicht für möglich gehalten“, bilanzierte der Echzeller.
Aaron Pompetzki Zwölfter der M15
Komplettiert wurde die heimische Truppe von Aaron Lukas Pompetzki, der im Neunkampf der M15 auf Punktejagd ging. Der Nachwuchsmann des LSC Bad Nauheim fuhr als Achter der deutschen Jahresbestenliste (5083 Pkt.) nach Niedersachsen. Ziel war es, diesen Spitzenrang nach Möglichkeit zu bestätigen. Mit einem zwölften Platz klappte das am Ende zwar nicht ganz, aber Pompetzki konnte dennoch zufrieden sein, da er in einem hochklassigen DM-Wettkampf wertvolle Erfahrungen sammelte. Los ging es mit passablen 11,86 Sekunden im 100-Meter-Sprint. Nach einer starken Regenphase kurz vor dem Weitsprung war dann hier auf dem doch etwas rutschigen Untergrund beim Anlauf volle Konzentration gefragt. Etwas „gebremst“ kam der LSCler mit 5,79 Metern nicht an seine gewohnten Weiten ran. Weiter ging es mit soliden 13,00 Metern im Kugelstoßen, ehe der erste Tag mit der neuen Hochsprung-Bestmarke von 1,56 Metern endete. Somit war das Ziel, unter die Top 8 zu kommen, noch realisierbar.
Und der Auftakt am nächsten Morgen war mit einer weiteren PB, 11,28 Sekunden über die 80 Meter Hürden, absolut gelungen. Beim Stabhochsprung wurde das gesetzte Minimalziel von 2,60 Metern mit 2,70 Metern um eine Höhe übertroffen. Im Diskusring kam Pompetzki mit 36,92 Metern in den Bereich seiner Bestmarke, die bei 38,10 Metern notiert. Knackpunkt war dann das Speerwerfen. Schwache 30,80 Meter kosteten viele Punkte und warfen den LSCler vor der letzten Disziplin in der Zwischenwertung auf Rang 15 zurück. Somit war eine einstellige Platzierung in der Endabrechnung nicht mehr möglich. Pompetzki zeigte über die 1000 Meter vollen Einsatz. Mit einem Start-Ziel-Sieg in 2:53,44 Minuten lieferte der vielseitige Youngster seine dritte Bestmarke an diesem Wochenende ab.
Mit 5030 Punkten stand letztlich ein zwölfter Platz in der Ergebnisliste. „Es war ein wenig wie bei der Tour de France. Die Tour war gelaufen, aber die Schlusseinfahrt in Paris wollte ich mir nicht nehmen lassen“, bilanzierte der talentierte Mehrkämpfer. Jetzt ist erst einmal etwas Regeneration angesagt, ehe am vorletzten Septemberwochenende noch ein Einsatz beim Ländervergleich in Essingen wartet.