Keine schlechten Nachrichten für Eltern vor Weihnachten: Gemeinde will nach Kita-Reform handeln
Stand: 11.10.2026, 21:35 Uhr
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Die Kita-Reform in Bayern sorgt weiterhin für Diskussionen. Bei Eltern wächst die Sorge vor höheren Kosten. Garmisch-Partenkirchen will reagieren.
Farchant – Viel Kritik hat Ulrike Scharf (CSU) in den vergangenen Monaten für ihre Reformpläne einstecken müssen. Denn den Eltern in Bayern, die ihren Nachwuchs in die Krippe oder in den Kindergarten bringen, drohen dadurch ab dem kommenden Jahr Mehrkosten. Scharf, die Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, geht deshalb in die Kommunikationsoffensive. Denn auch beim Koalitionspartner, den Freien Wählern, gibt es dazu kritische Stimmen. Im Explorer-Hotel Farchant erläuterte sie bei einem Fachgespräch, initiiert vom CSU-Kreisverband, die Hintergründe zur Überarbeitung des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes, kurz BayKiBiG. Und wehrte sich gegen angebliche „Falschnachrichten“, die diesbezüglich aus ihrer Sicht verbreitet wurden.
Kita-Reform in Bayern sorgt für Diskussionen: Ministerin wehrt sich gegen angebliche „Falschnachrichten“
Der größte Aufreger im Gesetz: Der staatliche Zuschuss in Höhe von 100 Euro, der seit 2019 pro Kind von den Kita-Beiträgen abgezogen worden ist, fließt nicht mehr. Die dadurch freigewordenen Mittel kommen den Einrichtungen künftig an anderer Stelle zugute. „Die 100 Euro sind nie direkt an die Eltern überwiesen worden“, stellt Scharf klar. „Sie wurden nur extra ausgewiesen.“ Für die Betroffenen wohl ein eher schwacher Trost. Die Ministerin spricht von einer „schweren Entscheidung“, die die Staatsregierung da getroffen hat. Aber sie betont: „Hätten wir die Umschichtung nicht gemacht, wären die Kommunen in einer schlechteren Situation.“
Die 100 Euro sind nie direkt an die Eltern überwiesen worden.
Was aus Scharfs Sicht zu kurz kommt: Im „System“ Kinderbetreuung stecken schon seit diesem Jahr weitaus mehr finanzielle Mittel. Bis 2030 fließt aus dem Ministerium rund 25 Prozent mehr Geld in die Einrichtungen. „Der Bedarf nach Kinderbetreuung ist massiv gestiegen“, erläuterte Scharf. Das mache die Reform der Finanzierung so zwingend notwendig. Bei der Gelegenheit wollte das Ministerium das Gesetz auch gleich in Hinblick auf Bürokratie „entrümpeln“.
Markt Garmisch-Partenkirchen will nach Kita-Reform Lösungen finden
Und doch waren selbst die anwesenden Parteifreunde aus dem Landkreis nicht vollauf überzeugt. Ein Punkt, der für Fragen sorgte: Einer Berechnung zufolge fließen im Jahr 2026 rund 16,7 Millionen Euro an staatlicher Förderung für die Kinderbetreuung in den Landkreis. Ein beachtliches Plus von 1,7 Millionen mehr als im Vorjahr, doch im kommenden Jahr werden es 200.000 Euro weniger. Das sorgte etwa bei Farchants Bürgermeister und Vize-Landrat Christian Hornsteiner (CSU) für Verwunderung, der für seine Kommune im kommenden Jahr mit weniger staatlichen Mitteln rechnet.
Auch im Garmisch-Partenkirchner Rathaus drängt die Zeit. Denn aus Sicht von Vize-Bürgermeisterin Claudia Zolk (CSU) ist klar. „Wir können nicht kurz vor Weihnachten einen Brief an die Eltern schicken, dass sie ab Januar 160 statt 60 Euro zahlen müssen“, führte sie aus. Die Verwaltung will dabei zusammen mit dem Gemeinderat eine Lösung finden, dies auszugleichen. Ein Thema, das durch die Reform vermutlich auch andere Kommunen im Landkreis betreffen wird.