Urlaub wird teurer: Ryanair-Chef warnt vor 20 Prozent Aufschlag bei Flugtickets

Kerosin-Schock: Ryanair-Chef warnt vor 20 Prozent höheren Preisen – und streicht schon Strecken

Stand: 21.10.2026, 13:51 Uhr

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Ryanair-Flugzeug hebt ab

Urlaubsreisen könnten aufgrund der Flugpreise bald deutlich teurer werden. (Symbolbild) © Soeren Stache/dpa

Ryanair-Chef Michael O'Leary warnt vor Ticketpreis-Erhöhungen und macht dafür steigende Treibstoffkosten sowie verknappte Kapazitäten verantwortlich.

Brüssel – Flugreisen in Europa könnten sich im kommenden Jahr deutlich verteuern. Ryanair-Chef Michael O'Leary prognostiziert Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent bei Flugtickets. Als Hauptgründe nennt er geopolitische Spannungen und hohe wirtschaftliche Belastungen, insbesondere stark steigende Kerosinkosten infolge des Konflikts im Iran.

Wie The Independent unter Berufung auf eine Pressekonferenz O'Learys in Brüssel berichtete, haben weder Ryanair noch andere europäische Konkurrenten den Großteil ihrer Treibstoffkosten gegen Preisschwankungen abgesichert. Die Fluggesellschaften sind dadurch den volatilen Ölpreisen weitgehend schutzlos ausgeliefert.

Weniger Sitzplätze, höhere Kosten für Passagiere

Die Situation wird zusätzlich durch ein sinkendes Angebot an Sitzplätzen erschwert. Dieses resultiert aus einer Welle von Insolvenzen und Fusionen in der europäischen Luftfahrtbranche. Die Kombination aus verknappten Kapazitäten und finanziellem Druck auf die Airlines dürfte die Ticketpreise deutlich steigen lassen und Reisende spürbar belasten.

O'Leary betonte, dass die Fluggesellschaften versuchen werden, die Kosten über höhere Preise auszugleichen. Ob dies jedoch ausreicht, um die stark gestiegenen Kerosinausgaben zu decken, ist ungewiss. Nach Informationen von ANSA.it befürchtet der Ryanair-Chef, dass selbst deutliche Preiserhöhungen die enormen Kosten für Treibstoff nicht vollständig ausgleichen können.

Streichungen von Flügen in Belgien

Die finanziellen Belastungen führen bereits zu spürbaren betrieblichen Einschnitten. So plant Ryanair, im belgischen Winterflugplan 20 Strecken sowie mehr als eine Million Sitzplätze zu streichen. Diese Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf die Entscheidung der belgischen Regierung, die Luftverkehrssteuer ab Januar von zwei auf sieben Euro anzuheben.

Trotz dieser Herausforderungen hält die Airline an ihren langfristigen Flottenplänen fest. O'Leary zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich der bevorstehenden Zertifizierung der Boeing 737 MAX 10 durch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Laut EL PAÍS erwartet das Unternehmen die Auslieferung von 16 Maschinen dieses Typs bis Anfang 2027.

Während der Einsatz modernerer Flugzeuge langfristig für mehr Effizienz und Entlastung der Kapazitäten sorgen kann, stehen Passagiere in Europa kurzfristig vor höheren Kosten. Da die Fluggesellschaften den starken Schwankungen der Treibstoffpreise derzeit weitgehend ungeschützt gegenüberstehen, könnte der bevorstehende Preisanstieg historische Ausmaße annehmen und das Reiseverhalten auf dem gesamten Kontinent nachhaltig verändern. (Redaktion)