„Inakzeptabel“: KI hackt sich selbstständig in Regierungswebsite – OpenAI informierte erst Monate später
Stand: 24.09.2026, 07:36 Uhr
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Schon wieder macht eine KI sich selbstständig. Dieses Mal hackt sich ein Agent von OpenAI in eine Regierungswebsite. Erst spät fliegt der Ärger auf.
Canberra – Inmitten der Debatte, wie drastisch die Auswirkungen von KI auf das menschliche Leben in Zukunft sein können, hat sich ein nächster Vorfall ereignet. Ein autonomer KI-Agent des Unternehmens OpenAI hat sich selbstständig gemacht und unbefugt Zugang zu einer Website verschafft. Brisant: Es handelte sich um ein australisches Regierungsportal.

Diesen Vorfall meldete Australiens Premierminister Anthony Albanese selbst am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Der KI-Agent habe sich in ein Medicare-Portal des Landes gehackt. In diesem sind unter anderem Statistiken über Australiens staatliche Krankenversicherung bereitgestellt. Laut Albanese hat sich der Vorfall bereits im Juni dieses Jahres ereignet. Er bezeichnete den Hack als „inakzeptabel“.
KI hackt sich autonom in australische Regierungswebsite – OpenAI meldet Vorfall erst Monate später
Der Umgang mit dem Vorfall sorgt allerdings nun für Wirbel. Obwohl sich der Agent bereits im Juni in das Portal gehackt habe, sei der Vorgang erst im September den Behörden in Australien mitgeteilt worden – und zwar per Mail an ein öffentliches Postfach. Albanese gab an, bereits mit OpenAI-Chef Sam Altman über den Vorfall gesprochen zu haben; er habe dabei Australiens „äußerste Besorgnis“ zum Ausdruck gebracht. Außerdem habe er seine Enttäuschung kundgetan, dass es „viel zu lange“ gedauert habe, bis der Vorfall gemeldet wurde.
Medicare ist die staatliche Krankenversicherung Australiens. Auf dem betroffenen Portal von Services Australia sind laut Regierung unter anderem Angaben zu Ausgaben sowie weitere Statistiken hinterlegt. Der KI-Agent soll dabei sowohl auf öffentlich zugängliche als auch auf nicht öffentliche Dateien zugegriffen haben. Nach bisherigem Kenntnisstand seien keine persönlichen Daten abgerufen worden, Einzelpersonen seien demnach nicht betroffen, so Albanese.
Nach Hack von Regierungswebsite: OpenAI gibt Erklärung ab
Ausgangspunkt war eine zunächst unauffällige Aufgabe: Das KI-Programm sollte medizinische und gesundheitliche Statistiken recherchieren. Auf mehreren australischen Regierungsseiten verhielt es sich dabei laut Vize-Premier Richard Marles so, wie es auch ein gewöhnlicher Nutzer tun würde. Beim Medicare-Portal wurden ihm die angeforderten Informationen jedoch nicht herausgegeben – daraufhin verschaffte sich der Agent auf anderem Weg Zugang. „Der KI-Agent fand einen Weg, die Sperren zu umgehen – er wollte ein Nein gewissermaßen nicht akzeptieren“, erklärte Albanese.
Wie viele Daten tatsächlich abgerufen wurden und auf welche Dateien der Agent zugreifen konnte, wird derzeit noch geprüft. Eine forensische Untersuchung soll klären, was genau vorgefallen ist und ob weitere Regierungssysteme betroffen waren.
OpenAI erklärte, man habe im Rahmen einer internen Evaluierung Aktivitäten auf mehreren australischen Regierungsseiten und in Regierungsdiensten festgestellt. Die Modelle hätten dabei versucht, Antworten und verfügbare Statistiken zu Fragen über Australien zu finden. „Dabei haben unsere Modelle Aktionen ausgeführt, die wir nicht beabsichtigt hatten“, sagt ein Sprecher des Unternehmens. (Quellen: dpa, Instagram Anthony Albanese) (han)